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	<title>riesenheim&#187; lesbisch</title>
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		<title>Nachtrag zu &#8220;Ich bin Muslima, ich bin lesbisch&#8221;</title>
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		<pubDate>Mon, 13 Dec 2010 19:37:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>thursa</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der Fernsehbeitrag, den ich im letzten Post erwähnt habe, war interessant und kann hier nachgeschaut werden. Doch einen Kritikpunkt habe ich:
Ethnie, Kultur und Religion - das bildet in diesem Beitrag eine Gemengelage, die nicht zu entwirren ist. Leider erfuhr ich auch nicht: Die Frau, deren Geschichte da erzählt wird - lebt sie irgendeine Spiritualität? ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Fernsehbeitrag, den ich im letzten Post erwähnt habe, war interessant und kann <a href="http://medien.wdr.de/download/1291928400/frautv/wdr_fernsehen_frautv_20101209.mp4">hier</a> nachgeschaut werden. Doch einen Kritikpunkt habe ich:
<strong>Ethnie, Kultur und Religion</strong> &#8211; das bildet in diesem Beitrag eine Gemengelage, die nicht zu entwirren ist. Leider erfuhr ich auch nicht: Die Frau, deren Geschichte da erzählt wird &#8211; lebt sie irgendeine Spiritualität? Was bedeutet ihr der Islam, hat sie sich vollkommen davon distanziert, ist das für sie nur das Sittengesetz, nach dem die türkische Community lebt, vor der sie ihrer Familie zuliebe ihr Lesbischsein verbirgt?
Religion erscheint da wieder einmal als unwandelbarer Block, mit dem als Homosexuelle/r keine Verhandlung möglich ist, wo Lesben und Schwule keine eigene Handlungsmacht haben außer: jegliche Religion abzulehnen.
Es ist verdienstvoll, daß überhaupt im Fernsehen über Lesbischsein gesprochen wird, und dann auch im Zusammenhang mit dem Islam. Differenzierung wäre jedoch wünschenswert.</p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://riesenheim.net/?flattrss_redirect&amp;id=246&amp;md5=e8354cd541b3bc3daab4ce50cafbe3d6" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://riesenheim.net/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>TV-Tip: &#8220;Ich bin Muslima, ich bin lesbisch&#8221;</title>
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		<pubDate>Mon, 06 Dec 2010 19:14:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>thursa</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Normalerweise geht’s hier ja um Spiritualität abseits der etablierten Religionen, doch auf diesen TV-Beitrag bin ich gespannt:  Donnerstag, 9.12.2010, 22:00-22:30 Uhr   Wiederholung: Montag, 13.12.2010, 11:30-12:00 Uhr    frauTV, Thema &#34;Ich bin Muslima, ich bin lesbisch&#34;    im WDR]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Normalerweise geht’s hier ja um Spiritualität abseits der etablierten Religionen, doch auf diesen TV-Beitrag bin ich gespannt:</p>

