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	<title>riesenheim&#187; heidentum</title>
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		<title>Heidnische Praxis I: Priesterschaft? Ein paar Gedanken.</title>
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		<pubDate>Sat, 17 Jul 2010 16:15:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>thursa</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Angeregt einerseits durch Wurzelfraus Artikel &#252;ber spirituelle Basisdemokratie, andererseits durch eine Unterhaltung mit einer katholischen Bekannten, die &#252;ber Widerspr&#252;che in puncto Priesteramt f&#252;r Frauen stolperte, habe ich mir ein paar Gedanken gemacht, wie das denn so mit der Priesterschaft im Heidentum aussieht.
Denn irgendwie scheint dieser Titel oder seine &#196;quivalente &#8211; &#8220;Gode&#8221;, &#8220;Druide&#8221; etc. &#8211; auf [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Angeregt einerseits durch Wurzelfraus Artikel &#252;ber <a href="http://www.wurzelfrau.de/spirituelle-basisdemokratie/">spirituelle Basisdemokratie</a>, andererseits durch eine Unterhaltung mit einer katholischen Bekannten, die &#252;ber Widerspr&#252;che in puncto Priesteramt f&#252;r Frauen stolperte, habe ich mir ein paar Gedanken gemacht, wie das denn so mit der Priesterschaft im Heidentum aussieht.</p>
<p>Denn irgendwie scheint dieser Titel oder seine &#196;quivalente &#8211; &#8220;Gode&#8221;, &#8220;Druide&#8221; etc. &#8211; auf Heiden immer noch eine gewisse Anziehungskraft auszu&#252;ben.<br />
Nun kam ich aus einer Ecke, die Hierarchien jeder Art ablehnt (meine erste Begegnung mit dem Thema Hexen waren die B&#252;cher von Luisa Francia). In keiner Gruppe, in der ich je unterwegs war, gab es &#8220;Leiter&#8221; oder &#8220;Hohepriester&#8221;.  Ich meinte sogar manchmal das Gegenteil wahrzunehmen: Blo&#223; keine Hierarchie, keine Struktur, und damit ging manchmal eine Tendenz zur Desorganisation einher, die dann an den Nerven zehrt, wenn eine tats&#228;chlich etwas auf die Beine stellen, etwas tun m&#246;chte. (Spielregeln und Strukturen haben ihren Sinn. Wenn man nicht von selbst in eingefahrene Gleise, die allzu oft Machtstrukturen der etablierten Gesellschaft wiederspiegeln, verfallen will, dann mu&#223; man diese Regeln und Strukturen bewu&#223;t erarbeiten und regelm&#228;&#223;ig bis laufend revidieren. Das nur als Seitengedanke.)<br />
Demgegen&#252;ber gibt es au&#223;erhalb der feministischen Hexenkreise auch sehr formalisierte Hierarchien, etwa im Wicca, wo Initiationen und Grade vergeben werden und die Befugnisse (z.B. Rituale leiten, Leute ausbilden, eigene Coven gr&#252;nden) regulieren.</p>
<p><strong>Priesterschaft in der griechischen Antike</strong><br />
Demgegen&#252;ber war die Funktion der Priesterin, des Priesters oder was damit auch gleichgesetzt wird, in der vorchristlichen Welt wahrscheinlich oft unspektakul&#228;rer. <span id="more-145"></span>Zum Beispiel im antiken Griechenland: </p>
<blockquote><p>In der griechischen Antike war das Priesteramt genau das: ein Amt. Keine Berufung, keine Ausbildung, keine Weihe. Man kam zu diesem Amt auf verschiedene Weise, je nachdem, um welche religi&#246;se Einrichtung es sich handelte. Aber im Prinzip konnte jeder jede religi&#246;se Handlung durchf&#252;hren &#8211; auch Frauen und Sklaven. Das war durchaus nicht &#252;blich, in anderen L&#228;ndern wie zB Persien konnten nur die &#8220;magi&#8221; religi&#246;se Handlungen durchf&#252;hren.</p>
