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	<title>riesenheim&#187; gender</title>
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	<description>ein blog über queer &#38; heidentum</description>
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		<title>riesencast Episode 1: Warum und wieso.</title>
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		<pubDate>Thu, 12 Apr 2012 20:40:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>thursa</dc:creator>
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		<description><![CDATA[update: Jetzt auch mit credits für die Musik. Die erste Episode ist eine nicht so kleine Erklärung zu meinem Projekt. Grund Nr. 1 für meinen heidnischen Podcast ist ganz simpel: es gibt halt nicht viele davon auf deutsch. Grund Nr. 2 ist abgrundtief komplex, ich verheddere mich in den Verflechtungen von Genderdiskursen, Religionskritik und meiner [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>update: Jetzt auch mit credits für die Musik.</strong></p>

<p>Die erste Episode ist eine nicht so kleine Erklärung zu meinem Projekt.<br />
Grund Nr. 1 für meinen heidnischen Podcast ist ganz simpel: es gibt halt nicht viele davon auf deutsch.<br />
Grund Nr. 2 ist abgrundtief komplex, ich verheddere mich in den Verflechtungen von Genderdiskursen, Religionskritik und meiner Wahrnehmung hexisch geprägter Frauenspiritualität und ringe damit, zu erklären, was das Heteronormative am im heidnischen Mainstream so oft verwendeten Göttin-Gott-Schema ist und wie mein persönlicher Ausweg aussah.<br />
Ich entschuldige mich dafür, daß das so lang geworden ist, aber kürzer und knackiger kriege ich das derzeit nicht hin.</p>

<p></p>

<p>Quellenangaben &amp; weitere Hinweise nach dem Link. <span id="more-423"></span></p>

<h3>Erwähnt werden:</h3>

<ul>
<li><a href="http://www.spirit-voice.de/">Spirit Voice Podcast</a></li>
<li><a href="http://sendungsarchiv.o94.at/showSeries.php/094se88">Witches on Air</a></li>
<li><a href="http://lucia.twoday.net/topics/Podcast/">Ruf der Geistertrommel</a></li>
<li>Scott Cunningham: <em>Wicca. Eine Einführung in weiße Magie</em>, Econ Ullstein List Verlag, 2001 (Originaltitel: <em>Wicca: A Guide for the Solitary Practitioner</em>, Llewellyn, 1989)  <a href="http://www.amazon.de/Wicca-Eine-Einf%C3%BChrung-weisse-Magie/dp/3548740146/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;qid=1334229020&amp;sr=8-1">Deutsche Ausgabe bei Amazon</a>, eine <a href="http://www.wurzelwerk.at/thema/buechertruhe34.php">Rezension</a></li>
<li>Der Artikel, den ich kritisiere: <a href="http://blog.wurzelwerk.at/?p=820">Macht der Polarität und Rose der Mysterien</a> von Sitara</li>
<li>Die Musik ist von <a href="http://wurzelfrau.de/">Wurzelfrau</a>, der Song am Schluß heißt <a href="http://soundcloud.com/wurzelfrau/from-the-goddess">From the Goddess</a>.</li>
</ul>

