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	<title>riesenheim&#187; buch</title>
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	<description>ein blog über queer &#38; heidentum</description>
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		<title>Status-Update &#8211; Buchprojekt und anderweitig</title>
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		<pubDate>Sat, 11 Jun 2011 16:09:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>thursa</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Da schrieb der (http://www.eibensang.de/index.php/am-offenen-herzen/) letzthin was, das mich bewegte, auf diese Art, die nur er fertigbringt:

<blockquote>
  "Wohin ich schau und maile: Einsamkeit und Angst zerfressen die Gemüter. Hinter den Fassaden: jederzeit der Abgrund. Selbst nicht unbetroffen von all dem Wahnsinn, maile ich Menschen Mut zu, die ich heimlich um ihre Fähigkeit beneide, wenigstens materiell ...
</blockquote>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Da schrieb der <a href="http://www.eibensang.de/index.php/am-offenen-herzen/">eibensang</a> letzthin was, das mich bewegte, auf diese Art, die nur er fertigbringt:</p>

<blockquote>
  <p>&#8220;Wohin ich schau und maile: Einsamkeit und Angst zerfressen die Gemüter. Hinter den Fassaden: jederzeit der Abgrund. Selbst nicht unbetroffen von all dem Wahnsinn, maile ich Menschen Mut zu, die ich heimlich um ihre Fähigkeit beneide, wenigstens materiell durchzukommen (womit ich mich seit je schwertat).&#8221;</p>
</blockquote>

<p>In meinem Fall möchte ich dazusetzen: Erschöpfung, das Gefühl, zwischen viel zu vielen Dingen aufgerieben zu werden.<br />
Und ja, auch ich sitze in einem Zwiespalt fest: zwischen dem Bedürfnis, materielle Sicherheit zu haben (endlich einmal! nach langen, mühseligen Studienjahren, in denen ich ohne Netz und doppelten Boden gelebt habe) und einer tiefen Unzufriedenheit mit meiner derzeitigen  &#8211; im erweiterten Sinne materiellen &#8211; Situation.</p>

<p>Ich hatte mal einen Traum. Ich habe daran geglaubt, so fest, wie nur ein Mensch glauben kann. Und dann wurde er mir weggenommen. Ist einfach zerbrochen. Mittlerweile versuche ich, die Scherben, die ich wiederfinden konnte, zusammenzukleben. Bin noch auf der Suche nach einem Kleber, der das Ganze stark und stabil genug zusammenhält, diesen Traum, der, den Fesseln der Notwendigkeit, damit mein Brot zu verdienen, enthoben, anfängt, sich auszudehnen, in immer mehr Farben zu schillern, sich zu bewegen und zu tanzen. Sein Name: Sängerin sein.<br />
Manchmal zweifle ich an meinen Fähigkeiten, zweifle, ob ich je lerne, das, was mich bewegt, in Lieder zu formen, die auch andere sich gerne anhören &#8211; auf eine Art, mit der ich zufrieden sein kann. Und doch weiß ich: Musik machen, insbesondere Singen, macht mich glücklich. Auf eine urtümliche, physische Art. Das ist es, was ich als allererstes mit meinem Leben anfangen will. Das ist es, was mir die Großen geschenkt haben und das ist es, was ich der Welt geben kann.</p>

