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	<title>riesenheim&#187; politisch</title>
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	<description>thursas hallen</description>
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		<title>Arun-Verlag, revisited, oder: Warum ich Jenny Blains &#8220;seidhr&#8221; nicht rezensiere</title>
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		<pubDate>Tue, 23 Feb 2010 05:47:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>thursa</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[arun]]></category>
		<category><![CDATA[kritik]]></category>
		<category><![CDATA[politisch]]></category>
		<category><![CDATA[verlage]]></category>

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		<description><![CDATA[Eigentlich wollte ich dieses Buch empfehlen, ganz ausdr&#252;cklich das englische Original: das aus einem bestimmten Grund, um den es gleich geht.
Dann fiel mir ein: Viele werden die deutsche &#220;bersetzung haben wollen.
Und bei einem Verlag landen, der mich &#228;rgert. Was nicht an der Qualit&#228;t der Arbeit liegt, im Gegenteil: Arun, bei denen Blains Buch erschienen ist, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eigentlich wollte ich dieses Buch empfehlen, ganz ausdr&#252;cklich das englische Original: das aus einem bestimmten Grund, um den es gleich geht.<br />
Dann fiel mir ein: Viele werden die deutsche &#220;bersetzung haben wollen.<br />
Und bei einem Verlag landen, der mich &#228;rgert. Was nicht an der Qualit&#228;t der Arbeit liegt, im Gegenteil: Arun, bei denen Blains Buch erschienen ist, macht eigentlich gute Verlagsarbeit und nimmt sich einiger Themen an, die man sonst auf dem deutschen Buchmarkt schwer findet. Was mich an Arun &#228;rgert, ist der politische Beigeschmack, der da nicht weggehen will. <span id="more-95"></span>Fr&#252;her einmal war das Verlagsprogramm recht eindeutig zweigleisig: rechtslastige Publikationen neben sch&#246;n aufgemachten B&#252;chern zu Schamanismus und Naturreligion, dazwischen einige subtil angebr&#228;unte Sachen wie &#8220;Geweihte N&#228;chte&#8221;. (<a href="http://www.derhain.de/GeweihteNaechteUlbrichRezension0702.html">Hier</a> eine Rezension von Matthias Wenger.) Die eindeutig rechten Schriften sind mittlerweile aus dem Programm verschwunden, und Ulbrich <a href="http://www.rabenclan.de/index.php/Magazin/LucasCorsoArun04">stellt sich gern als gel&#228;utert hin</a>. Dabei scheint mir, da&#223; seine B&#252;cher auch nach der S&#228;uberung des Verlagsprogramms von offensichtlich faschistischen Denkern nach wie vor von biologistischem und (kultur)rassistischem Gedankengut beladen sind.</p>
<p>Lese ich n&#228;mlich die Ank&#252;ndigungen wie folgende:</p>
<blockquote><p>Angefangen bei der Familiengr&#252;ndung &#252;ber das Bekenntnis des Mannes zu Frau und Kind, b&#252;rsten die Autoren kr&#228;ftig gegen den Zeitgeist der schlappen verantwortungslosen M&#228;nner, der alleinerziehenden M&#252;tter und der verlorenen Kinder, eben der &#8220;vaterlosen Gesellschaft&#8221;, wie der Spiegel es einmal provokativ titelte.<br />
&#8220;Dein Name sei &#8230;&#8221; ist ein ebenso unkonventionelles wie unzeitgem&#228;&#223;es Pl&#228;doyer f&#252;r kinderreiche Familien als Grundlage starker Clans und Gemeinschaften sowie f&#252;r Charakterbildung, menschliches Wachstum und Spiritualit&#228;t. [<a href="http://www.amazon.de/Dein-Name-sei-Zeremonien-Namensgebung/dp/3935581149/ref=sr_1_1?ie=UTF8&#038;s=books&#038;qid=1266621904&#038;sr=8-1">Quelle</a>]</p></blockquote>