<h3>Was ich noch vergaß</h3>

<p>Eine Zeitlang sah mein Ausweg aus dem Gender-Dilemma so aus, daß ich im kultischen Kontext in männliche Rollen schlüpfte. Und ich wußte damals nicht genau, warum ich das tat, bis ich einmal nicht aktiv, sondern nur zuschauend beim &#8216;rituellen Drama&#8217; dabei war.<br />
Dem folgte ein Gefühl von Unbehagen, erst im Lauf der Tage und Wochen danach wurde mir klar: Wenn ich nur die Wahl hatte zwischen altbackenen Vorstellungen von Männlichkeit und altbackenen Vorstellungen von Weiblichkeit, waren die Bilder des Weiblichen, die mir da präsentiert wurden, mir noch ferner und fremder, hatten weniger mit meiner Lebenswelt zu tun als die Bilder von Männlichkeit &#8211; wozu dann doch die quasi-heteronormative Mechanik kam, daß diese &#8216;Männlichkeit&#8217; mir innerhalb dieses rituellen Frameworks weiterhin gestattete, Weiblichkeit zu begehren. Aber das Ganze biß sich eben so sehr mit den Annahmen, die ich in meinem Alltag bekämpfte, wo ich doch eher darauf aus war, an möglichst wenige Dinge ein Geschlechter-Etikett zu pappen, daß es sich doof anfühlte, im rituellen Kontext eine Rolle zu spielen, mit der ich mich sonst nicht identifizieren konnte. Denn sonst bin ich ja nicht butch-identifiziert und kämpfe auch tapfer gegen die Annahme, daß mein erotisches Begehren nach Weiblichkeit mich irgendwie männlicher machen würde.</p>

<p>Ach ja, und der Begriff von Natur ist mal eine eigene Podcastfolge oder ein eigenes Essay wert.</p>
 <p><a href="http://riesenheim.net/?flattrss_redirect&amp;id=423&amp;md5=01bf93bb3c48f90f43ad79d50927c205" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://riesenheim.net/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<itunes:subtitle>update: Jetzt auch mit credits für die Musik.

Die erste Episode ist eine nicht so kleine Erklärung zu meinem Projekt.
Grund Nr. 1 für meinen heidnischen Podcast ist ganz simpel: es gibt halt nicht viele davon auf deutsch.
Grund Nr. 2 ist abgrundtie[...]</itunes:subtitle>
		<itunes:summary>update: Jetzt auch mit credits für die Musik.

Die erste Episode ist eine nicht so kleine Erklärung zu meinem Projekt.
Grund Nr. 1 für meinen heidnischen Podcast ist ganz simpel: es gibt halt nicht viele davon auf deutsch.
Grund Nr. 2 ist abgrundtief komplex, ich verheddere mich in den Verflechtungen von Genderdiskursen, Religionskritik und meiner Wahrnehmung hexisch geprägter Frauenspiritualität und ringe damit, zu erklären, was das Heteronormative am im heidnischen Mainstream so oft verwendeten Göttin-Gott-Schema ist und wie mein persönlicher Ausweg aussah.
Ich entschuldige mich dafür, daß das so lang geworden ist, aber kürzer und knackiger kriege ich das derzeit nicht hin.



Quellenangaben &#38; weitere Hinweise nach dem Link. 

Erwähnt werden:


Spirit Voice Podcast
Witches on Air
Ruf der Geistertrommel
Scott Cunningham: Wicca. Eine Einführung in weiße Magie, Econ Ullstein List Verlag, 2001 (Originaltitel: Wicca: A Guide for the Solitary Practitioner, Llewellyn, 1989)  Deutsche Ausgabe bei Amazon, eine Rezension
Der Artikel, den ich kritisiere: Macht der Polarität und Rose der Mysterien von Sitara
Die Musik ist von Wurzelfrau, der Song am Schluß heißt From the Goddess.


Was ich noch vergaß

Eine Zeitlang sah mein Ausweg aus dem Gender-Dilemma so aus, daß ich im kultischen Kontext in männliche Rollen schlüpfte. Und ich wußte damals nicht genau, warum ich das tat, bis ich einmal nicht aktiv, sondern nur zuschauend beim &#8216;rituellen Drama&#8217; dabei war.
Dem folgte ein Gefühl von Unbehagen, erst im Lauf der Tage und Wochen danach wurde mir klar: Wenn ich nur die Wahl hatte zwischen altbackenen Vorstellungen von Männlichkeit und altbackenen Vorstellungen von Weiblichkeit, waren die Bilder des Weiblichen, die mir da präsentiert wurden, mir noch ferner und fremder, hatten weniger mit meiner Lebenswelt zu tun als die Bilder von Männlichkeit &#8211; wozu dann doch die quasi-heteronormative Mechanik kam, daß diese &#8216;Männlichkeit&#8217; mir innerhalb dieses rituellen Frameworks weiterhin gestattete, Weiblichkeit zu begehren. Aber das Ganze biß sich eben so sehr mit den Annahmen, die ich in meinem Alltag bekämpfte, wo ich doch eher darauf aus war, an möglichst wenige Dinge ein Geschlechter-Etikett zu pappen, daß es sich doof anfühlte, im rituellen Kontext eine Rolle zu spielen, mit der ich mich sonst nicht identifizieren konnte. Denn sonst bin ich ja nicht butch-identifiziert und kämpfe auch tapfer gegen die Annahme, daß mein erotisches Begehren nach Weiblichkeit mich irgendwie männlicher machen würde.

