Übersetzung in Arbeit…

… nein, nicht von Texten: In diesem Fall des Wordpress-Themes dieser Seite. Auf einer Seite in deutscher Sprache ist es doch schön, wenn auch das Theme deutschsprachig ist… und auf dieser Seite hier mache ich meine ersten Schritte damit. Ich habe mich in den letzten Wochen mit php-Dateien, i18n, poedit und ähnlichen Dingen auseinandergesetzt und auch einmal kurz die comments.php zerschossen gehabt (gut, daß ich noch die ursprüngliche Version auf meiner Festplatte hatte). Außerdem bin ich immer noch nicht davon weg, Blog und Hauptseite zusammenführen und das Ganze auf txp migrieren zu wollen… mal sehen. Erst einmal will ich dafür ein hübsches Template entwickeln, denn das txp-default-Template ist nicht wirklich schön und vorgefertigt soll es dann auch nicht sein.
Langer Rede kurzer Sinn: Bitte seid nicht irritiert, wenn hier in nächster Zeit sprachlich gesehen babylonische Zustände herrschen :)

Was mich LARPer letztens lehrten

Letztens stieß ich auf dieses geniale Video:

Auch wenn das recht eindeutig eine Parodie ist, es brachte mich zum Denken.

Was wäre denn, wenn mensch, statt die Sprache der Na’vi zu lernen (obwohl Sprache – schon in der Grammatik – Weltbild reflektiert) und sich blau anzumalen, versuchte, die Denkweise dahinter zu verstehen
- und dieses Weltbild und die Mentalität mehr oder weniger versuchsweise, im Sinne dessen, was unter Chaosmagiern als paradigm piracy bekannt ist, zu adoptieren? Bei Avatar – eine Fiktion, die ziemlich eng in den Beschränkungen des Vorstellungsvermögens von Hollywoodfilmemachern bleibt – müßte das noch ziemlich leicht fallen. Weiterlesen >

Arun-Verlag, revisited, oder: Warum ich Jenny Blains “seidhr” nicht rezensiere

Eigentlich wollte ich dieses Buch empfehlen, ganz ausdrücklich das englische Original: das aus einem bestimmten Grund, um den es gleich geht.
Dann fiel mir ein: Viele werden die deutsche Übersetzung haben wollen.
Und bei einem Verlag landen, der mich ärgert. Was nicht an der Qualität der Arbeit liegt, im Gegenteil: Arun, bei denen Blains Buch erschienen ist, macht eigentlich gute Verlagsarbeit und nimmt sich einiger Themen an, die man sonst auf dem deutschen Buchmarkt schwer findet. Was mich an Arun ärgert, ist der politische Beigeschmack, der da nicht weggehen will. Weiterlesen >

Gelesen: Luisa Francia, Zaubergarn.

Magie, das ist der Paukenschlag zum Auftakt dieses kleinen Bändchens, ist keine erlernbare Technik. Magie ist für Luisa Francia Kommunikation mit allen Wesen über das hinaus, von dem uns die Wissenschaft erzählen will, es sei möglich und vernünftig. Immer wieder dreht sich das schmale Bändchen um Singen und Hören, Sprache und Wirklichkeit, um das gelassene Entdecken des Wissens, das sich aus der immer schon dagewesenen Verbindung mit dem Rest des Universums – vom menschlichen Gegenüber über die Heilpflanze bis zum Virenstamm – ergibt. Immer geht es um das Finden des Eigenen, nie um die Einweihung in irgendeine höhere Wahrheit, wie es Francia überhaupt wunderbar gelingt, der üblichen Metaphorik der Esoterik aus dem Weg zu gehen. Hier muß nichts erarbeitet werden, frau muß nichts entwickeln oder trainieren: es ist alles immer schon da, auf die Langsamkeit, die Stille, das Einlassen auf die feine Wahrnehmung, die Gelassenheit, ja auch: das Nicht-Tun kommt es an.
Den letzten Teil des Buches nehmen drei kurze Neu-Erzählungen von Märchen (zu Tränen gerührt hat mich das erste, “Die Geschichte vom König und der wilden Frau”) und Ritualfotos von Inea Gukema ein.
Wie gewohnt bewegt sich Luisa Francia assoziativ von einem Phänomen zum nächsten und umkreist das zentrale Thema eines jeden Kapitels mehr, als es in einer linearen Abfolge zu erörtern. Ich habe dieses Buch an wenigen Abenden gelesen, es liest sich leicht und doch nicht substanzlos; eine wunderbar poetische, nahrhafte Ermutigung zum Spinnen der eigenen Wirklichkeit.