<p>Ich habe dagegen nicht darum gebeten, Aktivistin zu werden für eine Sache, die vielen so weit entlegen und abgefahren erscheint. <span id="more-351"></span>Ich wurde es zuerst aus meinem eigenen Schmerz heraus, aus dem Versuch heraus, meine eigene Haut aus Widersprüchen und Klischees zu retten, die mir zusetzten. Ich wurde es, weil ich das Gefühl hatte, daß das wichtig und notwendig ist, vielleicht für eine rein numerisch kleine Gruppe, die aber deshalb eben nicht vernachlässigbar ist. Ich wurde es, weil es mir seltsam erschien, daß sich (anscheinend) niemand anderes an diesen Widersprüchen reibt. Aber ich bin offenbar dazu berufen, mich an solchen Widersprüchen zu reiben, schreibend, in Gesprächen mit anderen, im Versuch, Rituale auf die Beine zu stellen&#8230;<br />
Schreiben, genauer gesagt: die geschrieben Analyse ist meine Waffe im Kampf gegen die allzu einfachen Gedankenkonstrukte, die Zeichen, Konventionen, Regeln werden, die Menschen einschränken und einander wie sich selbst Gewalt antun lassen: verbale, begriffliche, kulturelle, physische. In diesem Zusammenhang wurde ich unversehens Alliierte an vielerlei Schnittstellen. Schnittstellen zu Bewegungen und Kämpfen, bei denen ich immer wieder versucht bin, sie als dringlicher als meine eigene &#8220;Baustelle&#8221; anzusehen. Da &#8220;bei meinen Leisten&#8221; zu bleiben und mich nicht aufreiben zu lassen, erfordert Selbstbewußtsein.<br />
Ich mache das mit Liebe und Herzblut, aber auch immer wieder mit Zweifeln, und wenn etwas dabei an mir zehrt, dann sind es das Gefühl von Isolation und der nagende Zweifel, ob das überhaupt irgendeine Sau kratzt.</p>

<p>In meinem Kopf und in meinen Notizen liegt so vieles, was ich einmal angehen wollen würde. Themen für Texte, die aber Zeit bräuchten, Zeit für tiefe Gedanken, Zeit, in der mein Verstand fit ist (was er nach einem Acht-Stunden-Arbeitstag nicht ist). Zeit zum Recherchieren und Muße zum ungestörten Denken und Schreiben.<br />
&#8220;Hat nicht jemand mal ein Stipendium für ein Jahr Schreiben für mich?&#8221;, war ich in den letzten Monaten oft versucht zu flaxen. Ein Scherz, in dem ein Körnchen Wahrheit steckt.</p>

<p>Zur Zeit werde ich jedoch immer wieder daran erinnert, wer da die älteren Rechte hat. Wo meine Kraftquelle liegt. Die muß ich wieder und wieder pflegen &#8211; ganz abgesehen von den anderen, grundlegenderen Dingen, die Aufmerksamkeit und Zeit von mir wollen: etwa, daß ich mich genug bewege, hin und wieder auch mal einen Tag zum Nichtstun habe, oder dafür, Dinge ganz zu meinem eigenen Vergnügen zu tun.</p>

<p>Darum stecke ich auch mit meinem <a href="http://riesenheim.net/2009/07/call-for-contributions-queere-spiritualitaet-abseits-der-etablierten-religionen/">Buchprojekt</a> in einer Zwickmühle. Ich weiß nicht genau, wie ich damit weitermachen soll. <em>Daß</em> ich es machen will, steht außer Frage. Daß es wichtig ist, mir und <em>vielleicht</em> auch für andere: das ist mir vor ein paar Wochen vor Augen geführt worden. Nur wie lange es brauchen wird, welche Gestalt es am Ende annimmt, wie ich es veröffentliche: das alles ist noch unklar.<br />
Neben der Zeit- und Kraftsache stellen sich mir drei Probleme: Mir fehlt erstens das Gefühl dafür, ob überhaupt Interesse von anderer Seite als nur von meiner daran besteht; zweitens erscheint mir das Thema so vielgestaltig, daß es mir sehr schwer fällt, es zu strukturieren und abzugrenzen. Drittens ist die Versuchung auch groß, Dinge, die eigentlich dort hinein gehören würden, in Blogposts für dieses Blog zu packen: die Befriedigung stellt sich viel unmittelbarer ein (und die Unterscheidung, was denn nun dahin gehören würde und was in dieses Blog, ist nicht immer leicht zu treffen). Allerdings glaube ich, daß ich in einem Buch die Dinge besser in einem großen Zusammenhang darstellen kann, während ein Blog eher wie ein großer Zettelkasten ist: viele Einzelaspekte, aber in keiner Weise systematisiert. Beides richtig, beides gut, keins kann das andere ersetzen.</p>