Ach ja, und der Begriff von Natur ist mal eine eigene Podcastfolge oder ein eigenes Essay wert.
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		<itunes:author>thursa</itunes:author>
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		<title>Status-Update &#8211; Buchprojekt und anderweitig</title>
		<link>http://riesenheim.net/2011/06/status-update-buchprojekt-und-anderweitig/</link>
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		<pubDate>Sat, 11 Jun 2011 16:09:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>thursa</dc:creator>
				<category><![CDATA[hinter den Kulissen]]></category>
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		<description><![CDATA[Da schrieb der eibensang letzthin was, das mich bewegte, auf diese Art, die nur er fertigbringt: &#8220;Wohin ich schau und maile: Einsamkeit und Angst zerfressen die Gemüter. Hinter den Fassaden: jederzeit der Abgrund. Selbst nicht unbetroffen von all dem Wahnsinn, maile ich Menschen Mut zu, die ich heimlich um ihre Fähigkeit beneide, wenigstens materiell durchzukommen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Da schrieb der <a href="http://www.eibensang.de/index.php/am-offenen-herzen/">eibensang</a> letzthin was, das mich bewegte, auf diese Art, die nur er fertigbringt:</p>

<blockquote>
  <p>&#8220;Wohin ich schau und maile: Einsamkeit und Angst zerfressen die Gemüter. Hinter den Fassaden: jederzeit der Abgrund. Selbst nicht unbetroffen von all dem Wahnsinn, maile ich Menschen Mut zu, die ich heimlich um ihre Fähigkeit beneide, wenigstens materiell durchzukommen (womit ich mich seit je schwertat).&#8221;</p>
</blockquote>

<p>In meinem Fall möchte ich dazusetzen: Erschöpfung, das Gefühl, zwischen viel zu vielen Dingen aufgerieben zu werden.<br />
Und ja, auch ich sitze in einem Zwiespalt fest: zwischen dem Bedürfnis, materielle Sicherheit zu haben (endlich einmal! nach langen, mühseligen Studienjahren, in denen ich ohne Netz und doppelten Boden gelebt habe) und einer tiefen Unzufriedenheit mit meiner derzeitigen  &#8211; im erweiterten Sinne materiellen &#8211; Situation.</p>

<p>Ich hatte mal einen Traum. Ich habe daran geglaubt, so fest, wie nur ein Mensch glauben kann. Und dann wurde er mir weggenommen. Ist einfach zerbrochen. Mittlerweile versuche ich, die Scherben, die ich wiederfinden konnte, zusammenzukleben. Bin noch auf der Suche nach einem Kleber, der das Ganze stark und stabil genug zusammenhält, diesen Traum, der, den Fesseln der Notwendigkeit, damit mein Brot zu verdienen, enthoben, anfängt, sich auszudehnen, in immer mehr Farben zu schillern, sich zu bewegen und zu tanzen. Sein Name: Sängerin sein.<br />
Manchmal zweifle ich an meinen Fähigkeiten, zweifle, ob ich je lerne, das, was mich bewegt, in Lieder zu formen, die auch andere sich gerne anhören &#8211; auf eine Art, mit der ich zufrieden sein kann. Und doch weiß ich: Musik machen, insbesondere Singen, macht mich glücklich. Auf eine urtümliche, physische Art. Das ist es, was ich als allererstes mit meinem Leben anfangen will. Das ist es, was mir die Großen geschenkt haben und das ist es, was ich der Welt geben kann.</p>

