Heidnische Praxis VIII: Was ist eigentlich ein Ritual?

Ich habe in den letzten Wochen mit einer kleinen Gruppe intensiv ein Ritual für meine Heilsgemeinschaft vorbereitet und es schließlich erfolgreich umgesetzt. Dabei wurden auch einige meiner bisherigen Überzeugungen über mich und Rituale in Frage gestellt – etwa die, daß ich grundsätzlich keine geskripteten Rituale mag; vielleicht ist das eher ein Widerwille, fremde Skripte „aufzuführen“.

Besagtes Ritual wurde fast ohne vertraute Bausteine von Grund auf neu erschaffen. Die Basis waren Orakelarbeit, schamanische Reisen, Brainstorms und viele lange Gespräche unter uns Ritualleitenden.

Mir stellte sich während dieser intensiven Arbeit die Frage: Was ist eigentlich ein Ritual? weiterlesen »

Über Spiritualität reden unter LGBT\*IQ

Im Juni war ich auf dem Femcamp Wien und habe dort unter anderem eine kleine Session über Spritualität gehalten. Das war ziemlich awkward und war so nicht geplant, aber ich habe mich mehr oder weniger mit einer zusammengeschlossen, die aus dem Göttinnenspiri-Spektrum kam und darüber reden wollte. Die anderen Teilnehmenden hatten völlig andere (Nicht)zugänge zum Thema, so daß ich überraschend viel Zeit damit verbrachte, mich zu erklären. Zeit, die dann fürs Reden über Strategien nicht vorhanden war.

Das Ding, über das ich gern geredet hätte: Es gab mal eine feministische Spiritualität in der Frauenbewegung; wie könnte emanzipatorische Spiritualität heute aussehen? weiterlesen »

Aktuelle Befindlichkeit.

In den letzten Wochen beginnen Dinge sich zu verändern: Gerade bin ich mir der Knappheit meiner Zeit sehr bewußt, obwohl ich sie mir frei einteilen kann. Irgendwas hat „Klack“ gemacht und auf einmal ist viel zu tun. Vielleicht ist es die strukturierende Wirkung von Dingen, die ich nicht auch um drei Uhr nachts tun kann – Sport treiben, Musik machen und vor allem: mit anderen Menschen Kontakt pflegen, auf anderen Wegen als im Netz.

Ich verschlinge gerade zwei Bücher: weiterlesen »

Verwurzelung: Eine geführte Meditation

Ich habe letztens eine geführte Meditation geschrieben und sie jetzt einmal aufgenommen. Dies ist mein erster Versuch in Sachen geführte Meditationen – vielleicht gibt es noch was zu verbessern; wenn ja, laßt es mich wissen!

Diese Meditation will im Stehen oder (aufrechten) Sitzen gemacht werden.

Hier ist sie:

Audiophile können hier die Datei im FLAC-Format herunterladen.

Zur Hilf: Die Nornirs Ætt sucht eine barrierefreie Althing-Location.

Heute schreibe ich mal nichts, das nur mich persönlich betrifft, und auch etwas, das ziemlich akut dringlich ist.

Mein geliebter Heid_innenhaufen, die Nornirs Ætt, ist noch immer auf der Suche nach einer Location für unser Althing, unser jährliches, für Gäste offenes Treffen im Sommer, das vom Freitag, 25. bis So., 27. Juli 2014 stattfinden soll.

Und sie muß barrierefrei sein. Seit letztem Jahr gehört eine zu uns, die einen Elektro-Rollstuhl benutzt und ihren (kleinen und pflegeleichten) Begleithund mitbringt, und deswegen fallen die Häuser, in denen wir bisher zu Gast waren, flach. Und bei denen, bei denen wir bisher anfragten, war entweder der Termin nicht mehr frei, oder im Telefonat hieß es dann, daß das Haus doch nicht barrierefrei ist.

„Barrierefrei“ soll für uns in dem Fall heißen: Mindestens der Gruppenraum, ein Schlafzimmer für die Rollifahrerin, ihre Begleitperson und ihren Begleithund, und eine behindertengerechte Toilette müssen mit dem E-Rolli befahrbar und benutzbar sein.