<p>Gebt mir mal Feedback, wenn Euch dieses Projekt wichtig ist. Laßt mich mal wissen, was Euch bei diesem Projekt wichtig wäre. Ich mach das schließlich nicht nur zu meinem Vergnügen.</p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://riesenheim.net/?flattrss_redirect&amp;id=351&amp;md5=ff4498b51a16dc8d9db6481ced4422e0" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://riesenheim.net/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Call for Contributions: Queere Spiritualität abseits der etablierten Religionen</title>
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		<pubDate>Sun, 05 Jul 2009 08:05:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>thursa</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich trage mich schon seit einiger Zeit mit dem Vorhaben, ein Buch über/von/für queers auf naturspirituellen Wegen zu schreiben bzw. herauszubringen.

Warum? Ich habe den Eindruck, die öffentliche Debatte in der queeren Community über Religion/Spiritualität ist dominiert a) überhaupt von den etablierten Religionen, b) besonders seit 9/11 vom Reden über Diskriminierung und (nicht nur islamischen) ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich trage mich schon seit einiger Zeit mit dem Vorhaben, ein Buch über/von/für queers auf naturspirituellen Wegen zu schreiben bzw. herauszubringen.</p>

<p>Warum? Ich habe den Eindruck, die öffentliche Debatte in der queeren Community über Religion/Spiritualität ist dominiert a) überhaupt von den etablierten Religionen, b) besonders seit 9/11 vom Reden über Diskriminierung und (nicht nur islamischen) Fundamentalismus und c) besonders im Fall von Christentum, Islam und Judentum von Apologetik, d.h. von einer theologischen Rechtfertigung der Homosexualität (auch wenn einzelne christliche Autoren<sup class='footnote'><a href='#fn-77-1' id='fnref-77-1'>1</a></sup> diese Verengung kritisieren). Die Option, Spiritualität selbst zu gestalten, sowie alternative spirituelle Wege werden kaum wahrgenommen, und für viele queers scheint die einzig praktikable Haltung zu sein, Religion &#8211; und in einer weitverbreiteten Verwechslung auch alles Spirituelle &#8211; abzulehnen, um Ausgrenzung oder moralischem Abqualifiziertwerden zu entgehen.<sup class='footnote'><a href='#fn-77-2' id='fnref-77-2'>2</a></sup> Dabei beschreiben mehrere Autoren auch eine tiefe Sehnsucht von Lesben und Schwulen nach einer gelebten Spiritualität.</p>

<p>In den Bereichen der alternativen Spiritualität, sollte man meinen, ist es behaglicher für Schwule und Lesben. Doch hier herrschen oft genauso heteronorme Bilder, feministische Positionen wie die von Starhawk oder Luisa Francia erscheinen nicht mehr so salonfähig, wie sie in den 80ern vielleicht einmal waren. Zwar werden Lesben und Schwule weitgehend akzeptiert, doch mir ist auch der Fall bekannt, daß eine Frau mit transsexueller Vergangenheit aus einer dianischen Gemeinschaft ausgeschlossen wurde.
Zudem: zwischen &#8220;ich werde nicht verteufelt&#8221; und &#8220;meine Spiritualität bzw. meine spirituelle Gemeinschaft wird mir in vollem Umfang gerecht&#8221; (indem z.B. nicht auf heteronormativen Symbolen bestanden wird oder indem meine queeren Bedürfnisse ganz selbstverständlich genauso im Zentrum ritueller Aufmerksamkeit stehen dürfen wie heterosexuelle) liegen Welten. Gerade im naturspirituellen Bereich, scheint mir, heißen zwei markante, aber bei weitem nicht die einzigen Fallen Biologismus und naiver Naturbegriff.</p>