Luisa Francia: Zaubergarn. München: Frauenoffensive, 1989.

Beiträge zum Buchprojekt: Fristverlängerung

Ich habe meinen Aufruf, Beiträge für mein Buchprojekt zu leisten, hier am 5. Juli eingestellt. Vielleicht hat er noch nicht genug Leute erreicht, jedenfalls habe ich bisher erst wenige Zusagen für Beiträge bekommen. Darum verlängere ich jetzt ein weiteres Mal die Frist für Zusagen bis zum 21.12.2009. Deadline für die Beiträge ist dann der 2.2.2010. Traut Euch!

Call for Contributions: Queere Spiritualität abseits der etablierten Religionen

Ich trage mich schon seit einiger Zeit mit dem Vorhaben, ein Buch über/von/für queers auf naturspirituellen Wegen zu schreiben bzw. herauszubringen.

Warum? Ich habe den Eindruck, die öffentliche Debatte in der queeren Community über Religion/Spiritualität ist dominiert a) überhaupt von den etablierten Religionen, b) besonders seit 9/11 vom Reden über Diskriminierung und (nicht nur islamischen) Fundamentalismus und c) besonders im Fall von Christentum, Islam und Judentum von Apologetik, d.h. von einer theologischen Rechtfertigung der Homosexualität (auch wenn einzelne christliche Autoren1 diese Verengung kritisieren). Die Option, Spiritualität selbst zu gestalten, sowie alternative spirituelle Wege werden kaum wahrgenommen, und für viele queers scheint die einzig praktikable Haltung zu sein, Religion – und in einer weitverbreiteten Verwechslung auch alles Spirituelle – abzulehnen, um Ausgrenzung oder moralischem Abqualifiziertwerden zu entgehen.2 Dabei beschreiben mehrere Autoren auch eine tiefe Sehnsucht von Lesben und Schwulen nach einer gelebten Spiritualität.

In den Bereichen der alternativen Spiritualität, sollte man meinen, ist es behaglicher für Schwule und Lesben. Doch hier herrschen oft genauso heteronorme Bilder, feministische Positionen wie die von Starhawk oder Luisa Francia erscheinen nicht mehr so salonfähig, wie sie in den 80ern vielleicht einmal waren. Zwar werden Lesben und Schwule weitgehend akzeptiert, doch mir ist auch der Fall bekannt, daß eine Frau mit transsexueller Vergangenheit aus einer dianischen Gemeinschaft ausgeschlossen wurde.
Zudem: zwischen “ich werde nicht verteufelt” und “meine Spiritualität bzw. meine spirituelle Gemeinschaft wird mir in vollem Umfang gerecht” (indem z.B. nicht auf heteronormativen Symbolen bestanden wird oder indem meine queeren Bedürfnisse ganz selbstverständlich genauso im Zentrum ritueller Aufmerksamkeit stehen dürfen wie heterosexuelle) liegen Welten. Gerade im naturspirituellen Bereich, scheint mir, heißen zwei markante, aber bei weitem nicht die einzigen Fallen Biologismus und naiver Naturbegriff.

Ich möchte zeigen, wie spirituelle Wege abseits der etablierten Religionen aussehen können, die queers gerecht werden. Da ich mich nicht auf zu fremdes Terrain begeben mag UND da ich denke, daß sonst leicht ein mehrbändiger Wälzer daraus würde, begrenze ich die Thematik auf den naturspirituellen Bereich.