<p>Donnerstag, 9.12.2010, 22:00-22:30 Uhr   <br />Wiederholung: Montag, 13.12.2010, 11:30-12:00 Uhr    <br />frauTV, Thema &quot;<a href="http://www.wdr.de/tv/frautv/sendungsbeitraege/2010/1209/thema_1.jsp">Ich bin Muslima, ich bin lesbisch</a>&quot;    <br />im WDR</p>
<p class="wp-flattr-button"></p>]]></content:encoded>
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		<title>Gelesen: Urs Mattmann, Coming In. Spiritualität für Schwule und Lesben</title>
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		<pubDate>Sun, 15 Aug 2010 15:14:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>thursa</dc:creator>
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		<category><![CDATA[christentum]]></category>
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		<description><![CDATA[Religion, gerade in christlichen Ausprägungen, ist für viele Schwule und Lesben ein rotes Tuch. Vielen erscheint es als die einzige vernünftige Wahl, mit dem Coming Out alle Religiosität über Bord zu werfen und sich fortan einem diesseitig-hedonistischen Leben ohne spirituelle Dimension zu verschreiben. Abgesehen davon, daß das, wie Christian de la Huerta (sein Buch ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Religion, gerade in christlichen Ausprägungen, ist für viele Schwule und Lesben ein rotes Tuch. Vielen erscheint es als die einzige vernünftige Wahl, mit dem Coming Out alle Religiosität über Bord zu werfen und sich fortan einem diesseitig-hedonistischen Leben ohne spirituelle Dimension zu verschreiben. Abgesehen davon, daß das, wie Christian de la Huerta (sein Buch wurde hier <a href="2008/10/christian-de-la-huerta-coming-out-spiritually-the-next-step/">bereits rezensiert</a>) es formuliert, bedeutet, das Kind mit dem Taufwasser auszuschütten, übersieht man in dieser Haltung leicht, daß viele christliche Geistliche mittlerweile keine theologische Rechtfertigung für Homophobie mehr sehen. 
Dies ist die Voraussetzung, auf der Urs Mattmann, selbst schwuler Geistlicher und Therapeut, seine &#8220;Spiritualität für Schwule und Lesben&#8221; aufbaut. Um die theologische Rechtfertigung geht es in seinem Buch nicht. Für Mattmann ist Homosexualität ein Potential, mit dem &#8220;besondere Berufungen, Qualitäten und Aufgaben für homosexuelle Menschen in ihrer Entfaltung und am Dienst an der Welt impliziert sind&#8221;. Ihm geht es um eine gelebte Spiritualität:</p>

<blockquote>In den Gottesdiensten der Lesbischen und Schwulen Basiskirche in Basel (LSBK), die ich seit Jahren mitgestalte und in den Seminaren und Retraitenwochen meines &#8220;Projektes&#8221; C-Queer &#8211; Schwule und Lesben in christlicher Spiritualität kommt mir von lesbischen Frauen und schwulen Männern eine Sehnsucht entgegen. Eine Sehnsucht von Menschen, die ihre Sexualität bejahen, eine relevante Form von Glauben suchen und einen spirituellen Weg gehen wollen. (S. 15)
</blockquote>

<p>In zwölf Kapiteln entfaltet sich ein Themenspektrum von Homosexualität als Potenzial über &#8220;Coming Out als Sakrament&#8221; und den Umgang mit spezifisch schwullesbischen Verletzungen (vor allem durch Homophobie), gelebte Sexualität bis hin zu &#8220;Coming In&#8221; (meditative oder mystische Selbstbegegnung, als Gelegenheit, dem &#8220;Höheren Selbst&#8221; Raum zu geben und dadurch Rollenzwänge und destruktive Lebensmuster loszulassen), zum &#8220;Christusweg für Schwule und Lesben&#8221; und zu Formen spiritueller Gemeinschaften (auch dieses Kapitel ist sehr christentums-spezifisch und so vielleicht noch für Anhänger_innen anderer etablierter Religionen brauchbar &#8211; wer seine Spiritualität außerhalb etablierter Strukturen lebt, wird selbst herausfinden müssen, welche Optionen es in puncto Gemeinschaft gibt). <span id="more-166"></span>Eine Adressen- und eine kommentierte Literaturliste runden das Buch ab. Es ist überdies als Arbeitsbuch angelegt, jedes Kapitel endet mit Fragen zur Reflexion, Übungen und Gebeten.</p>

<p>Mattmann schöpft in diesem sehr persönlichen Buch immer wieder aus seiner eigenen Erfahrung. Daß er auch vor dem Hintergrund seiner eigenen evangelikalen Kindheit sich mit der Problematik fundamentalistischer Gruppen auseinandergesetzt hat, läßt den Eindruck entstehen, daß er zumindest in den protestantischen Denominationen die Problematiken kennt. (Katholische Zustände werden leider kaum diskutiert.) Es scheint hier und da auch durch, daß die Schweizer Zustände, von denen Mattmann berichtet, sich von denen des deutschen Protestantismus merklich unterscheiden.</p>

