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	<title>riesenheim&#187; queer</title>
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		<title>Ins Unreine gedacht: Queers und spirituelle Rollen</title>
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		<pubDate>Fri, 19 Mar 2010 23:15:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>thursa</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Kennt Ihr das Ph&#228;nomen des sogenannten &#8220;positiven Rassismus&#8221;? Das besagt, kurzgefa&#223;t: man schreibt einer bestimmten Gruppe von Menschen, meistens ethnisch oder &#252;ber die Hautfarbe definiert, pauschal eine bestimmte positive Eigenschaft oder F&#228;higkeit zu. Etwa wie &#8220;Schwarze sind die geborenen Entertainer&#8221; oder &#8220;Schwarze haben so ein tolles Rhythmusgef&#252;hl&#8221;.
Naiv mag mensch sich jetzt fragen, was daran schlimm [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Kennt Ihr das Ph&#228;nomen des sogenannten &#8220;positiven Rassismus&#8221;? Das besagt, kurzgefa&#223;t: man schreibt einer bestimmten Gruppe von Menschen, meistens ethnisch oder &#252;ber die Hautfarbe definiert, pauschal eine bestimmte positive Eigenschaft oder F&#228;higkeit zu. Etwa wie &#8220;Schwarze sind die geborenen Entertainer&#8221; oder &#8220;Schwarze haben so ein tolles Rhythmusgef&#252;hl&#8221;.</p>
<p>Naiv mag mensch sich jetzt fragen, was daran schlimm sein soll. Zwei Dinge: erstens baut es eine Erwartungshaltung auf &#8211; was etwa, wenn der Schwarze jetzt gar keine Lust hat, Entertainer zu sein, weil er etwa lieber in der &#8220;ernsten&#8221; Kunst was erreichen will?<br />
Und zweitens legt er auf eine bestimmte Rolle fest und kann durchaus T&#252;ren verbauen. <span id="more-109"></span></p>
<p>Im amerikanischen Theater der Zwanziger bis Drei&#223;iger war es etwa so, da&#223; das Showbiz f&#252;r Schwarze noch h&#228;rter war als f&#252;r Wei&#223;e &#8211; aber eine Ausbildung, so die g&#228;ngige Meinung, brauchten schwarze K&#252;nstler nicht: sie waren ja talentiert. Und sie blieben aufs Showbiz beschr&#228;nkt &#8211; g&#228;ngiger Meinung nach das, wof&#252;r ihr &#8220;nat&#252;rliches Talent&#8221; sie pr&#228;destinierte. Meines Wissens dauerte es bis in die F&#252;nfziger, bis z.B. schwarze Ballett&#228;nzer auf amerikanischen B&#252;hnen auftraten.</p>
<p>Auch &#8220;positiver Rassismus&#8221; ist Rassismus. Auch &#8220;positiver Rassismus&#8221; schr&#228;nkt ein, schubladisiert und weist Menschen Eigenschaften oder F&#228;higkeiten zu, die sie vielleicht nicht haben (wollen).</p>
<p>Was hat das mit der &#220;berschrift zu tun?<br />
Es hat damit zu tun, da&#223; ich gerade einige B&#252;cher zum Thema &#8220;Lesben, Schwule und Spiritualit&#228;t&#8221; gelesen habe. Einige erw&#228;hnen, da&#223; Menschen, die wir heute als homo- oder transsexuelle klassifizieren w&#252;rden, in anderen oder vorchristlichen Gesellschaften bestimmte spirituelle Rollen &#252;bernommen h&#228;tten, etwa als Mittler zwischen den Welten, als Heiler und Schamanen. Einige (z.B. Urs Mattmann) schreiben LGBTQs besondere Begabungen und Talente zu, z.B. eine besondere Gastfreundlichkeit oder neue Wege der Fruchtbarkeit zu finden.</p>
<p>Ich pers&#246;nlich habe einige Argumente dagegen, beziehungsweise ich meine: das mag zwar heilsam sein, wenn $mensch sich gerade aus Schuldgef&#252;hlen und Versuchen, sich zu verbiegen, befreit hat oder befreien mu&#223;, aber es tr&#228;gt irgendwie auch Z&#252;ge eines &#8220;positiven Heterozentrismus&#8221; &#8211; und gerade Mattmanns &#8220;Begabungen&#8221; sprechen f&#252;r mich auch von einem nicht ganz &#252;berwundenen Minderwertigkeitsgef&#252;hl. (Ich mag ihm in einigen Punkten nicht ganz unrecht geben, meine aber, da&#223; diese eventuell vorhandenen Begabungen nicht in irgendeiner &#8220;schwullesbischen Essenz&#8221; begr&#252;ndet liegen, sondern da&#223; diese Sensibilit&#228;ten und F&#228;higkeiten der gesellschaftlichen Situation von Homosexuellen entspringen &#8211; und just diese Situation diversifiziert sich ja gerade mehr und mehr.)</p>