Ich habe mich dazu entschlossen, dieses Buch nicht als Monographie zu gestalten. Denn: ich möchte darauf hinweisen, daß es viele verschiedene “richtige” Wege gibt. Jede/r muß, denke ich, seinen/ihren Weg selbst
finden. Doch Bücher können, neben der Begegnung mit anderen Menschen, Internetseiten etc. wichtige Landkarten und Kompasse sein. Und um dieser Vielfalt der Wege gerecht zu werden, möchte ich viele verschiedene Stimmen zu Wort kommen lassen, alte und junge, schwule, bi- und transsexuelle, lesbische, SMer oder total vanille, Single oder in Langzeitbeziehung lebend, schon lange auf einem Pfad unterwegs oder erst seit kurzer Zeit in diese Richtung schnuppernd, solitary oder einer Gemeinschaft zugehörig, und vor allem der verschiedensten naturspirituellen Prägungen.

So, und nun der Aufruf:
Ich suche Menschen, die sich als queer und naturspirituell bzw. naturreligiös (Hexe/HeidIn/SchamanIn/freifliegend… etc.) definieren und Lust haben, einen Beitrag zu einem solchen Buch zu schreiben. Ich denke zuerstmal an non-fiction-Beiträge zwischen 5 und 20 Seiten Länge (wenn man eine Normseite von 2100 Zeichen zugrunde legt, wären das zwischen 10200 und 42000 Zeichen inkl. Leerzeichen und Absatzmarken). Inhaltlich lasse ich Euch freie Hand, falls notwendig, habe ich einen kleinen Fragenkatalog zur Anregung (den gibt es auf Wunsch per e-mail). Wichtig ist mir nur, daß der Beitrag erkennbar mit dem Feld “Naturspiritualität/Naturreligion und/vs. queer” zu tun hat.

Eine einzige Einschränkung: Ich behalte mir vor, im Zweifelsfall nein zu einem Beitrag zu sagen – z.B. wenn die üblichen Verdächtigen (Nationalismus, Rassismus, Sexismus, angebräunter Kram) drin enthalten sind.

Was gibt’s dafür?
Meine ewige Dankbarkeit und – je nach Resonanz – Ruhm und Anerkennung :) Ich habe noch nicht entschieden, wie, bei welchem Verlag oder Print-on-Demand-Service das Buch veröffentlicht wird. Dementsprechend kann ich auch noch nichts zu sonstigen Modalitäten sagen.

Wer Lust hat beizutragen, möge sich bitte bis zum 15. August 2009 Samhain (31.10.2009) bei mir (Kontakt siehe Impressum) melden. Toll wäre, wenn die Beiträge bis Samhain (31.10.09) Ende des Jahres, spätestens aber zu Imbolc 2010 in Sack und Tüten wären!

Ich bin dankbar, wenn Ihr diesen Aufruf weiterverbreitet, bitte dann immer mit einem Link hierher.

  1. z.B. Urs Mattmann, Coming In: Spiritualität für Schwule und Lesben, München (Kösel) 2002
  2. vgl. Christian de la Huerta: Coming Out Spiritually: The Next Step. Tarcher, 1999, S. 5/6, sowie Jörg Wellenkötter/Barbara Dietl; “Mein genialer Lehrer Buddha.” Siegessäule 2006/12, S. 14-16

Gelesen: Luisa Francia, Der Rest Deines Lebens beginnt JETZT

Dieses Buch habe ich vor gut zwei Jahren gelesen und hole es immer noch gerne aus dem Regal, vor allem, wenn mal wieder ein Ritual zu gestalten ist und ich Inspiration suche.