<p><strong>Zur Kritik</strong>
Es geht in &#8220;Coming In&#8221; ausschließlich um sexuelle Orientierung. Die Differenzierung zwischen lesbischen und schwulen Erfahrungen wird kaum berücksichtigt, Fragen nach Geschlechtsidentität bzw. gender geraten ebenfalls kaum ins Blickfeld. &#8220;Queer&#8221; wird als Synonym für &#8220;lesbisch und schwul&#8221; verwendet, Bisexualität und trans* erfahren keine Würdigung. Beim Thema Beziehungen wird die christliche Werteperspektive überdeutlich; die  monogame Dauerbeziehung scheint ihm neben einem aus Berufung gelebten Zölibat leider die einzig heilige und auf Dauer gesunde Option zu sein.
Es stellt sich auch die Frage, ob der Ansatz &#8220;Homosexualität als Potenzial&#8221; nicht problematisch essentialistisch ist, d.h. Schwule und Lesben auf eine Wesenhaftigkeit festlegt, die so vielleicht gar nicht zutreffend ist. (Siehe dazu meine Kritik am Gedanken spezifischer sozialer und spiritueller Rollen für Lesben und Schwule.) Mir stellt sich an diesem Punkt die Frage, wie problematisch oder unproblematisch der Gedanke einer fluiden Sexualität &amp; Geschlechtsidentität mit unscharfen Grenzen für Mattmann wäre.</p>

<p>Für mich als heidnische Leserin war die eindeutig christliche Perspektive über weite Strecken recht schwer verdaulich, obwohl das Buch sich mit einiger &#8220;Übersetzungsarbeit&#8221; sicher auch jenseits des Christentums als Arbeitsbuch gebrauchen läßt.
Interessant scheint mir jedoch der Gedanke, Coming Out als Sakrament zu feiern, den ich für mich übersetze: Coming Out spirituell begleiten und rituell, als Übergang, zu feiern.</p>

<p><strong>Fazit</strong>
&#8220;Coming In&#8221; hat das Verdienst, im deutschsprachigen Raum ein Pionierwerk zu sein. Trotz der auf das Christentum eingeschränkten Perspektive ist es ein Arbeitsbuch, das gerade schwulen und lesbschen Einsteiger_innen auf dem Gebiet der Spiritualität hilfreich sein kann  &#8211; wenn man denn bereit ist, als Nicht-Christ_in eine gewisse &#8220;Übersetzungsarbeit&#8221; zu leisten. Bi- und transsexuelle Leser_innen könnten sich von der auf Schwule und Lesben fokussierten Perspektive und von der essentialistischen Sichtweise eher nicht angesprochen fühlen.</p>

<p><strong>Bibliographische Angaben</strong>
<a href="http://www.amazon.de/gp/product/3466366070?ie=UTF8&#038;tag=camilkutznsch-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=19454&#038;creativeASIN=3466366070">Coming In. Spiritualität für Schwule und Lesben</a><img src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=camilkutznsch-21&#038;l=as2&#038;o=3&#038;a=3466366070" width="1" height="1" border="0" alt="" style="border:none !important; margin:0px !important;" /> (Amazon-Partnerlink), Kösel 2002</p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://riesenheim.net/?flattrss_redirect&amp;id=166&amp;md5=54c79f38a508db53734c8e4c0a5aa15a" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://riesenheim.net/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Gelesen: Kimeron N. Hardin, The Gay &amp; Lesbian Self Esteem Book</title>
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		<pubDate>Tue, 27 Jul 2010 04:30:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>thursa</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Selbstwertgefühl, könnte man meinen, ist eigentlich für fast jeden Menschen in unseren westlichen Kulturen ein Thema. Muß es da ein explizit schwullesbisches Buch zu diesem Thema geben? Kimeron N. Hardins Antwort in"The Gay and Lesbian Self-Esteem Book" (Amazon-Partnerlink) ist: Ja, denn die Selbstwertprobleme, mit denen sich Schwule und Lesben auseinandersetzen, sind oft durch spezifische ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Selbstwertgefühl, könnte man meinen, ist eigentlich für fast jeden Menschen in unseren westlichen Kulturen ein Thema. Muß es da ein explizit schwullesbisches Buch zu diesem Thema geben? Kimeron N. Hardins Antwort in&#8221;<a href="http://www.amazon.de/gp/product/1572241314?ie=UTF8&#038;tag=riesenheim-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=19454&#038;creativeASIN=1572241314">The Gay and Lesbian Self-Esteem Book</a><img src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=riesenheim-21&#038;l=as2&#038;o=3&#038;a=1572241314" width="1" height="1" border="0" alt="" style="border:none !important; margin:0px !important;" />&#8221; (Amazon-Partnerlink) ist: Ja, denn die Selbstwertprobleme, mit denen sich Schwule und Lesben auseinandersetzen, sind oft durch spezifische gesellschaftliche Mechanismen bedingt. Darüber hinaus sei das Selbstwertgefühl von Schwulen und Lesben mehr als das von Heterosexuellen ständig unter Belagerung.</p>