<p>- dann habe ich einen Verdacht: Ohne braune Kennw&#246;rter zu nennen, werden hier etwa vorhandene reaktion&#228;re Impulse bedient, werden geschickt Negativ-Schlagworte eingesetzt, &#8220;unzeitgem&#228;&#223;&#8221; und &#8220;unkonventionell&#8221; habe ich mittlerweile als Worte kennengelernt, mit denen sich Neurechte gern schm&#252;cken. Will sagen: da lese ich heterosexistischen Antimodernismus der schlimmsten Sorte. Amazon-Rezensionen anderer B&#252;cher aus seiner Feder (etwa <a href="http://www.amazon.de/review/R1NU4CFLVAASV0/ref=cm_cr_rdp_perm">diese</a> und <a href="http://www.amazon.de/review/R2LB2PTCEFUO6C/ref=cm_cr_rdp_perm">diese</a>) legen nahe, da&#223; es sich nicht um einen Einzelfall handelt, der nur dieses Werk betrifft.</p>
<p>Wenn Ulbrich jetzt irgendein relativ unbedeutender Autor unter vielen anderen eines Verlages w&#228;re, w&#252;rde mich die Situation nicht so kratzen &#8211; ich k&#246;nnte einfach seine Werke umgehen. Aber: Ihm geh&#246;rt der Laden. Und er kolonisiert die deutschsprachige heidnische Literatur bis zum Gehtnichtmehr.<br />
Es scheint mir daher an der Zeit, da&#223; mensch Ulbrich und Arun noch einmal genau unter die Lupe nimmt. Was zu tun ich mir hiermit vornehme &#8211; nach meinem Buchprojekt. Oder wi&#223;t Ihr von jemandem, der es in den letzten drei, vier Jahren schon getan hat?</p>
<p>Disclosure: Ich besitze drei B&#252;cher aus dem Hause Arun. Alle: entweder geschenkt, ertauscht oder (in einem Fall) billig einer Freundin abgekauft. Ob ich irgendwann mal eine Ausnahme mache und von denen regul&#228;r ein Buch kaufen werde? Ich halte es f&#252;r sehr unwahrscheinlich.<br />
<em>The nine worlds of seid magic</em> werde ich mir eines Tages vielleicht kaufen. <strong>Im englischen Original</strong>, das bei Routledge erschienen ist &#8211; ich denke, das ist ein Verlag, dem man schon eher trauen kann. Auf deutsch hatte ich es aus der Bibliothek geliehen. (Im Berliner Bibliotheksverbund gibt es recht viel aus deren Verlagsprogramm zu leihen &#8211; was einerseits viele Leute kosteng&#252;nstig bis -neutral an B&#252;cher wie &#8220;Geweihte N&#228;chte&#8221; kommen l&#228;&#223;t, andererseits mir auch erm&#246;glicht, meine Recherchen &#252;ber diesen Verlag zu betreiben, ohne da&#223; er an mir verdienen mu&#223;.)</p>
<p>In der Zwischenzeit w&#252;nsche ich mir, andere Verlage w&#252;rden es wagen, die Themen Schamanismus, europ&#228;ische Spiritualit&#228;t und germanische Kultur beherzt anzugehen. Ohne Weichsp&#252;lerei, ohne Versch&#228;mtheiten hinsichtlich des Germanischen, aber auch ohne Glorifizierung der Vergangenheit, ohne romantisiertes Naturbild, reaktion&#228;re Bildlichkeiten und ohne Biologismus. Daf&#252;r mit einer um Akkuratheit bem&#252;hten Rezeption von Arch&#228;ologie, Geschichte und Sprachwissenschaft. Denn als ich letztens in der esoterischen Buchhandlung meines Vertrauens war, fand ich wenig zu Naturreligion und Schamanismus und davon nur weniges, das nicht aus dem besagten Verlag kam.<br />
Kurz: Ich w&#252;nschte, jemand w&#252;rde Arun Konkurrenz machen. Und das kann ich momentan nicht &#8211; ich bin keine Verlagskauffrau.</p>