<p>Ich möchte zeigen, wie spirituelle Wege abseits der etablierten Religionen aussehen können, die queers gerecht werden. Da ich mich nicht auf zu fremdes Terrain begeben mag UND da ich denke, daß sonst leicht ein mehrbändiger Wälzer daraus würde, begrenze ich die Thematik auf den naturspirituellen Bereich.</p>

<p>Ich habe mich dazu entschlossen, dieses Buch nicht als Monographie zu gestalten. Denn: ich möchte darauf hinweisen, daß es viele verschiedene &#8220;richtige&#8221; Wege gibt. Jede/r muß, denke ich, seinen/ihren Weg selbst
finden. <strong>Doch Bücher können, neben der Begegnung mit anderen Menschen, Internetseiten etc. wichtige Landkarten und Kompasse sein.</strong> Und um dieser Vielfalt der Wege gerecht zu werden, möchte ich viele verschiedene Stimmen zu Wort kommen lassen, alte und junge, schwule, bi- und transsexuelle, lesbische, SMer oder total vanille, Single oder in Langzeitbeziehung lebend, schon lange auf einem Pfad unterwegs oder erst seit kurzer Zeit in diese Richtung schnuppernd, solitary oder einer Gemeinschaft zugehörig, und vor allem der verschiedensten naturspirituellen Prägungen.</p>

<p><strong>So, und nun der Aufruf:</strong> 
Ich suche Menschen, die sich als queer und naturspirituell bzw. naturreligiös (Hexe/HeidIn/SchamanIn/freifliegend&#8230; etc.) definieren und Lust haben, einen Beitrag zu einem solchen Buch zu schreiben. Ich denke zuerstmal an non-fiction-Beiträge zwischen 5 und 20 Seiten Länge (wenn man eine Normseite von 2100 Zeichen zugrunde legt, wären das zwischen 10200 und 42000 Zeichen inkl. Leerzeichen und Absatzmarken). Inhaltlich lasse ich Euch freie Hand, falls notwendig, habe ich einen kleinen Fragenkatalog zur Anregung (den gibt es auf Wunsch per e-mail). Wichtig ist mir nur, daß der Beitrag erkennbar mit dem Feld &#8220;Naturspiritualität/Naturreligion und/vs. queer&#8221; zu tun hat.</p>

<p>Eine einzige Einschränkung: Ich behalte mir vor, im Zweifelsfall nein zu einem Beitrag zu sagen &#8211; z.B. wenn die üblichen Verdächtigen (Nationalismus, Rassismus, Sexismus, angebräunter Kram) drin enthalten sind.</p>

<p><strong>Was gibt&#8217;s dafür?</strong>
Meine ewige Dankbarkeit und &#8211; je nach Resonanz &#8211; Ruhm und Anerkennung <img src='http://riesenheim.net/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':)' class='wp-smiley' />  Ich habe noch nicht entschieden, wie, bei welchem Verlag oder Print-on-Demand-Service das Buch veröffentlicht wird. Dementsprechend kann ich auch noch nichts zu sonstigen Modalitäten sagen.</p>

<p>Wer Lust hat beizutragen, möge sich bitte bis <del datetime="2009-08-10T15:54:00+00:00">zum 15. August 2009</del> Samhain (31.10.2009) bei mir (Kontakt siehe Impressum) melden. Toll wäre, wenn die Beiträge bis <del datetime="2009-08-10T15:54:00+00:00">Samhain (31.10.09)</del> Ende des Jahres, spätestens aber zu Imbolc 2010 in Sack und Tüten wären!</p>

<p>Ich bin dankbar, wenn Ihr diesen Aufruf <strong>weiterverbreitet</strong>, bitte dann immer <strong>mit einem Link hierher</strong>.</p>