<p>Ein gesundes Selbstwertgefühl kann, so Hardin, ganz wesentlich dazu beitragen, mit Beziehungen und Gefühlen konstruktiv umzugehen, das eigene Potential zu entfalten, selbstzerstörerisches Verhalten zu vermeiden, Belastungen auszuhalten sowie Entscheidungen zu treffen, die von realistischer Wahrnehmung, Selbstvertrauen und Autonomie statt vom Weg des geringsten Widerstandes, Ängsten oder verinnerlichten Zwängen geprägt sind. Es macht auch, so impliziert das Buch, resistenter gegen die spezifischen Belastungen, denen Lesben und Schwule in einer immer noch heterozentristischen <sup class='footnote'><a href='#fn-160-1' id='fnref-160-1'>1</a></sup> gesellschaftlichen Situation ausgesetzt sind. Diese Resistenz macht politische Aktion jedoch nicht unnötig, im Gegenteil: sie kann Ausdruck gesunden Selbstbewußtseins sein, ja sogar helfen, dieses erst herzustellen. <span id="more-160"></span></p>

<p>Hardins theoretische Basis ist die kognitive Verhaltenstherapie. Auf der Basis dieses Modells leitet sein Buch dazu an, wie man den eigenen destruktiven Selbstgesprächen, die eine gesunde Selbstliebe unterminieren, auf die Spur kommt, wie man prägende Einflüsse aufdecken und ihre Macht verringern kann, wie man das unbewußte Regelwerk, nach dem man sein Leben führt, Schritt für Schritt bewußt verändern kann. Aber auch Techniken, um lange unterdrückte Emotionen zu ihrem Recht kommen zu lassen, haben ihren Platz, ebenso wie Erläuterungen zu Systemen, die jeden Menschen in westlichen Gesellschaften irgendwann geprägt haben: Erziehung, Schule, peer groups, Medien und Politik. Ein eigenes, sehr differenziertes Kapitel ist Spiritualität und Religion gewidmet und ein letztes gibt denen, die an der Überwindung von Selbstwertproblemen mit der Hilfe eines/r TherapeutIn arbeiten wollen, Rat zur Suche nach geeigneten Profis.</p>

<p>Daß im Titel nur von &#8220;Gay &amp; Lesbian&#8221; die Rede ist, ist tatsächlich korrekt, denn Trans* und Bisexuelle werden nicht erwähnt &#8211; in ersterem Fall wird es sicherlich der Tatsache gerecht, daß die Selbstwertproblematiken von Trans* möglicherweise abermals anders gelagert sind; daß Bisexuelle außen vor bleiben, ist jedoch schade.
Angenehm an Hardins Buch ist die Nachvollziehbarkeit der Erklärungen; man merkt, daß er auf dem Boden sowohl psychotherapeutischer Erfahrung als auch einer wissenschaftlichen Grundlage steht. Seine Sprache ist klar und alltagsnah und auch nicht-muttersprachlichen Leser_innen verständlich. Esoterische Wolkigkeit, Schuldzuweisungen oder Stereotypen fehlen wohltuend.
Positiv aufgefallen ist mir auch, daß er eine Balance zwischen den positiven Seiten schwullesbischer Communities und der Kritik an ihnen wahrt; dies alles auf eine Weise, die sich auf die Evidenz aus zahlreichen Fallbeispielen stützt.</p>