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		<title>Die Riesen und ich, oder wie diese Seite zu ihrem Namen kam</title>
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		<pubDate>Sun, 04 Jan 2009 08:50:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>thursa</dc:creator>
				<category><![CDATA[Essays]]></category>
		<category><![CDATA[drinnen und draussen]]></category>
		<category><![CDATA[gender]]></category>
		<category><![CDATA[namen]]></category>
		<category><![CDATA[normen]]></category>
		<category><![CDATA[politisch]]></category>
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		<description><![CDATA[Als ich gerade eingeschult war, wurde meine Mutter einmal zum Schuldirektor bestellt, der ihr dann in einem nahezu hysterischen Ton mitteilte: &#8220;Das Kind pa&#223;t sich nicht an!&#8221; Meine Mutter erz&#228;hlte mir das mit einer gewissen H&#228;me. Auch wenn ich nicht glaube und nie geglaubt habe, da&#223; Anpassung etwas Erstrebenswertes ist, ist etwas Wahres daran. Ich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als ich gerade eingeschult war, wurde meine Mutter einmal zum Schuldirektor bestellt, der ihr dann in einem nahezu hysterischen Ton mitteilte: &#8220;Das Kind pa&#223;t sich nicht an!&#8221; Meine Mutter erz&#228;hlte mir das mit einer gewissen H&#228;me. Auch wenn ich nicht glaube und nie geglaubt habe, da&#223; Anpassung etwas Erstrebenswertes ist, ist etwas Wahres daran. Ich war tats&#228;chlich in meinem Leben oft eine Au&#223;enseiterin, habe mich geha&#223;t, seltsam, unverstanden und ausgeschlossen gef&#252;hlt. Fremdheit versus Zuhause-Sein: ein Lebensthema f&#252;r mich.</p>
<p>Was hat das mit Riesen zu tun? Eine ganze Menge.</p>
<p>Die Riesen: das sind die ungez&#228;hmten und unbez&#228;hmbaren Kr&#228;fte der Wildnis. Riesenhafte M&#228;chte sind nicht nur in der nordischen, sondern auch in der indischen und der griechischen Mythologie so etwas wie ein &#228;lteres G&#246;ttergeschlecht. Gerade in der nordischen Mythologie sind die Beziehungen zwischen Riesen, Asen und Wanen kein Schwarz-Wei&#223;-Bild, sondern sehr komplexer Natur. Ein Aufsatz von Diana Paxson machte mich darauf aufmerksam, da&#223; es bis in die Wikingerzeit hinein wahrscheinlich auch kultische Verehrung von Riesen gegeben hat<sup class='footnote'><a href='#fn-30-1' id='fnref-30-1'>1</a></sup> und brachte mich dazu, &#252;ber diese Wesen, die im allgemeinen als Bedrohung der Ordnung, als unkontrollierbare, unzivilisierte und chaotische M&#228;chte gesehen werden, neu nachzudenken.</p>
<p>Ich habe vom Herbst 2006 bis Sommer 2007 eine Phase heftigster Gef&#252;hle von Entfremdung, Seltsamkeit, Abwegig-Sein durchgemacht. Gef&#252;hle, die sich sehr intensiv um meine Spiritualit&#228;t und ein Nicht-Zuhause-Sein in der Form von Frauen- und G&#246;ttinnenspiritualit&#228;t, mit der ich mich bisher identifiziert hatte, drehten, aber auch mit meiner Sexualit&#228;t zu tun hatten &#8211; ich k&#228;mpfte sehr mit den Vorstellungen von M&#228;nnlichkeit und Weiblichkeit, die vielen Wegen, diese Spiritualit&#228;t zu leben, innewohnten. F&#252;r mich waren diese Wege nicht gangbar, und zugleich stellte ich meine Zweifel, meine K&#228;mpfe und mein heftiges Unwohlsein infrage. Stellte ich mich nur an? War ich &#252;bersensibel? &#220;berm&#228;&#223;ig pc, was <em>gender</em> anging? Warum verfing