<p>Das griechische Priesteramt entstand ganz simpel aus der Rolle des Familienoberhauptes im Rahmen der privaten, famili&#228;ren Verehrung der G&#246;tter. Und da die Gemeinde die n&#228;chste gr&#246;&#223;ere soziale Einheit ist, war der Gemeindevorsteher dann auch in religi&#246;sen Belangen f&#252;r seine Leute zust&#228;ndig, wurde also zum &#8220;Priester&#8221;. Dies wurde dann in den gro&#223;en St&#228;dten mit demokratischer Regierungsform etwas schwierig, somit wurde immer einer der Magistraten zum Vorsteher f&#252;r eine bestimmte Festlichkeit ernannt. Praktischer Weise musste er f&#252;r diese Ehre die Feier aus eigener Tasche bezahlen. In Athen gab es nach der Erfindung der Demokratie trotzdem einen &#8220;K&#246;nig&#8221; (basileus), der f&#252;r die &#8220;traditionellen Opfer&#8221; zust&#228;ndig war (also sozusagen einen Sakralk&#246;nig). Nat&#252;rlich gab es im Bereich der Tempel und sonstigen Kultst&#228;tten fixes Personal, also &#8220;Priester&#8221; (hiereis, hiereiai), die f&#252;r die Einhaltung der richtigen Vorgehensweise beim Opfern zust&#228;ndig waren oder auch bei Orakelst&#228;tten f&#252;r die richtige Deutung des Orakels. Oft wurde das Priesteramt im Tempel innerhalb der Familie weiter vererbt. <sup class='footnote'><a href='#fn-145-1' id='fnref-145-1'>1</a></sup></p></blockquote>
<p><strong>Spirituelle &#8220;Experten&#8221;</strong><br />
Im wesentlichen stimmt die Behauptung: ich bin meine eigene Priesterin. Oder eher, ich brauche keinen Titel und keine Legitimation f&#252;r das, was ich spirituell so mache, f&#252;r das Weltenwandern und die Kommunikation mit denen in den anderen Welten.<br />
Es gibt jedoch Situationen, wo ich Leute frage, bei denen ich darauf vertraue, da&#223; sie mir mit ihrem Wissen und ihren F&#228;higkeiten helfen k&#246;nnen, und sei es nur, da&#223; sie nicht selbst in dem Schlamassel stecken, aus dem ich mich nicht an meinen eigenen Haaren ziehen kann.<br />
Wenn ich vor einem Problem stehe, wo ich &#8220;blinde Flecken&#8221; habe, ist es durchaus sinnvoll, da&#223; ich mir z.B. die Karten von jemand anderem legen lasse. Wenn ich etwa eine Visionssuche nach indianischem Vorbild machen m&#246;chte, dann wende ich mich an jemanden, der darin m&#246;glichst Erfahrung hat und auf eine Ausbildung zur&#252;ckgreifen kann. Oder wenn es um eine Zeremonie f&#252;r mich ginge, in der etwas mich betreffendes gefeiert wird (ein wohl vielen einsichtiges Beispiel: wenn ich etwa eine Hochzeitszeremonie wollte): das will ich einfach nicht als One-Woman-Show machen. Ich w&#228;hle da, wenn m&#246;glich, jemanden, den etwa Freunde empfehlen oder den ich pers&#246;nlich kenne. </p>
<p><strong>W&#252;rde ich gyðia sein wollen?</strong><br />
Die Rolle einer spirituellen Expertin zu &#252;bernehmen, w&#252;rde f&#252;r mich vor allem eine Verpflichtung bedeuten. Es w&#252;rde bedeuten, da&#223; ich, wenn jemand aus meiner Heilsgemeinschaft Bedarf hat, bereit bin, mein Wissen und meine &#220;bung f&#252;r ihn/sie einzusetzen &#8211; und das kann dann darin bestehen, da&#223; ich f&#252;r diese Person die Runen werfe, einen Gegenstand gestalte, einen Zauber wirke. Es kann hei&#223;en, da&#223; ich f&#252;r diese Person ein Lied, ein Gedicht, einen Text verfasse. Es kann bedeuten, da&#223; ich Faktenwissen vermittle. Es kann auch hei&#223;en, da&#223; ich ein Ritual entwerfe, gestalte, durchf&#252;hre, das nur zwei Personen beinhalten kann oder auch zwanzig, drei&#223;ig, f&#252;nfzig. Es w&#228;re f&#252;r mich ein Dienst an der Person, die mich darum bittet, und an der Gemeinschaft, aber keine Position irgendwelcher Autorit&#228;t oder Macht.</p>