Damit die meisten von uns nicht allzu weit fahren müssen, suchen wir in folgenden Gegenden Deutschlands:

  • Baden-Württemberg
  • Franken
  • Hessen
  • der östliche Teil von Rheinland-Pfalz

Ich lehne mich jetzt mal aus dem Fenster: Wenn Ihr in (West)Thüringen oder im äußersten Süden von NRW noch was kennt: das könnte auch noch in Ordnung gehen, hängt im Einzelnen vom Haus und seiner Erreichbarkeit ab.

Und das sind die restlichen Eckdaten:

  • Wir rechnen mit bis zu 40 Personen, darunter einige Kinder. Mehrbettzimmer oder sogar Matratzenlager/Schlafsaal sind OK, solange es ein paar Einzel- und/oder Doppelzimmer gibt.
  • Der Preis: Teurer als 15€ pro Person und Übernachtung sollte es nicht sein.
  • Wir sind Selbstversorger.
  • Wir brauchen einen Aufenthaltsraum bzw. Gemeinschaftsraum, der auch groß genug für alle ist.
  • Wir wollen uns die Location nicht mit anderen Gruppen teilen; den Ort für uns zu haben, ist uns sehr wichtig.
  • Wir planen in aller Regel: Anreise freitag nachmittags (meistens kann ab nachmittags jemand kommen, der Rest trudelt im Lauf des Abends ein) bis abends, Abreise sonntag mittags.

Nice to have:

  • eine Feuerstelle sowie Grillmöglichkeit.
  • Außengelände, auf dem wir bei schönem Wetter draußen sitzen und unser Thing abhalten können.
  • Waldrandlage / Alleinlage. Wir kommen zwar auch mit Häusern klar, wo es Nachbarn gibt, aber schöner ist, wenn wir uns keine Gedanken um neugierige Blicke machen müssen und niemanden stören, wenn wir bis spät in die Nacht reden, Musik machen und feiern.
  • Ein ritualgeeigneter Ort im Freien (sprich: groß genug, daß wir uns dort versammeln können, ungestört und nicht von draußen einsehbar) in fußläufiger Entfernung.

Wir gehen mit den uns überlassenen Häusern pfleglich um und hinterlassen sie in der Regel sauberer, als wir sie vorgefunden haben. Und wenn es uns irgendwo gefallen hat, kommen wir vielleicht wieder!

Wer einen konkreten Hinweis hat: Bitte schreibt mir eine Mail! Die Adresse steht im Impressum.

Am dringlichsten ist für uns jetzt, eine Location für diesen Sommer zu finden. Aber auch das nächste Jultreffen (in der Regel das Wochenende vor der Wintersonnenwende) und das nächste Althing (immer am letzten Juli- oder ersten Augustwochenende) kommen bestimmt. Insofern gilt auch da, daß Tips willkommen sind.

Heidnische Praxis VII: Das Rad neu erfinden.

Ich schrieb die letzten Tage recht intensiv an meinem Buchprojekt. Im Moment bin ich in einer Phase der Textproduktion unter Ausschaltung von Selbstkritik – die wird dann ausführlich zu Wort kommen, wenn ich das Material mit Quellen unterfüttere und rausschmeiße, was mir zu unsubstantiiert vorkommt.

Ich fühle mich ein bißchen, als würde ich das Rad neu erfinden. Mein Ansatz geht im Moment zu „Schreib das Einsteigerbuch, das du gern hättest, würdest du heute über Heidentum stolpern“ mit der Absicht, daß es ein Buch sein soll, das eine Praxis vorstellt, die ohne Heteronormativität klarkommt – nicht explizit „für queers“, sondern, soweit mir das möglich ist, einfach so, daß sie nicht von vornherein ausgeschlossen werden und mit zahlreichen Otherings und Mikroaggressionen vergrault werden. (Ich danke Teile des Ganzen für die Anregungen, die mich zu dieser Formulierung gebracht haben.) weiterlesen »

Meine Mens und ich: Eine unspektakuläre Geschichte

Viele Hexen laden die Menstruation ja mit positivem und Symbolgehalt noch und nöcher auf. Etwas, wo ich regelmäßig Haare auf den Zähnen kriege angesichts der Diskurse von Natürlichkeit und Reproduktionsmystik, die gerne in diesem Reden über Menstruation unter frauenspiribewegten Frauen auftauchen.