<p>&#8220;The Gay &amp; Lesbian Self Esteem Book&#8221; ist ein Arbeitsbuch, für das mensch sich Zeit nehmen sollte. Um es wirklich zu nutzen, braucht es nicht nur Geduld, sondern auch die Bereitschaft, die vorgeschlagenen Reflexionen und Übungen regelmäßig zu machen.
Man merkt dem Buch an, daß die gesellschaftliche Situation in Amerika eine andere ist: Nicht nur die Empfehlungen zur Suche nach TherapeutInnen oder das Kapitel über Religion und Spiritualität unterscheiden sich sehr (und nicht unbedingt positiv) von den deutschen Verhältnissen. Würde dieses überaus hilfreiche Buch ins Deutsche übersetzt (was sehr zu wünschen wäre), wäre eine Anpassung der genannten Kapitel an hiesige Verhältnisse wünschenswert.</p>

<p>Für jeden, der den Mut, die Disziplin und die Ausdauer hat, an sich zu arbeiten, und wenig Mühe damit hat, auf Englisch zu lesen, bietet dieses Buch eine brauchbare und pragmatische Anleitung zur Selbsthilfe.</p>

<p>Hier die bibliographischen Daten noch einmal:
Hardin, Kimeron N., <strong>The Gay and Lesbian Self-Esteem Book: A Guide to Loving Ourselves</strong>. New Harbinger Publications, 1999.</p>

<div class='footnotes'><div class='footnotedivider'></div><ol><li id='fn-160-1'>Den Begriff &#8220;Heterozentrismus&#8221; prägt Hardin für das Verhalten der Mehrheitsgesellschaft, die nicht-heterosexuelle Lebensweisen nach Kräften ignoriert und nicht wahrnehmen will. <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-160-1'>&#8617;</a></span></li></ol></div>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://riesenheim.net/?flattrss_redirect&amp;id=160&amp;md5=bbe87c06378956f0d2183d112dbc9434" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://riesenheim.net/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Call for Contributions: Queere Spiritualität abseits der etablierten Religionen</title>
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		<pubDate>Sun, 05 Jul 2009 08:05:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>thursa</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich trage mich schon seit einiger Zeit mit dem Vorhaben, ein Buch über/von/für queers auf naturspirituellen Wegen zu schreiben bzw. herauszubringen.

Warum? Ich habe den Eindruck, die öffentliche Debatte in der queeren Community über Religion/Spiritualität ist dominiert a) überhaupt von den etablierten Religionen, b) besonders seit 9/11 vom Reden über Diskriminierung und (nicht nur islamischen) ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich trage mich schon seit einiger Zeit mit dem Vorhaben, ein Buch über/von/für queers auf naturspirituellen Wegen zu schreiben bzw. herauszubringen.</p>