<p>Ich habe dagegen nicht darum gebeten, Aktivistin zu werden für eine Sache, die vielen so weit entlegen und abgefahren erscheint. <span id="more-351"></span>Ich wurde es zuerst aus meinem eigenen Schmerz heraus, aus dem Versuch heraus, meine eigene Haut aus Widersprüchen und Klischees zu retten, die mir zusetzten. Ich wurde es, weil ich das Gefühl hatte, daß das wichtig und notwendig ist, vielleicht für eine rein numerisch kleine Gruppe, die aber deshalb eben nicht vernachlässigbar ist. Ich wurde es, weil es mir seltsam erschien, daß sich (anscheinend) niemand anderes an diesen Widersprüchen reibt. Aber ich bin offenbar dazu berufen, mich an solchen Widersprüchen zu reiben, schreibend, in Gesprächen mit anderen, im Versuch, Rituale auf die Beine zu stellen&#8230;<br />
Schreiben, genauer gesagt: die geschrieben Analyse ist meine Waffe im Kampf gegen die allzu einfachen Gedankenkonstrukte, die Zeichen, Konventionen, Regeln werden, die Menschen einschränken und einander wie sich selbst Gewalt antun lassen: verbale, begriffliche, kulturelle, physische. In diesem Zusammenhang wurde ich unversehens Alliierte an vielerlei Schnittstellen. Schnittstellen zu Bewegungen und Kämpfen, bei denen ich immer wieder versucht bin, sie als dringlicher als meine eigene &#8220;Baustelle&#8221; anzusehen. Da &#8220;bei meinen Leisten&#8221; zu bleiben und mich nicht aufreiben zu lassen, erfordert Selbstbewußtsein.<br />
Ich mache das mit Liebe und Herzblut, aber auch immer wieder mit Zweifeln, und wenn etwas dabei an mir zehrt, dann sind es das Gefühl von Isolation und der nagende Zweifel, ob das überhaupt irgendeine Sau kratzt.</p>

<p>In meinem Kopf und in meinen Notizen liegt so vieles, was ich einmal angehen wollen würde. Themen für Texte, die aber Zeit bräuchten, Zeit für tiefe Gedanken, Zeit, in der mein Verstand fit ist (was er nach einem Acht-Stunden-Arbeitstag nicht ist). Zeit zum Recherchieren und Muße zum ungestörten Denken und Schreiben.<br />
&#8220;Hat nicht jemand mal ein Stipendium für ein Jahr Schreiben für mich?&#8221;, war ich in den letzten Monaten oft versucht zu flaxen. Ein Scherz, in dem ein Körnchen Wahrheit steckt.</p>

<p>Zur Zeit werde ich jedoch immer wieder daran erinnert, wer da die älteren Rechte hat. Wo meine Kraftquelle liegt. Die muß ich wieder und wieder pflegen &#8211; ganz abgesehen von den anderen, grundlegenderen Dingen, die Aufmerksamkeit und Zeit von mir wollen: etwa, daß ich mich genug bewege, hin und wieder auch mal einen Tag zum Nichtstun habe, oder dafür, Dinge ganz zu meinem eigenen Vergnügen zu tun.</p>