Für viele Frauen, die ich in solchen Zusammenhängen kennen gelernt habe, ist es Empowerment pur, sich positiv auf einen Vorgang zu beziehen, der im gesellschaftlichen Mainstream mit riesigem Ekel besetzt und tabuisiert wird; genau wie es für so viele notwendig erscheint, sich positiv auf bisher abgewertete weiblich besetzte Dinge zu beziehen. weiterlesen »

Heidnische Praxis VI: Über heidnische Gruppen

Coven, Zirkel, Ritualgruppe, Kindred, Thinggemeinschaft, Kultgemeinschaft, Arbeitsgruppe: Gruppen in heidnischen Zusammenhängen können viele Formen und viele Bezeichnungen annehmen. Ich fühle mich derzeit ziemlich solitary und bin gerade unschlüssig, ob ich eine Gruppe will und wenn ja, welcher Art.

Der Zeit-, Arbeits- und Verpflichtungsfaktor ist eine Sache für mich. Erfahrungsgemäß sind diese Faktoren jedoch kein (oder zumindest kein großes) Problem mehr für mich, sobald mir klar ist, wozu ich das mache und daß ich das wirklich will.

Bisher habe ich – von der überregionalen Nornirs Ætt abgesehen – drei heidnische Gruppen gehabt, die recht unterschiedlich funktioniert haben. weiterlesen »

Heidnische Praxis V: Ein paar Überlegungen zu Ritualen

Vor ein paar Tagen hatte ich Lust, nach den ganzen eher theoretisch-politischen Beiträgen der letzten Zeit etwas Konkreteres zu schreiben. Butter bei die Fische. Aber ich wußte nicht, was. Deshalb fragte ich auf Twitter und bekam ein paar Fragen: unter anderem die nach Alltagsritualen und danach, ob ich einen Altar habe.

Die Altarfrage ist schnell abgehandelt: In meiner derzeitigen Wohnung ist derart wenig Platz, daß der „Altar“ ein Eckchen auf meiner Fensterbank ist. Ein kleiner Korb mit ein paar Steinchen, Federn und shaker eggs steht dort, ein Räucherstövchen (selten benutzt), eine kleine Katzenfigur, zwei Kerzenhalter. Irgendwie hat sich auch noch meine billige silberne Plastik-Winkekatze dazugesellt. Der Altar ist eher funktionslos derzeit – die Kerzen werden ab und zu mal angezündet, hauptsächlich zur Meditation.

Das mit den Ritualen ist schon schwieriger. weiterlesen »

Kommentar-Policy, Teil 1: Kein Herz für Spam.

Ich moderiere Kommentare hier drakonisch, weil viel gespammt wird. Deswegen lösche ich Kommentare, die

  • keinen inhaltlichen Bezug zum Artikel haben.
  • Kommentare in anderen Sprachen als deutsch, sofern sie nicht für mich deutlich erkennbar auf den Artikel Bezug nehmen und/oder von Leuten stammen, deren Namen ich kenne
  • Kommentare, die Links enthalten, die offenkundig nur aus SEO-Gründen gesetzt werden
  • Kommentare, die in der URL Links enthalten, die nur aus SEO-Gründen gesetzt werden, oder als Namen ein kommerzielles Keyword enthalten.

Links auf weiterführende Informationen zum Thema eines Artikels prüfe ich vor dem Freischalten von Kommentaren und erlaube mir, im Zweifelsfall auch einmal einen Kommentar zu editieren und Links auf verschwörungstheoretische etc. „Quellen“ zu entfernen.

Derailing, Trollerei, hate speech und Beschimpfungen haben hier ebenfalls keinen Platz.

Canonical URL by SEO No Duplicate WordPress Plugin