<p>Warum? Ich habe den Eindruck, die öffentliche Debatte in der queeren Community über Religion/Spiritualität ist dominiert a) überhaupt von den etablierten Religionen, b) besonders seit 9/11 vom Reden über Diskriminierung und (nicht nur islamischen) Fundamentalismus und c) besonders im Fall von Christentum, Islam und Judentum von Apologetik, d.h. von einer theologischen Rechtfertigung der Homosexualität (auch wenn einzelne christliche Autoren<sup class='footnote'><a href='#fn-77-1' id='fnref-77-1'>1</a></sup> diese Verengung kritisieren). Die Option, Spiritualität selbst zu gestalten, sowie alternative spirituelle Wege werden kaum wahrgenommen, und für viele queers scheint die einzig praktikable Haltung zu sein, Religion &#8211; und in einer weitverbreiteten Verwechslung auch alles Spirituelle &#8211; abzulehnen, um Ausgrenzung oder moralischem Abqualifiziertwerden zu entgehen.<sup class='footnote'><a href='#fn-77-2' id='fnref-77-2'>2</a></sup> Dabei beschreiben mehrere Autoren auch eine tiefe Sehnsucht von Lesben und Schwulen nach einer gelebten Spiritualität.</p>

<p>In den Bereichen der alternativen Spiritualität, sollte man meinen, ist es behaglicher für Schwule und Lesben. Doch hier herrschen oft genauso heteronorme Bilder, feministische Positionen wie die von Starhawk oder Luisa Francia erscheinen nicht mehr so salonfähig, wie sie in den 80ern vielleicht einmal waren. Zwar werden Lesben und Schwule weitgehend akzeptiert, doch mir ist auch der Fall bekannt, daß eine Frau mit transsexueller Vergangenheit aus einer dianischen Gemeinschaft ausgeschlossen wurde.
Zudem: zwischen &#8220;ich werde nicht verteufelt&#8221; und &#8220;meine Spiritualität bzw. meine spirituelle Gemeinschaft wird mir in vollem Umfang gerecht&#8221; (indem z.B. nicht auf heteronormativen Symbolen bestanden wird oder indem meine queeren Bedürfnisse ganz selbstverständlich genauso im Zentrum ritueller Aufmerksamkeit stehen dürfen wie heterosexuelle) liegen Welten. Gerade im naturspirituellen Bereich, scheint mir, heißen zwei markante, aber bei weitem nicht die einzigen Fallen Biologismus und naiver Naturbegriff.</p>

<p>Ich möchte zeigen, wie spirituelle Wege abseits der etablierten Religionen aussehen können, die queers gerecht werden. Da ich mich nicht auf zu fremdes Terrain begeben mag UND da ich denke, daß sonst leicht ein mehrbändiger Wälzer daraus würde, begrenze ich die Thematik auf den naturspirituellen Bereich.</p>

<p>Ich habe mich dazu entschlossen, dieses Buch nicht als Monographie zu gestalten. Denn: ich möchte darauf hinweisen, daß es viele verschiedene &#8220;richtige&#8221; Wege gibt. Jede/r muß, denke ich, seinen/ihren Weg selbst
finden. <strong>Doch Bücher können, neben der Begegnung mit anderen Menschen, Internetseiten etc. wichtige Landkarten und Kompasse sein.</strong> Und um dieser Vielfalt der Wege gerecht zu werden, möchte ich viele verschiedene Stimmen zu Wort kommen lassen, alte und junge, schwule, bi- und transsexuelle, lesbische, SMer oder total vanille, Single oder in Langzeitbeziehung lebend, schon lange auf einem Pfad unterwegs oder erst seit kurzer Zeit in diese Richtung schnuppernd, solitary oder einer Gemeinschaft zugehörig, und vor allem der verschiedensten naturspirituellen Prägungen.</p>

<p><strong>So, und nun der Aufruf:</strong> 
Ich suche Menschen, die sich als queer und naturspirituell bzw. naturreligiös (Hexe/HeidIn/SchamanIn/freifliegend&#8230; etc.) definieren und Lust haben, einen Beitrag zu einem solchen Buch zu schreiben. Ich denke zuerstmal an non-fiction-Beiträge zwischen 5 und 20 Seiten Länge (wenn man eine Normseite von 2100 Zeichen zugrunde legt, wären das zwischen 10200 und 42000 Zeichen inkl. Leerzeichen und Absatzmarken). Inhaltlich lasse ich Euch freie Hand, falls notwendig, habe ich einen kleinen Fragenkatalog zur Anregung (den gibt es auf Wunsch per e-mail). Wichtig ist mir nur, daß der Beitrag erkennbar mit dem Feld &#8220;Naturspiritualität/Naturreligion und/vs. queer&#8221; zu tun hat.</p>