<div class='footnotes'><div class='footnotedivider'></div><ol><li id='fn-77-1'>z.B. Urs Mattmann, Coming In: Spiritualität für Schwule und Lesben, München (Kösel) 2002 <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-77-1'>&#8617;</a></span></li><li id='fn-77-2'>vgl. Christian de la Huerta: Coming Out Spiritually: The Next Step. Tarcher, 1999, S. 5/6, sowie Jörg Wellenkötter/Barbara Dietl; “Mein genialer Lehrer Buddha.” Siegessäule 2006/12, S. 14-16 <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-77-2'>&#8617;</a></span></li></ol></div>
<p class="wp-flattr-button"></p>]]></content:encoded>
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		<title>Hans Stucken: Das Seidhr Handbuch. Eine Einführung</title>
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		<pubDate>Tue, 07 Oct 2008 19:00:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>thursa</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Hamburg: Daniel Junker Verlag, 2006; ISBN: 3938432047

Hans Stucken will mit seinem Seidhr Handbuch einen Beitrag zu einer "gemeinschaftlichen kulturellen Entwicklung" auf dem Gebiet des Seidhr leisten. (1) Er hat eine angenehm und flüssig lesbare Überblicksarbeit geschrieben und leistet dabei eine relativ systematische und konsistente Begriffsklärung, die sich über das nordische Modell der Seele und ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Hamburg: Daniel Junker Verlag, 2006; ISBN: 3938432047</p>

<p>Hans Stucken will mit seinem <em>Seidhr Handbuch</em> einen Beitrag zu einer &#8220;gemeinschaftlichen kulturellen Entwicklung&#8221; auf dem Gebiet des Seidhr leisten. (1) Er hat eine angenehm und flüssig lesbare Überblicksarbeit geschrieben und leistet dabei eine relativ systematische und konsistente Begriffsklärung, die sich über das nordische Modell der Seele und die Kosmologie der Neun Welten erstreckt. Positiv fällt mir auch der Mangel an Synkretismus auf, der fast schon Purismus zu nennen ist; die Leserin wird hier nicht mit der so oft anzutreffenden Kreuzung mit anderen spirituellen Systemen (z.B. der Kabbala) behelligt.</p>

<p>Das Buch bleibt kurz und knackig – für meinen Geschmack allerdings zu kurz. <span id="more-43"></span>Für den doch nicht ganz so kleinen Preis hätte ich mir etwas mehr als ein doch recht schmales Bändchen gewünscht. Vieles wird nur angerissen, mehr Ausführlichkeit hätte dem Buch gut getan, insbesondere hätte man aus den doch reichlich vorhandenen Quellen mehr machen können. Auch die Ritual- und Übungsanregungen sind für ein Handbuch, das erklärtermaßen in die Praxis einführen will, etwas knapp geraten.</p>

<p>Das Buch wirkt teilweise etwas unstrukturiert, z.B. steht &#8220;Die Trommel&#8221; etwas verloren zwischen &#8220;Selbsterkenntnis&#8221; und &#8220;Zahlensymbolik&#8221;; eine deutlichere Gliederung wäre nicht verschwendet gewesen.</p>

<p>Bisweilen wirken die häufigen Warnungen und Ermahnungen nervig und abschreckend – trotz der Annahme Stuckens, daß nur solche Leute Seidhr praktizieren sollten, die sich davon nicht abschrecken lassen. Auch die Übungsanleitungen wirkten (ganz den ständigen Ermahnungen zur Disziplin entsprechend) beim Lesen etwas &#8220;trocken&#8221; auf mich, sie machten wenig Lust, mich einfach hinzusetzen und sie auszuprobieren. Zur Schulung der Imagination gibt es definitiv lustvollere Anleitungen, die mit weniger erhobenem Zeigefinger daherkommen, z.B. Jan Fries’ &#8220;Visual Magick&#8221;.</p>

<p>Eine sprachliche Kleinigkeit am Rande: es ist immer nur vom Seidhmann die Rede – gibt es keine Seidhfrauen? Allgemein hätte dem Buch ein liebevolleres Lektorat gut getan, der eine oder andere grobe Zeichensetzungsschnitzer trübt das Lesevergnügen und wäre mit einem Blick mehr vermeidbar gewesen.</p>

