Projekt: Runen-Set-Bau

Ich habe ein neues Projektchen am Laufen: Meine treuen alten Runensteinchen sind so langsam nicht mehr lesbar. Ich habe sie mir gebaut, als ich gerade anfing, mich mit den Runen zu befassen: Kieselsteine gesammelt und mit Ölfarben bemalt.

Nun habe ich vor kurzem ein schönes Stück Eibenholz bekommen. Nachdem ich die Rinde abgelöst und das Stück etwas glattgeschmirgelt habe, hat der Ast einen Durchmesser von ca. 2cm. Gerade genug für handliche Runenscheibchen. Ich verwende nahezu immer das Ältere Futhark, daher sollen es 24 Stück werden.

eibenscheiben mit werkzeug

Warum mache ich das eigentlich selbst? Ich mag es, Dinge von Grund auf, aus den grundlegendsten Rohmaterialien, selbst herzustellen, vor allem, wenn es sich um spirituelles Werkzeug handelt. Derart hergestellte Gegenstände sind das Gegenteil des industriellen Ex-und-Hopp. Gerade zu einem Werkzeug für eine so persönliche Sache wie Orakelarbeit und Magie möchte ich eine intensive persönliche Beziehung haben, und daher ist ein Runenset, das ich selbst hergestellt habe, etwas ganz anderes als ein gekauftes.

Der schwierigste Teil ist erst einmal, ca. 30 Scheiben von ca. 1 cm Dicke abzusägen (ich will noch ein paar übrig haben, falls beim Ritzen der Runen etwas schiefgeht; und die Dicke habe ich so gewählt, weil beim Schmirgeln noch gut was weggehen könnte).

Mit Schraubstock und/oder einer elektrischen Säge wäre das gar kein Ding, aber mit dem Werkzeug, das ich habe, ist es eine eher mühsame Arbeit. Vielleicht wäre ein neues Sägeblatt für die kleine Handsäge schon eine Erleichterung… Notiz an selbst: Bei Gelegenheit einen Baumarkt aufsuchen.

6 Scheibchen habe ich bisher – auf dem Bild sieht man erst 4…

eibenscheiben

Der nächste Schritt: die gröbsten Kanten glattschmirgeln – das ist eher mechanische Geduldsarbeit.

Und dann kommt das eigentlich Spannende: Die Runen auf die Scheibchen bringen.
Dazu gibt es mehrere Möglichkeiten.

  1. Aufmalen. Die profanste und einfachste Möglichkeit: Edding. Weniger profan, aber auch weniger haltbar: Öl- oder Acrylfarbe. Beides ist mir eigentlich zu profan.
  2. Einritzen. Am bequemsten ginge das mit einem Dremel, mit dem müßte ich allerdings erstmal umgehen lernen – und ich müßte mir von irgendwem einen leihen oder sonst wie beschaffen (nur für dieses Projekt einen zu kaufen, halte ich für übertrieben). Gute Sache, mehr Scheiben als unbedingt nötig zu haben. Mit einem Messer schnitzen ist in dieser Konfiguration und in dem harten Eibenholz eine eher ungünstige Lösung; zumindest bei den Messern, die ich habe.
  3. Einbrennen. Dazu müßte ich mir von irgendwem einen Brennpeter leihen. Vielleicht ginge auch ein Lötkolben.

Wenn ich die Runen einritze bzw. -fräse, müssen sie trotzdem noch irgendwie eingefärbt werden. Die magische (und klassische) Substanz schlechthin dazu wäre Blut (was dann zugleich die persönliche Bindung nochmal verstärkt). Aber ob das allein reicht? Oder ob sie dann nicht noch eine zusätzliche Einfärbung mit etwas Haltbarerem (Ölfarbe? Acrylfarbe? Lackfarbe?) bekommen sollten?