<p>Eine einzige Einschränkung: Ich behalte mir vor, im Zweifelsfall nein zu einem Beitrag zu sagen &#8211; z.B. wenn die üblichen Verdächtigen (Nationalismus, Rassismus, Sexismus, angebräunter Kram) drin enthalten sind.</p>

<p><strong>Was gibt&#8217;s dafür?</strong>
Meine ewige Dankbarkeit und &#8211; je nach Resonanz &#8211; Ruhm und Anerkennung <img src='http://riesenheim.net/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':)' class='wp-smiley' />  Ich habe noch nicht entschieden, wie, bei welchem Verlag oder Print-on-Demand-Service das Buch veröffentlicht wird. Dementsprechend kann ich auch noch nichts zu sonstigen Modalitäten sagen.</p>

<p>Wer Lust hat beizutragen, möge sich bitte bis <del datetime="2009-08-10T15:54:00+00:00">zum 15. August 2009</del> Samhain (31.10.2009) bei mir (Kontakt siehe Impressum) melden. Toll wäre, wenn die Beiträge bis <del datetime="2009-08-10T15:54:00+00:00">Samhain (31.10.09)</del> Ende des Jahres, spätestens aber zu Imbolc 2010 in Sack und Tüten wären!</p>

<p>Ich bin dankbar, wenn Ihr diesen Aufruf <strong>weiterverbreitet</strong>, bitte dann immer <strong>mit einem Link hierher</strong>.</p>

<div class='footnotes'><div class='footnotedivider'></div><ol><li id='fn-77-1'>z.B. Urs Mattmann, Coming In: Spiritualität für Schwule und Lesben, München (Kösel) 2002 <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-77-1'>&#8617;</a></span></li><li id='fn-77-2'>vgl. Christian de la Huerta: Coming Out Spiritually: The Next Step. Tarcher, 1999, S. 5/6, sowie Jörg Wellenkötter/Barbara Dietl; “Mein genialer Lehrer Buddha.” Siegessäule 2006/12, S. 14-16 <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-77-2'>&#8617;</a></span></li></ol></div>
<p class="wp-flattr-button"></p>]]></content:encoded>
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		<title>Christian de la Huerta: Coming Out Spiritually: The Next Step</title>
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		<pubDate>Mon, 06 Oct 2008 17:27:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>thursa</dc:creator>
				<category><![CDATA[Rezensionen]]></category>
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		<description><![CDATA[Jeremy P. Tarcher, 1999, ISBN-10: 0874779669

Schwule, Lesben und Spiritualität? Lange war es undenkbar, das in einem Atemzug zu nennen. "Oh Gott, Religion! Teufelszeug, das uns Schwulen und Lesben immer Schuld und Ausgrenzung beschert.", zitiert die Siegessäule noch im Dezember 2006 - allerdings nicht unwidersprochen - die gängige Meinung ("Ich glaube schon", Siegessäule 12/2006, S. ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Jeremy P. Tarcher, 1999, ISBN-10: 0874779669</p>

<p>Schwule, Lesben und Spiritualität? Lange war es undenkbar, das in einem Atemzug zu nennen. &#8220;Oh Gott, Religion! Teufelszeug, das uns Schwulen und Lesben immer Schuld und Ausgrenzung beschert.&#8221;, zitiert die Siegessäule noch im Dezember 2006 &#8211; allerdings nicht unwidersprochen &#8211; die gängige Meinung (&#8220;Ich glaube schon&#8221;, Siegessäule 12/2006, S. 13-21).</p>

<p>Christian de la Huerta befaßt sich unerschrocken trotzdem mit dem Thema. Er nimmt in der queer community einen Mangel wahr: “What is lacking in the queer community [...] is a real sense of self.” Dieser Mangel liegt für ihn im Verlust der Spiritualität begründet.</p>