<p>Alles in allem jedoch ein Überblick, der trotz seiner Schwächen lesenswert ist. Es bleibt zu wünschen, daß diesem Buch Arbeiten nachfolgen, die die angeschnittenen Themen vertiefen, die Quellen ausführlicher diskutieren und noch mehr Übungs- und Ritualanregungen geben. Es bleibt der Eindruck, daß auf dem Gebiet des Seidhr noch viel spannende Arbeit wartet – als &#8220;standalone-Anleitung&#8221; erscheint dieses Buch jedenfalls etwas dünn.</p>

<p><a name="Fu.C3.9Fnoten"></a></p>

<h3><span class="mw-headline">Fußnoten </span></h3>

<ol class="references">
    <li id="_note-DefSeidhr">Zur Definition von Seidhr: „Seidhr ist die Ausübung okkulter Praktiken vor dem Hintergrund der nordisch-germanischen Mythologie“ (Stucken, S. 9). Mit „okkulten Praktiken“ meint Stucken die gesamte Bandbreite von Runenmagie über Galdr (magische Arbeit mit der Stimme) und quasi-schamanische Praktiken bis zur Spá-Reise. Kurt Oertels Begriffsklärung zufolge dient Seidhr „im Altnordischen ganz eindeutig [als] Oberbegriff für Magie insgesamt und faßt genau all jene […] Praktiken zusammen, die wir auch heute unter dem Begriff ‚Magie’ verstehen.“ (zitiert nach: Stucken, S. 11, die Passage dürfte aber auch in Oertels Aufsatz <a class="external text" title="http://www.seidhfeuer.de/offen/files/oertel1.pdf" rel="nofollow" href="http://www.seidhfeuer.de/offen/files/oertel1.pdf">&#8220;Seidhr und Völventum&#8221;</a> (pdf) zu finden sein.)</li>
</ol>
<p class="wp-flattr-button"></p>]]></content:encoded>
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		<title>Raven Kaldera: Hermaphrodeities. The transgender spirituality workbook</title>
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		<pubDate>Mon, 06 Oct 2008 19:25:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>thursa</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Philadelphia Pa.: Xlibris Corp., 2001; ISBN: 1401027199

"Hermaphrodeities" ist eins der ganz seltenen Bücher zum Thema "transgender und Spiritualität". Über transgender, nicht schwullesbische Fragen; daß das zwei vollkommen verschiedene Paar Schuhe sind, stellt gleich das Vorwort klar. Es ist ein Buch vor allem für Menschen zwischen den Geschlechtern, aber auch wer sich eindeutig als männlich ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Philadelphia Pa.: Xlibris Corp., 2001; ISBN: 1401027199</p>

<p>&#8220;Hermaphrodeities&#8221; ist eins der ganz seltenen Bücher zum Thema &#8220;transgender und Spiritualität&#8221;. Über transgender, nicht schwullesbische Fragen; daß das zwei vollkommen verschiedene Paar Schuhe sind, stellt gleich das Vorwort klar. Es ist ein Buch vor allem für Menschen zwischen den Geschlechtern, aber auch wer sich eindeutig als männlich oder weiblich einordnet, kann daraus was mitnehmen.</p>

<p>Dieses Buch macht klar, daß es so viele Wege gibt, die althergebrachte männlich-weiblich-Dichotomie zu überschreiten, und so viele Arten, in denen sich Spiritualität, Geschlecht und Sexualität gegenseitig beeinflussen, daß es unmöglich ist, sie zu kategorisieren.<span id="more-36"></span></p>