<p>Oder, wie es <a href="http://eibensang.de">Duke</a> in bezug auf die Nornirs Aett formuliert:</p>
<blockquote><p>Wir “Ættlinge” haben keine “Priester” – wir haben einstimmig gew&#228;hlt sein m&#252;ssende Vertrauensleute, die kein Jota mehr Recht oder Befugnisse haben als andere Nasentr&#228;ger, sondern nur zus&#228;tzliche Pflichten der Gruppe gegen&#252;ber… jeder und jedem Einzelnen von uns. Wir, die Gruppe, gew&#228;hren unseren entsprechend Ambitionierten ggf. die gnadenvolle Anerkennung, f&#252;r die andern einige Dreckarbeit machen zu m&#252;ssen und nonstop Wache stehen zu d&#252;rfen f&#252;r das Wohl unserer kleinen “Allgemeinheit”. Und wehe, diese so Beauftragten zicken. DAS sind unsere Goden, Weiber wie Kerls… Und ben&#246;tigten wir die Kleiderordnung des B&#252;rgerstaates in unserem darin befindlichen Privathaufen, dann tr&#252;gen unsere Goden eher die leuchtorangenen Westen st&#228;dtischer Reinigungsbeauftragter als den hehren Schwarzkittel irgendwelcher Kirchenpfaffen. Spirituelle Deutungsbefugnis haben unsere Goden schon gar nicht! <sup class='footnote'><a href='#fn-145-2' id='fnref-145-2'>2</a></sup></p></blockquote>
<p>Ich pers&#246;nlich f&#252;hle mich im Moment zu dieser Rolle nicht berufen und f&#252;hle mich auch nicht in der Lage, diese Rolle angemessen auszuf&#252;llen. Es reicht mir, erst einmal mein eigenes Leben in dieser Hinsicht wie in anderer in den Griff zu bekommen.</p>
<p><strong>Die eigene Erfahrung ist unersetzlich</strong><br />
Der lebendige Kontakt mit den G&#246;ttern, das ist eine Sache, die nur ich allein erleben kann, eine Erfahrung, die niemand f&#252;r mich machen kann. Und sogar die begrifflichen Grundlagen, die ich meinen Gebeten, Ritualen, meinen schamanischen Reisen zugrundelege, sind solider, wo ich etwas durchdacht, gedreht, gewendet, von allen Seiten betrachtet, will sagen: mit meinem eigenen Kopf dran gearbeitet habe. Ohnehin gibt&#8217;s mein Heidentum ja nicht als fertiges Produkt, es &#228;hnelt eher einem Mosaik in fortw&#228;hrender Arbeit und in st&#228;ndiger Bewegung. Warum sollte ich also den Anspruch erheben, jemandem diese Erfahrungen und diese Arbeit abzunehmen?
<div class='footnotes'>
<div class='footnotedivider'></div>
<ol>
<li id='fn-145-1'>Hellenismos:now!, <a href="http://hellenismos.spireku.at/wiki/doku.php/artikel:priestertum">Artikel &#8220;Priestertum&#8221;</a> <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-145-1'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-145-2'>aus dem Aufsatz <a href="http://www.nornirsaett.de/mussen-wir-dran-glauben-teil-ii/">&#8220;M&#252;ssen wir dran glauben?&#8221;, Teil II</a> <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-145-2'>&#8617;</a></span></li>
</ol>
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		<title>Bibliographie aktualisiert</title>
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		<pubDate>Thu, 11 Jun 2009 13:20:43 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Mir sind da noch ein paar B&#252;cher genannt worden, die auf die Bibliographie zum Thema queer &#038; Heidentum geh&#246;ren &#8211; ich habe sie etwas erg&#228;nzt. (Und einige geh&#246;ren vielleicht runtergeschmissen, aber das tu ich ein andermal.)