<p>Darum stecke ich auch mit meinem <a href="http://riesenheim.net/2009/07/call-for-contributions-queere-spiritualitaet-abseits-der-etablierten-religionen/">Buchprojekt</a> in einer Zwickmühle. Ich weiß nicht genau, wie ich damit weitermachen soll. <em>Daß</em> ich es machen will, steht außer Frage. Daß es wichtig ist, mir und <em>vielleicht</em> auch für andere: das ist mir vor ein paar Wochen vor Augen geführt worden. Nur wie lange es brauchen wird, welche Gestalt es am Ende annimmt, wie ich es veröffentliche: das alles ist noch unklar.<br />
Neben der Zeit- und Kraftsache stellen sich mir drei Probleme: Mir fehlt erstens das Gefühl dafür, ob überhaupt Interesse von anderer Seite als nur von meiner daran besteht; zweitens erscheint mir das Thema so vielgestaltig, daß es mir sehr schwer fällt, es zu strukturieren und abzugrenzen. Drittens ist die Versuchung auch groß, Dinge, die eigentlich dort hinein gehören würden, in Blogposts für dieses Blog zu packen: die Befriedigung stellt sich viel unmittelbarer ein (und die Unterscheidung, was denn nun dahin gehören würde und was in dieses Blog, ist nicht immer leicht zu treffen). Allerdings glaube ich, daß ich in einem Buch die Dinge besser in einem großen Zusammenhang darstellen kann, während ein Blog eher wie ein großer Zettelkasten ist: viele Einzelaspekte, aber in keiner Weise systematisiert. Beides richtig, beides gut, keins kann das andere ersetzen.</p>

<p>Gebt mir mal Feedback, wenn Euch dieses Projekt wichtig ist. Laßt mich mal wissen, was Euch bei diesem Projekt wichtig wäre. Ich mach das schließlich nicht nur zu meinem Vergnügen.</p>
 <p><a href="http://riesenheim.net/?flattrss_redirect&amp;id=351&amp;md5=ff4498b51a16dc8d9db6481ced4422e0" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://riesenheim.net/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Kurze queer-relevante Frage&#8230;</title>
		<link>http://riesenheim.net/2011/04/kurze-queer-relevante-frage/</link>
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		<pubDate>Mon, 25 Apr 2011 19:05:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>thursa</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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		<description><![CDATA[Ich darf demnächst in einer kleinen Runde einen Vortrag halten, den ich unter den Arbeitstitel &#8220;Geschlechter, Sexualitäten, Normen und was das mit Heidentum zu tun hat&#8221; gestellt habe. Ich rechne damit, daß ich ca. 20 Minuten bis eine halbe Stunde vortragen werde (wie lang die Diskussion wird, weiß ich noch nicht). Jetzt die Frage an [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich darf demnächst in einer kleinen Runde einen Vortrag halten, den ich unter den Arbeitstitel &#8220;Geschlechter, Sexualitäten, Normen und was das mit Heidentum zu tun hat&#8221; gestellt habe. Ich rechne damit, daß ich ca. 20 Minuten bis eine halbe Stunde vortragen werde (wie lang die Diskussion wird, weiß ich noch nicht). Jetzt die Frage an Euch, liebe Zulesende: Welche Fragen würden Euch interessieren? Was gehört in einen &#8220;queer 1&#215;1&#8243;-Vortrag hinein?</p>

<p>Und ja, wenn ein fertiger Text daraus wird, dann könnt Ihr ihn in einigen Wochen hier auch nachlesen.</p>
 <p><a href="http://riesenheim.net/?flattrss_redirect&amp;id=311&amp;md5=30532135222ccb212eb09a1491f00d94" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://riesenheim.net/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Ins Unreine gedacht: Queers und spirituelle Rollen</title>
		<link>http://riesenheim.net/2010/03/ins-unreine-gedacht-queers-und-spirituelle-rollen/</link>
		<comments>http://riesenheim.net/2010/03/ins-unreine-gedacht-queers-und-spirituelle-rollen/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 19 Mar 2010 23:15:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>thursa</dc:creator>
				<category><![CDATA[Essays]]></category>
		<category><![CDATA[gender]]></category>
		<category><![CDATA[queer]]></category>
		<category><![CDATA[rolle]]></category>