<p>Kaldera stellt ein buntes Kaleidoskop von Mythen von den amerikanischen Ureinwohnern, aus Indien, von den Yoruba, aus der römischen und griechischen Mythologie zusammen, und entkräftet damit ganz beiläufig die Behauptung, Transsexualität sei ein modernes Phänomen. Die Mythologie wird ergänzt durch tonnenweise Anregungen für Diskussionsfragen, Kontemplation, Imagination, politische/soziale Arbeit und – last not least – Rituale. Einige der vorgeschlagenen Rituale und Aktivitäten brauchen ganz schön Mut und sind gut geeignet, liebgewonnene Ansichten über Geschlecht(er) und Sexualität durchzuschütteln; einige drehen sich um generelle Fragen von Geschlecht und Sexualität, während andere (z.B. Übergangsrituale) spezifisch für transgenders sind.</p>

<p>Es geht um so verschiedene Themen wie Intersexualität, den Übergang von männlich zu weiblich und umgekehrt, Crossdressing, Umgang mit dem Patriarchat, Heilung, community und Illusionen. Zu jedem Kapitel gehört ein Interview mit einem oder mehreren Menschen verschiedenen Geschlechts/verschiedener Sexualität und spiritueller Ausrichtung – eine wunderbare Demonstration der Vielfalt dessen, was zwischen männlich und weiblich alles lebt.</p>

<p>Spirituell liegt das Schwergewicht auf heidnischen Überzeugungen, aber ohne eine bestimmte heidnische Richtung zu bevorzugen.</p>

<p>“Hermaphrodeities” ist kein transgender-Coming Out-Buch und keine Einführung ins Heidentum. Um voll von diesem Buch zu profitieren, sollte man sich mit den Grundbegriffen von beidem schon etwas auskennen.</p>

<p>Die vorgestellten Rituale sind zum größeren Teil für Gruppen, die am besten sehr open minded sein sollten, nicht für Menschen, die allein arbeiten; die Diskussionsfragen setzen voraus, daß es überhaupt erstmal jemanden gibt, mit dem man sowohl transgender- als auch spirituelle Themen besprechen kann und möchte. Die Vorschläge für “outer world”, d.h. im weiteren Sinn politische Aktivitäten, sind bisweilen sehr spezifisch US-amerikanisch, in Europa muß, wer in dieser Hinsicht aktiv werden möchte, sich wohl auf ganz andere Bedingungen einstellen und eigene Ideen entwickeln.</p>

<p>Zusammenfassend: Ein interessantes und inspirierendes Buch, von dem eine deutsche Übersetzung ganz dringend zu wünschen wäre.</p>
<p class="wp-flattr-button"></p>]]></content:encoded>
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		<title>Christian de la Huerta: Coming Out Spiritually: The Next Step</title>
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		<pubDate>Mon, 06 Oct 2008 17:27:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>thursa</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Jeremy P. Tarcher, 1999, ISBN-10: 0874779669

Schwule, Lesben und Spiritualität? Lange war es undenkbar, das in einem Atemzug zu nennen. "Oh Gott, Religion! Teufelszeug, das uns Schwulen und Lesben immer Schuld und Ausgrenzung beschert.", zitiert die Siegessäule noch im Dezember 2006 - allerdings nicht unwidersprochen - die gängige Meinung ("Ich glaube schon", Siegessäule 12/2006, S. ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Jeremy P. Tarcher, 1999, ISBN-10: 0874779669</p>

<p>Schwule, Lesben und Spiritualität? Lange war es undenkbar, das in einem Atemzug zu nennen. &#8220;Oh Gott, Religion! Teufelszeug, das uns Schwulen und Lesben immer Schuld und Ausgrenzung beschert.&#8221;, zitiert die Siegessäule noch im Dezember 2006 &#8211; allerdings nicht unwidersprochen &#8211; die gängige Meinung (&#8220;Ich glaube schon&#8221;, Siegessäule 12/2006, S. 13-21).</p>

<p>Christian de la Huerta befaßt sich unerschrocken trotzdem mit dem Thema. Er nimmt in der queer community einen Mangel wahr: “What is lacking in the queer community [...] is a real sense of self.” Dieser Mangel liegt für ihn im Verlust der Spiritualität begründet.</p>