Und ob ich ihnen dann ein Finish mit ganz schnödem, modernem Klarlack verpasse – oder doch besser mit Bienenwachs? (Dazu könnte die Tube SnoSeal, die mehr oder weniger unbenutzt in meinem Küchenschrank rumliegt, gute Dienste leisten; das Zeug besteht zum größten Teil aus Bienenwachs.) Im Moment tendiere ich zu Bienenwachs, da das natürlicher und edler wirkt.
Über die nächsten Arbeitsschritte halte ich Euch auf dem Laufenden!

9 Kommentare

  1. Geschrieben am 25. Mai 2012 um 20:34 | Permalink

    spannend! leinöl geht ja auch, weil es ins Holz zieht und aushärtet – macht sowas haltbarer und wetterfest (und nach dem Polieren sind die edel – ich mach das mit meinen Holzknöpfen)

    grüße!

    irka

  2. Geschrieben am 26. Mai 2012 um 01:29 | Permalink

    Färben mit Blut ist mühsam – ich habe es probiert, und das Ergebnis ist wenig vorzeigbar. Mit Leinöl hatte ich bei meinen (bescheidenen) Holzbasteleien gute Erfahrungen gemacht.

  3. Geschrieben am 26. Mai 2012 um 12:07 | Permalink

    mmmh, Blut ist eher aus magischen Gründen zu nehmen, Farbe bringt das nicht wirklich. mineralische Pigmente gehen auch, zum Beispiel Ocker, der dann mit Leinöl vermischt wird. Damit gehts auch gut. Wir haben mit Blut mal Stoff gefärbt, also Hände drauf gedruckt, aber das wurde braun und blass. Aber fürs Menszelt reichts allemal und für Schutzzauber.

  4. Geschrieben am 26. Mai 2012 um 15:18 | Permalink

    Danke Euch beiden für die Tips! Dann werde ich wohl tatsächlich Ölfarbe für die Farbe verwenden und Blut nur für den magischen Aspekt.

  5. Geschrieben am 26. Mai 2012 um 17:57 | Permalink

    Du kannst auch Salmiak Pulver in Wasser lösen (1 Teelöffel auf 100ml Wasser) Sobald diese „Tinte“, kurz nach dem Auftragen mit Heissluft erhitzt wird, brennt sie sich in das Holz ein, genau wie ein Brenneisen. Auftragen geht mit Pinsel oder Stempel. Salmiak Puler gibts in Apotheken, oder als festen Stein, der vorher zermahlen werden muss, im Baumarkt (Eigentlich zum Lötkolben reinigen).

  6. Geschrieben am 26. Mai 2012 um 20:54 | Permalink

    Grad mal getestet: Esslöffel! Nicht Teelöffel!

  7. Geschrieben am 26. Mai 2012 um 21:52 | Permalink

    Cool! Wo liegt denn der Kostenpunkt von so Salmiakpulver normalerweise? Und reicht zum Erhitzen die heißeste Stufe vom Föhn?

  8. Geschrieben am 27. Mai 2012 um 15:04 | Permalink

    So ein Stein kostet 1,- bis maximal 2,- Euro und wiegt circa 80 Gramm. In der Apotheke vermutlich teurer, dafür schon in leicht löslicher Pulverform. Ich hab jetzt mal 15 Gramm auf 100ml Wasser genommen. Ist eventuell ein bischen viel Salmiak.

    Der Versuch mit 250 Grad C, was noch ein normaler Backofen hergibt, verlief nicht so toll. Bei 400 Grad hab ich sofort eine Reaktion gesehen. Und dann so ’ne Minute weiter geföhnt bis es schwarz genug war. Sieht sehr schön aus, wirkt viel „eleganter“ als mit dem Brenneisen. Fazit: Nee, kein Haarföhn. So lange man das Holz nicht direkt ankokelt geht auch eine Gasflamme. Am besten erstmal testen. 😉

  9. Geschrieben am 27. Mai 2012 um 22:38 | Permalink

    Hmmm… da ich weder Heißluftgerät noch Bunsenbrenner habe, muß es wohl doch auf eine andere Art gehen. Interessant ist das Vorgehen mit der Salmiaklösung aber allemal.

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