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		<description><![CDATA[Kennt Ihr das Phänomen des sogenannten &#8220;positiven Rassismus&#8221;? Das besagt, kurzgefaßt: man schreibt einer bestimmten Gruppe von Menschen, meistens ethnisch oder über die Hautfarbe definiert, pauschal eine bestimmte positive Eigenschaft oder Fähigkeit zu. Etwa wie &#8220;Schwarze sind die geborenen Entertainer&#8221; oder &#8220;Schwarze haben so ein tolles Rhythmusgefühl&#8221;. Naiv mag mensch sich jetzt fragen, was daran [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Kennt Ihr das Phänomen des sogenannten &#8220;positiven Rassismus&#8221;? Das besagt, kurzgefaßt: man schreibt einer bestimmten Gruppe von Menschen, meistens ethnisch oder über die Hautfarbe definiert, pauschal eine bestimmte positive Eigenschaft oder Fähigkeit zu. Etwa wie &#8220;Schwarze sind die geborenen Entertainer&#8221; oder &#8220;Schwarze haben so ein tolles Rhythmusgefühl&#8221;.</p>

<p>Naiv mag mensch sich jetzt fragen, was daran schlimm sein soll. Zwei Dinge: erstens baut es eine Erwartungshaltung auf &#8211; was etwa, wenn der Schwarze jetzt gar keine Lust hat, Entertainer zu sein, weil er etwa lieber in der &#8220;ernsten&#8221; Kunst was erreichen will? 
Und zweitens legt er auf eine bestimmte Rolle fest und kann durchaus Türen verbauen. <span id="more-109"></span></p>

<p>Im amerikanischen Theater der Zwanziger bis Dreißiger war es etwa so, daß das Showbiz für Schwarze noch härter war als für Weiße &#8211; aber eine Ausbildung, so die gängige Meinung, brauchten schwarze Künstler nicht: sie waren ja talentiert. Und sie blieben aufs Showbiz beschränkt &#8211; gängiger Meinung nach das, wofür ihr &#8220;natürliches Talent&#8221; sie prädestinierte. Meines Wissens dauerte es bis in die Fünfziger, bis z.B. schwarze Ballettänzer auf amerikanischen Bühnen auftraten.</p>

<p>Auch &#8220;positiver Rassismus&#8221; ist Rassismus. Auch &#8220;positiver Rassismus&#8221; schränkt ein, schubladisiert und weist Menschen Eigenschaften oder Fähigkeiten zu, die sie vielleicht nicht haben (wollen).</p>

<p>Was hat das mit der Überschrift zu tun?
Es hat damit zu tun, daß ich gerade einige Bücher zum Thema &#8220;Lesben, Schwule und Spiritualität&#8221; gelesen habe. Einige erwähnen, daß Menschen, die wir heute als homo- oder transsexuelle klassifizieren würden, in anderen oder vorchristlichen Gesellschaften bestimmte spirituelle Rollen übernommen hätten, etwa als Mittler zwischen den Welten, als Heiler und Schamanen. Einige (z.B. Urs Mattmann) schreiben LGBTQs besondere Begabungen und Talente zu, z.B. eine besondere Gastfreundlichkeit oder neue Wege der Fruchtbarkeit zu finden.</p>

<p>Ich persönlich habe einige Argumente dagegen, beziehungsweise ich meine: das mag zwar heilsam sein, wenn $mensch sich gerade aus Schuldgefühlen und Versuchen, sich zu verbiegen, befreit hat oder befreien muß, aber es trägt irgendwie auch Züge eines &#8220;positiven Heterozentrismus&#8221; &#8211; und gerade Mattmanns &#8220;Begabungen&#8221; sprechen für mich auch von einem nicht ganz überwundenen Minderwertigkeitsgefühl. (Ich mag ihm in einigen Punkten nicht ganz unrecht geben, meine aber, daß diese eventuell vorhandenen Begabungen nicht in irgendeiner &#8220;schwullesbischen Essenz&#8221; begründet liegen, sondern daß diese Sensibilitäten und Fähigkeiten der gesellschaftlichen Situation von Homosexuellen entspringen &#8211; und just diese Situation diversifiziert sich ja gerade mehr und mehr.)</p>