<p>Angesichts der Verfolgung und Diskriminierung, die Schwule und Lesben durch etablierte Religionen erfahren haben und immer noch erfahren, sei Religion ein &#8220;turnoff&#8221; für viele.<span id="more-32"></span> Jedoch werde dabei oft das Kind mit dem Taufwasser ausgeschüttet, viele brechen nicht nur ihre Bindungen an religiöse Institutionen, sondern versuchen auch, ihre Spiritualität loszuwerden.</p>

<p>Spiritualität definiert er als &#8220;persönliche Verbindung zu etwas, das größer ist als wir selbst&#8221; (S. 6), die unabhängig von institutionalisierter Religion ist.</p>

<p>Im Gegensatz zu der Verteufelung, die etablierte Religionsgemeinschaften Schwulen und Lesben entgegenbringen, demonstriert de la Huerta an einer Fülle von Beispielen, welche speziellen spirituellen Funktionen „gay people“ („gay“ hier im übergreifenden Sinn von „homosexuell“) in vielen Kulturen der Welt übernommen haben und noch übernehmen: vom revolutionären „catalytic transformer“ über „consciousness scouts“ und „shamans and priests“ bis zu „gatekeepers“, die die Tore zu anderen Welten geöffnet halten. Insgesamt zehn archetypische Rollen von Schwulen und Lesben diskutiert er im ersten Kapitel, das den Titel „Walking between Worlds“ trägt.</p>

<p>Das zweite Kapitel, “Coming In”, dreht sich dagegen erst einmal um das zutiefst Persönliche, um die Frage, wie man, ganz unabhängig von Institutionen und gesellschaftlichen Rollen, für sich selbst den richtigen spirituellen Weg findet. De la Huerta stellt hier verschiedene Wege der Meditation vor, aber auch Bewegungspraktiken wie Yoga, T’ai Chi, Qi Gong, Tanz oder Labyrinthgehen. Auch Atemarbeit, Körperarbeit und Entheogene werden gewürdigt.</p>

<p>Sexualität ist das Zentrum des dritten Kapitels (“The Faces of Passion”); hier geht es um die Frage, wie man zu einer gesünderen Sexualität finden kann. Hier macht sich die schwule Perspektive am deutlichsten bemerkbar, lesbische und bisexuelle Erfahrungen finden leider wenig Raum.</p>

<p>Das vierte Kapitel, „Coming Out“ ist thematisch recht disparat. Coming Out, sowohl das schwule/lesbische als auch Coming Out im Sinne von „sich innerhalb der schwullesbischen Community als spiritueller Mensch zeigen“, steht neben der Frage, wie man Spiritualität in sein Leben integrieren kann und neben Ansätzen für eine gelebte Spiritualität. Letztere rangieren von Dankbarkeit als Haltung über Lektüre und Wildniserfahrung bis zum Engagement als spirituellem Weg.</p>

<p>Äußerst interessant ist auch der erste Anhang: Hier hat de la Huerta detailliert aufgeschrieben, was verschiedene Religionen zum Thema Homosexualität zu sagen haben. Er berücksichtigt dabei nicht nur die großen Weltreligionen, sondern auch Taoismus, Native Americans, Voodoo und Santería, neopagane Anschauungen und Wicca; man erfährt aber auch von den Bestrebungen von Schwulen und Lesben innerhalb der großen Religionen. Ein weiterer Anhang mit Adressen von Organisationen und Anbietern, von denen allerdings die meisten in den USA ansässig sind, rundet das Buch ab.</p>

<p>Die Stärke dieses Buches ist seine allumfassende Perspektive ohne Werturteile. Eine Vielfalt an Erfahrungen wird ausgebreitet, Menschen aus sehr verschiedenen spirituellen Richtungen kommen zu Wort. Ein überaus lesenswertes Buch, besonders für Menschen, die noch auf der Suche nach einer ihnen angemessenen Art der Spiritualität sind.</p>
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