“Der Rest Deines Lebens beginnt JETZT” ist eine Aufforderung, alles in Frage zu stellen, aus einer anderen Perspektive zu sehen und Skepsis in Freiheit zu wandeln, wie man sie von Luisa Francia schon gut kennt. Insofern also eigentlich nichts Neues; Francias Perspektive ist zudem die einer weißen, heterosexuellen deutschen Frau, die in den Siebzigern und Achtzigern die Frauenbewegung und die Bewegung der Neuen Hexen mitgeprägt und -getragen hat. Die Sicht z.B. von Lesben, von anderen Generationen und anderen Lebensentwürfen kommt nicht vor und für mich erfordert das immer wieder Übersetzungsarbeit oder auch Distanz.
Dieser “Aufguß” glänzt allerdings dadurch, daß immer wieder ihre Reiseerfahrungen einfließen, eine eurozentristische Sicht dadurch vermieden wird, daß immer wieder Erfahrungen aus Indien, Afrika, Tibet einfließen. Und wie üblich sucht mensch esoterisches Geseier vollkommen vergebens: pragmatisch und lustvoll geht es zu in der Magie, die Francia beschreibt, eine sinnliche, irdische Magie, die an nichts glauben muß und jeder strebsamen Logik der Höherentwicklung, Disziplin und Dominanz ein Schnippchen schlägt.

Die “eigentlichen” Ritualanleitungen (denn uneigentlich gehören die Kapitel, die ihnen vorangehen, dazu) sind sehr kurz, selten länger als eine Seite. Doch im Unterschied zu den Tanzritualen in “Mond Tanz Magie” ist gerade das ihre Stärke, sie sind weniger komplex, fordern weniger eine Gruppe, die längerfristig gemeinsam arbeitet, sind – obwohl dann und wann einmal Helferwesen gerufen werden – hochgradig skeptikertauglich. Zugleich (so ist meine Einschätzung) können sie durchaus abendfüllend sein. Einige Rituale sind für Gruppen entworfen, andere sollen ausdrücklich allein durchgeführt werden.
Obwohl Francias Perspektive radikal gynozentrisch ist, sind die Rituale auch für Männer geeignet. Wer ausführliche “Ritualrezepte” oder das nächste Handwerksbuch für Junghexen sucht, ist mit diesem Buch falsch, wer jedoch bereit ist, sich auf ihr Durcheinanderschütteln der üblichen Phrasen und eine Magie einzulassen, die in dem steckt, wie wir die Welt tagtäglich sehen, der ist mit diesem Buch gut bedient.

Bibliographie aktualisiert

Mir sind da noch ein paar Bücher genannt worden, die auf die Bibliographie zum Thema queer & Heidentum gehören – ich habe sie etwas ergänzt. (Und einige gehören vielleicht runtergeschmissen, aber das tu ich ein andermal.)

Vorläufige Bibliographie

Ich habe mir mal die Mühe gemacht, eine vorläufige, unsortierte und noch keineswegs vollständige Bibliographie zum Thema queer und Spiritualität zu machen. Sie ist nicht ausschließlich heidnisch, hat aber einen heidnischen Fokus, einige Bücher stehen auch noch auf meiner Leseliste. Aus Platz – und technischen Nervgründen steht sie auf einer eigenen Seite.

Bei Interesse stelle ich sie gerne auch als BibTeX/RIS-File zur Verfügung, bitte einfach per Mail (oder auf sonstigen bekannten Kontaktwegen) bescheidsagen.

Wer mir zu dem einen oder anderen noch nicht gelesenen Buch was sagen möchte oder einen heißen Tip hat, der noch nicht auf dieser Liste steht, kann hier gerne einen Kommentar hinterlassen.

Neues Design!

Ich habe heute einen wüsten Designanfall erlitten und mich tatsächlich an den ersten Mod eines WP-Designs gemacht, das Resultat seht Ihr auf dieser Seite (wenn Ihr sie im Web anschaut, nicht über den RSS-Reader). Mal sehen, was ich in den nächsten Wochen noch an Kinderkrankheiten finde.
Ein Blog hat diese Seite jetzt auch, wo ich ein bißchen was über mein persönliches Leben schreibe. Ein bißchen dient das auch dazu, Textpattern auszuprobieren, was ich schon lange vor hatte. Irgendwann gibt’s vielleicht auch mal ein nahtlosere Integration von Blog und hp, mal sehen…

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