<p>Ich denke auch: es ist nicht gerechtfertigt, im Fall des Blicks auf <em>two spirit people</em> oder antike <em>gender variants</em> anderen Kulturen in dieser Weise unsere Sichtweise überzustülpen.</p>

<p>Was meint ihr, Betroffene oder Nichtbetroffene?</p>
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		<title>Die Riesen und ich, oder wie diese Seite zu ihrem Namen kam</title>
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		<pubDate>Sun, 04 Jan 2009 08:50:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>thursa</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Als ich gerade eingeschult war, wurde meine Mutter einmal zum Schuldirektor bestellt, der ihr dann in einem nahezu hysterischen Ton mitteilte: &#8220;Das Kind paßt sich nicht an!&#8221; Meine Mutter erzählte mir das mit einer gewissen Häme. Auch wenn ich nicht glaube und nie geglaubt habe, daß Anpassung etwas Erstrebenswertes ist, ist etwas Wahres daran. Ich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als ich gerade eingeschult war, wurde meine Mutter einmal zum Schuldirektor bestellt, der ihr dann in einem nahezu hysterischen Ton mitteilte: &#8220;Das Kind paßt sich nicht an!&#8221; Meine Mutter erzählte mir das mit einer gewissen Häme. Auch wenn ich nicht glaube und nie geglaubt habe, daß Anpassung etwas Erstrebenswertes ist, ist etwas Wahres daran. Ich war tatsächlich in meinem Leben oft eine Außenseiterin, habe mich gehaßt, seltsam, unverstanden und ausgeschlossen gefühlt. Fremdheit versus Zuhause-Sein: ein Lebensthema für mich.</p>

<p>Was hat das mit Riesen zu tun? Eine ganze Menge.</p>

<p>Die Riesen: das sind die ungezähmten und unbezähmbaren Kräfte der Wildnis. Riesenhafte Mächte sind nicht nur in der nordischen, sondern auch in der indischen und der griechischen Mythologie so etwas wie ein älteres Göttergeschlecht. Gerade in der nordischen Mythologie sind die Beziehungen zwischen Riesen, Asen und Wanen kein Schwarz-Weiß-Bild, sondern sehr komplexer Natur. Ein Aufsatz von Diana Paxson machte mich darauf aufmerksam, daß es bis in die Wikingerzeit hinein wahrscheinlich auch kultische Verehrung von Riesen gegeben hat<sup class='footnote'><a href='#fn-30-1' id='fnref-30-1'>1</a></sup> und brachte mich dazu, über diese Wesen, die im allgemeinen als Bedrohung der Ordnung, als unkontrollierbare, unzivilisierte und chaotische Mächte gesehen werden, neu nachzudenken.</p>

<p>Ich habe vom Herbst 2006 bis Sommer 2007 eine Phase heftigster Gefühle von Entfremdung, Seltsamkeit, Abwegig-Sein durchgemacht. Gefühle, die sich sehr intensiv um meine Spiritualität und ein Nicht-Zuhause-Sein in der Form von Frauen- und Göttinnenspiritualität, mit der ich mich bisher identifiziert hatte, drehten, aber auch mit meiner Sexualität zu tun hatten &#8211; ich kämpfte sehr mit den Vorstellungen von Männlichkeit und Weiblichkeit, die vielen Wegen, diese Spiritualität zu leben, innewohnten. Für mich waren diese Wege nicht gangbar, und zugleich stellte ich meine Zweifel, meine Kämpfe und mein heftiges Unwohlsein infrage. Stellte ich mich nur an? War ich übersensibel? Übermäßig pc, was <em>gender</em> anging? Warum verfing ich mich immer wieder in diesen aufreibenden Diskussionen um männlich und weiblich, maskulin und feminin und meine Unfähigkeit, mit diesen Begriffen zu leben, sie zu akzeptieren und zu gebrauchen, wie es anscheinend jeder andere tat? (Und diese Worte durchzogen mein ganzes Leben &#8211; bis in so alltägliche Verrichtungen hinein wie die Bedienung einer Bohrmaschine.) Warum hatte ich das Gefühl, daß weder die übliche &#8220;Frauenspiritualität&#8221; noch das Mainstream-Heidentum queeren Leuten gerecht wurde?</p>