<p>Angesichts der Verfolgung und Diskriminierung, die Schwule und Lesben durch etablierte Religionen erfahren haben und immer noch erfahren, sei Religion ein &#8220;turnoff&#8221; für viele.<span id="more-32"></span> Jedoch werde dabei oft das Kind mit dem Taufwasser ausgeschüttet, viele brechen nicht nur ihre Bindungen an religiöse Institutionen, sondern versuchen auch, ihre Spiritualität loszuwerden.</p>

<p>Spiritualität definiert er als &#8220;persönliche Verbindung zu etwas, das größer ist als wir selbst&#8221; (S. 6), die unabhängig von institutionalisierter Religion ist.</p>

<p>Im Gegensatz zu der Verteufelung, die etablierte Religionsgemeinschaften Schwulen und Lesben entgegenbringen, demonstriert de la Huerta an einer Fülle von Beispielen, welche speziellen spirituellen Funktionen „gay people“ („gay“ hier im übergreifenden Sinn von „homosexuell“) in vielen Kulturen der Welt übernommen haben und noch übernehmen: vom revolutionären „catalytic transformer“ über „consciousness scouts“ und „shamans and priests“ bis zu „gatekeepers“, die die Tore zu anderen Welten geöffnet halten. Insgesamt zehn archetypische Rollen von Schwulen und Lesben diskutiert er im ersten Kapitel, das den Titel „Walking between Worlds“ trägt.</p>

<p>Das zweite Kapitel, “Coming In”, dreht sich dagegen erst einmal um das zutiefst Persönliche, um die Frage, wie man, ganz unabhängig von Institutionen und gesellschaftlichen Rollen, für sich selbst den richtigen spirituellen Weg findet. De la Huerta stellt hier verschiedene Wege der Meditation vor, aber auch Bewegungspraktiken wie Yoga, T’ai Chi, Qi Gong, Tanz oder Labyrinthgehen. Auch Atemarbeit, Körperarbeit und Entheogene werden gewürdigt.</p>

<p>Sexualität ist das Zentrum des dritten Kapitels (“The Faces of Passion”); hier geht es um die Frage, wie man zu einer gesünderen Sexualität finden kann. Hier macht sich die schwule Perspektive am deutlichsten bemerkbar, lesbische und bisexuelle Erfahrungen finden leider wenig Raum.</p>

<p>Das vierte Kapitel, „Coming Out“ ist thematisch recht disparat. Coming Out, sowohl das schwule/lesbische als auch Coming Out im Sinne von „sich innerhalb der schwullesbischen Community als spiritueller Mensch zeigen“, steht neben der Frage, wie man Spiritualität in sein Leben integrieren kann und neben Ansätzen für eine gelebte Spiritualität. Letztere rangieren von Dankbarkeit als Haltung über Lektüre und Wildniserfahrung bis zum Engagement als spirituellem Weg.</p>

<p>Äußerst interessant ist auch der erste Anhang: Hier hat de la Huerta detailliert aufgeschrieben, was verschiedene Religionen zum Thema Homosexualität zu sagen haben. Er berücksichtigt dabei nicht nur die großen Weltreligionen, sondern auch Taoismus, Native Americans, Voodoo und Santería, neopagane Anschauungen und Wicca; man erfährt aber auch von den Bestrebungen von Schwulen und Lesben innerhalb der großen Religionen. Ein weiterer Anhang mit Adressen von Organisationen und Anbietern, von denen allerdings die meisten in den USA ansässig sind, rundet das Buch ab.</p>

<p>Die Stärke dieses Buches ist seine allumfassende Perspektive ohne Werturteile. Eine Vielfalt an Erfahrungen wird ausgebreitet, Menschen aus sehr verschiedenen spirituellen Richtungen kommen zu Wort. Ein überaus lesenswertes Buch, besonders für Menschen, die noch auf der Suche nach einer ihnen angemessenen Art der Spiritualität sind.</p>
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