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Mir sind da noch ein paar B&#252;cher genannt worden, die auf die <a href="http://riesenheim.net/rbh/qpaganbib.html">Bibliographie</a> zum Thema queer &#038; Heidentum geh&#246;ren &#8211; ich habe sie etwas erg&#228;nzt. (Und einige geh&#246;ren vielleicht runtergeschmissen, aber das tu ich ein andermal.)</p>
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		<title>Vorl&#228;ufige Bibliographie</title>
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		<pubDate>Sun, 31 May 2009 13:43:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>thursa</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich habe mir mal die M&#252;he gemacht, eine vorl&#228;ufige, unsortierte und noch keineswegs vollst&#228;ndige Bibliographie zum Thema queer und Spiritualit&#228;t zu machen. Sie ist nicht ausschlie&#223;lich heidnisch, hat aber einen heidnischen Fokus, einige B&#252;cher stehen auch noch auf meiner Leseliste. Aus Platz &#8211; und technischen Nervgr&#252;nden steht sie auf einer eigenen Seite.
Bei Interesse stelle ich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich habe mir mal die M&#252;he gemacht, eine vorl&#228;ufige, unsortierte und noch keineswegs vollst&#228;ndige <a href="http://riesenheim.net/rbh/qpaganbib.html">Bibliographie</a> zum Thema queer und Spiritualit&#228;t zu machen. Sie ist nicht ausschlie&#223;lich heidnisch, hat aber einen heidnischen Fokus, einige B&#252;cher stehen auch noch auf meiner Leseliste. Aus Platz &#8211; und technischen Nervgr&#252;nden steht sie auf einer eigenen Seite.</p>
<p>Bei Interesse stelle ich sie gerne auch als BibTeX/RIS-File zur Verf&#252;gung, bitte einfach per Mail (oder auf sonstigen bekannten Kontaktwegen) bescheidsagen.</p>
<p>Wer mir zu dem einen oder anderen noch nicht gelesenen Buch was sagen m&#246;chte oder einen hei&#223;en Tip hat, der noch nicht auf dieser Liste steht, kann hier gerne einen Kommentar hinterlassen.</p>
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		<title>Heidentum: Eine ganz pers&#246;nliche Darstellung</title>
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		<pubDate>Fri, 03 Oct 2008 20:23:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>thursa</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Diesen Text habe ich vor etwa zwei Jahren geschrieben &#8211; er bedarf sicher inzwischen einiger &#220;berarbeitungen, Aktualisierungen und Richtigstellungen. Aber ich stelle ihn mal, aus sozusagen dokumentarischen Gr&#252;nden, hier herein.
&#8220;Satan! Satan!&#8221; haben mir schon oft Leute nachgerufen, wenn sie mich mit einem Pentagramm um den Hals gesehen haben. Die (sehr christlich gepr&#228;gte) Freundin eines Freundes [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Diesen Text habe ich vor etwa zwei Jahren geschrieben &#8211; er bedarf sicher inzwischen einiger &#220;berarbeitungen, Aktualisierungen und Richtigstellungen. Aber ich stelle ihn mal, aus sozusagen dokumentarischen Gr&#252;nden, hier herein.</em></p>
<p>&#8220;Satan! Satan!&#8221; haben mir schon oft Leute nachgerufen, wenn sie mich mit einem Pentagramm um den Hals gesehen haben. Die (sehr christlich gepr&#228;gte) Freundin eines Freundes machte sich Sorgen, da&#223; ich Geister beschw&#246;ren k&#246;nnte, als sie mich eines Tages Karten legen sah. Dabei tragen viele Gothics das Pentagramm gar nicht als religi&#246;ses Statement, und die Karten funktionieren ohne jeglichen transzendenten Bezug. Es scheint, als riefen Symbole mit einer auch nur entfernt magischen Aura in unserer ach so aufgekl&#228;rten Zeit immer noch &#8211; oder wieder &#8211; ein altes Unbehagen wach, und das um so mehr, als heutige Menschen den Umgang mit dem, was ihr Alltagsbewu&#223;tsein nicht erfassen kann, in keiner Form mehr gew&#246;hnt sind.<span id="more-21"></span></p>