<p>Und da kamen die Riesen ins Spiel. In meiner notorischen Nicht-Angepaßtheit, mit meinem Infragestellen von Begriffskonstrukten, die anscheinend jeder mit größter Selbstverständlichkeit verwendete, ja sie für die Wahrheit selbst hielt, in meinem Bedürfnis, blöde alte Stereotypen aufzulösen und dem heteronormativen Konsens subversiv zu Leibe zu rücken, fühlte &#8211; und fühle ich mich noch &#8211; den Riesen der nordischen Mythologie verwandt.
In dem Moment, als ich das Fremdsein, ja sogar das Gefühl des Nicht-ganz-menschlich-Seins erst einmal für mich akzeptiert hatte, entdeckte ich, daß darin Kraft steckt. Die sich übrigens wenige Tage, nachdem ich sie rituell akzeptiert hatte, in einer (bisher nicht wieder erreichten) Bestzeit auf 1000 Meter Schwimmen manifestierte.</p>

<p>Es waren letzten Endes genau die wilden Kräfte, ein See, ein Wald, eine Horde Wildsauen, die mir im Sommer 2007 bei einem útiseta das Gefühl, menschlich zu sein (und zwar, nach dem Status als Wesen, das die Erde bewohnt, zuerst einmal menschlich und dann alles andere), wiedergegeben haben. Trotzdem bin ich auch nach wie vor eine Riesenhafte.</p>

<p>Ich lebe also zwischen den Welten &#8211; eine Grenzgängerin, die auf Diplomatie angewiesen ist. Ein nicht ganz ungefährliches Unterfangen. Und doch waren und sind in vielen Kulturen Homosexuelle und &#8220;gender variants&#8221; diejenigen, deren besondere Gabe diese Art des Weltenwanderns ist: die Vermittlung zwischen der alltäglichen Welt und den &#8220;nichtalltäglichen Wirklichkeiten&#8221;.<sup class='footnote'><a href='#fn-30-2' id='fnref-30-2'>2</a></sup> Ich mag es nicht, auf eine &#8220;traditionelle Rolle&#8221;, sei die auch noch so ehrenvoll, festgeklopf zu werden. Doch hat mich diese Beobachtung ermutigt, mir das Recht zu diesem Weltenwandern zu nehmen.</p>

<p>So also kam ich zu meinem magischen Namen &#8211; und diese Seite, als meine persönliche Texte-Grube, dann später, als ich die Domain registrierte, mit zu dem ihren.</p>

<div class='footnotes'><div class='footnotedivider'></div><ol><li id='fn-30-1'>Diana Paxson: <a href="http://www.hrafnar.org/norse/utgard.html" target="_blank">Utgard. The Role of the Jotnar in the Religion of the North</a>, ursprünglich erschienen in: MOUNTAIN THUNDER 5, 1992 <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-30-1'>&#8617;</a></span></li><li id='fn-30-2'>Vgl. z.B. Jenny Blain: Nine Worlds of Seid Magic: Ecstasy and Neo-Shamanism in North-European Paganism, bes. das Kapitel zum Thema <em>ergi</em>. <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-30-2'>&#8617;</a></span></li></ol></div>
 <p><a href="http://riesenheim.net/?flattrss_redirect&amp;id=30&amp;md5=b8f38a3eba491b2beb384ece9f383431" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://riesenheim.net/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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