ich mich immer wieder in diesen aufreibenden Diskussionen um m&#228;nnlich und weiblich, maskulin und feminin und meine Unf&#228;higkeit, mit diesen Begriffen zu leben, sie zu akzeptieren und zu gebrauchen, wie es anscheinend jeder andere tat? (Und diese Worte durchzogen mein ganzes Leben &#8211; bis in so allt&#228;gliche Verrichtungen hinein wie die Bedienung einer Bohrmaschine.) Warum hatte ich das Gef&#252;hl, da&#223; weder die &#252;bliche &#8220;Frauenspiritualit&#228;t&#8221; noch das Mainstream-Heidentum queeren Leuten gerecht wurde?</p>
<p>Und da kamen die Riesen ins Spiel. In meiner notorischen Nicht-Angepa&#223;theit, mit meinem Infragestellen von Begriffskonstrukten, die anscheinend jeder mit gr&#246;&#223;ter Selbstverst&#228;ndlichkeit verwendete, ja sie f&#252;r die Wahrheit selbst hielt, in meinem Bed&#252;rfnis, bl&#246;de alte Stereotypen aufzul&#246;sen und dem heteronormativen Konsens subversiv zu Leibe zu r&#252;cken, f&#252;hlte &#8211; und f&#252;hle ich mich noch &#8211; den Riesen der nordischen Mythologie verwandt.<br />
In dem Moment, als ich das Fremdsein, ja sogar das Gef&#252;hl des Nicht-ganz-menschlich-Seins erst einmal f&#252;r mich akzeptiert hatte, entdeckte ich, da&#223; darin Kraft steckt. Die sich &#252;brigens wenige Tage, nachdem ich sie rituell akzeptiert hatte, in einer (bisher nicht wieder erreichten) Bestzeit auf 1000 Meter Schwimmen manifestierte.</p>
<p>Es waren letzten Endes genau die wilden Kr&#228;fte, ein See, ein Wald, eine Horde Wildsauen, die mir im Sommer 2007 bei einem útiseta das Gef&#252;hl, menschlich zu sein (und zwar, nach dem Status als Wesen, das die Erde bewohnt, zuerst einmal menschlich und dann alles andere), wiedergegeben haben. Trotzdem bin ich auch nach wie vor eine Riesenhafte.</p>
<p>Ich lebe also zwischen den Welten &#8211; eine Grenzg&#228;ngerin, die auf Diplomatie angewiesen ist. Ein nicht ganz ungef&#228;hrliches Unterfangen. Und doch waren und sind in vielen Kulturen Homosexuelle und &#8220;gender variants&#8221; diejenigen, deren besondere Gabe diese Art des Weltenwanderns ist: die Vermittlung zwischen der allt&#228;glichen Welt und den &#8220;nichtallt&#228;glichen Wirklichkeiten&#8221;.<sup class='footnote'><a href='#fn-30-2' id='fnref-30-2'>2</a></sup> Ich mag es nicht, auf eine &#8220;traditionelle Rolle&#8221;, sei die auch noch so ehrenvoll, festgeklopf zu werden. Doch hat mich diese Beobachtung ermutigt, mir das Recht zu diesem Weltenwandern zu nehmen.</p>
<p>So also kam ich zu meinem magischen Namen &#8211; und diese Seite, als meine pers&#246;nliche Texte-Grube, dann sp&#228;ter, als ich die Domain registrierte, mit zu dem ihren.
<div class='footnotes'>
<div class='footnotedivider'></div>
<ol>
<li id='fn-30-1'>Diana Paxson: <a href="http://www.hrafnar.org/norse/utgard.html" target="_blank">Utgard. The Role of the Jotnar in the Religion of the North</a>, urspr&#252;nglich erschienen in: MOUNTAIN THUNDER 5, 1992 <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-30-1'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-30-2'>Vgl. z.B. Jenny Blain: Nine Worlds of Seid Magic: Ecstasy and Neo-Shamanism in North-European Paganism, bes. das Kapitel zum Thema <em>ergi</em>. <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-30-2'>&#8617;</a></span></li>
</ol>
</div>
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