<p>Ich bin in einem Umfeld aufgewachsen, das von vielerlei religi&#246;sen Einfl&#252;ssen gepr&#228;gt war: Vorstellungen der amerikanischen Ureinwohner, Neue Hexen, Transzendentale Meditation, Hinduismus, Buddhismus, Neo-Sannyasins &#8211; das Christentum bekam ich lediglich &#252;ber den Religionsunterricht mit, den ich als Sch&#252;lerin an einem M&#228;dchengymnasium in katholischer Tr&#228;gerschaft besuchen mu&#223;te (was ich damals allerdings ganz interessant fand, denn wir hatten eine wirklich liebe Relilehrerin, die interessante Sachen mit uns durchnahm). Vor allem aber faszinierte mich schon damals die griechisch-r&#246;mische G&#246;tterwelt, die ich im Lateinunterricht kennenlernte.<br />
Langer Rede kurzer Sinn: Irgendwie stand f&#252;r mich nie in Frage, da&#223; es so etwas wie eine &#8220;transzendente Welt&#8221; gibt. Ich mag allerdings den Begriff &#8220;Transzendenz&#8221; nicht sonderlich: er konnotiert f&#252;r mich etwas von &#8220;Jenseits&#8221;, und gerade das Jenseits, der Himmel, die Erl&#246;sung au&#223;erhalb der Welt ist eine Vorstellung, die sich mit einer g&#246;ttlichen Natur (zumindest f&#252;r mich) nicht gut vertr&#228;gt. Lieber ist mir daher der Begriff der &#8220;nichtallt&#228;glichen Wirklichkeit&#8221;, der aus dem Neo-Schamanismus kommt. Wobei, was w&#228;re, wenn es selbstverst&#228;ndlicher Bestandteil unserer Realit&#228;t w&#252;rde, den Weltenbaum herauf und herunter zu reisen oder unseren Hausgeistern eine Ziggi und einen Kurzen zu spendieren &#8211; wie &#8220;nichtallt&#228;glich&#8221; w&#228;re diese Realit&#228;t dann noch?</p>
<h3>Heiden &#8211; ein schillernder Begriff</h3>
<p>&#8220;Paganus&#8221;, &#8220;Heide&#8221;, war in der r&#246;mischen Sp&#228;tantike die Bezeichnung f&#252;r einen Nichtchristen, der nicht Jude war. Der Begriff hatte anfangs nur eine Konnotation von L&#228;ndlichkeit, sp&#228;ter wurde ihm &#8211; teilweise bis heute &#8211; eine abwertende F&#228;rbung beigelegt.<br />
Als Heiden bezeichen sich heute auch manchmal AtheistInnen ohne Kirchenzugeh&#246;rigkeit. Diese Verwendung des Begriffs bezieht sich dann nur auf den Aspekt, keiner etablierten Religionsgemeinschaft anzugeh&#246;ren &#8211; etwas, das sie auf alle F&#228;lle mit vielen religi&#246;sen Heiden gemeinsam haben. Moderne Heiden sind aber nicht nur durch das zu beschreiben, woran sie nicht glauben. Obwohl das heidnische Feld ein gro&#223;es, heterogenes ist, in dem sich zahllose Gruppen, Gr&#252;ppchen und Einzelpersonen tummeln, l&#228;&#223;t sich doch einiges dar&#252;ber genau sagen.</p>
<h3>Naturreligion</h3>
<p>Modernes Heidentum ist eine Naturreligion: Die Natur ist das G&#246;ttliche, das G&#246;ttliche ist in der Natur zu finden. Das G&#246;ttliche ist in dieser Welt. Es gibt keinen Gegensatz zwischen G&#246;ttern und der Welt; das Heil ist nicht jenseits dieser Welt zu finden, sondern genau in ihr. Darum wird das moderne Heidentum von manchen Religionswissenschaftlern als &#8220;Diesseitsreligion&#8221; beschrieben. Ein Begriff, der f&#252;r meine Ohren einen etwas pejorativen Beiklang hat: Da klingt das abwertende Diktum von der &#8220;Spa&#223;gesellschaft&#8221; mit, da assoziiere ich Materialismus und Egotrips. Und tats&#228;chlich: der K&#246;rper, Sinnlichkeit, Lebensfreude und Lust (ob am Sex, am Essen, an Musik oder auch mal an einem Gewitterregen) sind Heiden heilig. Den meisten (von den braunen Odinskatholiken mal zu schweigen, keine Ahnung, wie&#8217;s bei denen aussieht. Ich will&#8217;s gar nicht wissen). Das mag f&#252;r strenge Christen ein Schlag ins Gesicht sein, ist doch vieles, was Heiden heilig ist, ihnen eine S&#252;nde. Heiden sind aber mitnichten Satanisten, die das, was im Christentum aus dem Ritual und aus dem Bereich des Heiligen verdammt wurde, nur deswegen zelebrieren, weil es eben Christen als S&#252;nde gilt. Nat&#252;rlich gibt es eine Menge Heiden, die christlich erzogen worden sind und sich davon erst einmal freimachen m&#252;ssen. Und Heiden verehren nicht nur die &#8220;lichten&#8221; Aspekte der vielf&#228;ltigen g&#246;ttlichen Wesen. Was aber gut und was b&#246;se ist &#8211; wer bestimmt das letztendlich? Und wonach? Auch destruktive M&#228;chte haben in der heidnischen Weltsicht ihre Notwendigkeit, ihren Platz und sogar ihre guten Seiten.<br />
Viele Heiden gehen auch davon aus, da&#223; es Wesen gibt, die sich unserer allt&#228;gliche Wahrnehmung meistens entziehen, wie Geister oder Feen, und da&#223; Menschen mit diesen Wesen zusammenleben, ja sogar kooperieren k&#246;nnen &#8211; eine Auffassung, die quer zu modernem Rationalismus steht und doch irgendwie sein verdr&#228;ngtes Anderes zu sein scheint.</p>
<h3>Von G&#246;ttern und Menschen</h3>
<p>Es gibt soviele Spielarten der heidnischen Religion, wie es Heiden gibt, k&#246;nnte ich jetzt sagen. Heiden k&#246;nnen pan(en)theististisch sein (es gibt eine universale g&#246;ttliche Kraft, die in allem wirkt) oder polytheistisch (es gibt viele G&#246;tter) oder auch viele Schattierungen dazwischen einnehmen. Sie k&#246;nnen G&#246;tter als Symbole begreifen oder als tats&#228;chlich vorhandene Wesen. Zum weitgespannten heidnischen Feld geh&#246;ren aber auch Leute, die sich mehr an schamanischen und animistischen Vorstellungen orientieren und f&#252;r die G&#246;ttinnen und G&#246;tter weniger bedeuten. Heiden k&#246;nnen sich auf die Mythologie einer bestimmten Kultur beschr&#228;nken oder eklektisch arbeiten, das hei&#223;t, Wesenheiten aus verschiedensten Kulturen in ihre Praxis einbeziehen. Sie k&#246;nnen vorgeben, traditionell zu arbeiten (was meines Erachtens problematisch ist, da wir nur in den Ausnahmef&#228;llen, in denen eine polytheistische oder animistische Tradition bis heute &#252;berlebt hat &#8211; was meist den einigen Zeitgenossen unangenehmen Nebeneffekt hat, da&#223; man sie sich nicht einfach beliebig aneignen kann &#8211; wirklich Gesichertes &#252;ber solche Traditionen wissen), oder sich ganz klar bewu&#223;t sein, da&#223; ihre Religion eine Neusch&#246;pfung ist.</p>
<p>Soviel als erste, wirre Gedanken zu dem Thema. To be continued&#8230;</p>
<h2>Links zum Thema</h2>
<p><a href="http://www.rabenclan.de/" target="_blank">Der Rabenclan</a></p>
<p><a href="http://www.nornirsaett.de/" target="_blank">Nornirs Aett</a> &#8211; &#8220;Asatrú zum Selberdenken&#8221;</p>
<p><a href="http://www.derhain.de/" target="_blank">Der Hain</a> &#8211; ein kleines, nicht allzu oft upgedatetes Projekt, das aber interessante, kritische Texte zum Thema Heidentum bietet</p>
<p><a href="http://www.eibensang.de/" target="_blank"> eibensang.de</a> &#8211; die HP von Duke Meyer, einem Menschen, der wunderbar poetische Interpretationen der germanischen G&#246;tter schreibt und herrlich bissige Texte &#252;ber braune Zeitgenossen und andere Danebenheiten</p>
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