<p>Ich denke auch: es ist nicht gerechtfertigt, im Fall des Blicks auf <em>two spirit people</em> oder antike <em>gender variants</em> anderen Kulturen in dieser Weise unsere Sichtweise &#252;berzust&#252;lpen.</p>
<p>Was meint ihr, Betroffene oder Nichtbetroffene?</p>
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		<title>Beitr&#228;ge zum Buchprojekt: Fristverl&#228;ngerung</title>
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		<pubDate>Sat, 07 Nov 2009 14:18:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>thursa</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich habe meinen Aufruf, Beitr&#228;ge f&#252;r mein Buchprojekt zu leisten, hier am 5. Juli eingestellt. Vielleicht hat er noch nicht genug Leute erreicht, jedenfalls habe ich bisher erst wenige Zusagen f&#252;r Beitr&#228;ge bekommen. Darum verl&#228;ngere ich jetzt ein weiteres Mal die Frist f&#252;r Zusagen bis zum 21.12.2009. Deadline f&#252;r die Beitr&#228;ge ist dann der 2.2.2010. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich habe meinen Aufruf, Beitr&#228;ge f&#252;r mein Buchprojekt zu leisten, hier am 5. Juli eingestellt. Vielleicht hat er noch nicht genug Leute erreicht, jedenfalls habe ich bisher erst wenige Zusagen f&#252;r Beitr&#228;ge bekommen. Darum verl&#228;ngere ich jetzt ein weiteres Mal die Frist f&#252;r Zusagen bis zum 21.12.2009. Deadline f&#252;r die Beitr&#228;ge ist dann der 2.2.2010. Traut Euch!</p>
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		<title>Call for Contributions: Queere Spiritualit&#228;t abseits der etablierten Religionen</title>
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		<pubDate>Sun, 05 Jul 2009 08:05:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>thursa</dc:creator>
				<category><![CDATA[Essays]]></category>
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		<description><![CDATA[Ich trage mich schon seit einiger Zeit mit dem Vorhaben, ein Buch &#252;ber/von/f&#252;r queers auf naturspirituellen Wegen zu schreiben bzw. herauszubringen.
Warum? Ich habe den Eindruck, die &#246;ffentliche Debatte in der queeren Community &#252;ber Religion/Spiritualit&#228;t ist dominiert a) &#252;berhaupt von den etablierten Religionen, b) besonders seit 9/11 vom Reden &#252;ber Diskriminierung und (nicht nur islamischen) Fundamentalismus [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich trage mich schon seit einiger Zeit mit dem Vorhaben, ein Buch &#252;ber/von/f&#252;r queers auf naturspirituellen Wegen zu schreiben bzw. herauszubringen.</p>
<p>Warum? Ich habe den Eindruck, die &#246;ffentliche Debatte in der queeren Community &#252;ber Religion/Spiritualit&#228;t ist dominiert a) &#252;berhaupt von den etablierten Religionen, b) besonders seit 9/11 vom Reden &#252;ber Diskriminierung und (nicht nur islamischen) Fundamentalismus und c) besonders im Fall von Christentum, Islam und Judentum von Apologetik, d.h. von einer theologischen Rechtfertigung der Homosexualit&#228;t (auch wenn einzelne christliche Autoren<sup class='footnote'><a href='#fn-77-1' id='fnref-77-1'>1</a></sup> diese Verengung kritisieren). Die Option, Spiritualit&#228;t selbst zu gestalten, sowie alternative spirituelle Wege werden kaum wahrgenommen, und f&#252;r viele queers scheint die einzig praktikable Haltung zu sein, Religion &#8211; und in einer weitverbreiteten Verwechslung auch alles Spirituelle &#8211; abzulehnen, um Ausgrenzung oder moralischem Abqualifiziertwerden zu entgehen.<sup class='footnote'><a href='#fn-77-2' id='fnref-77-2'>2</a></sup> Dabei beschreiben mehrere Autoren auch eine tiefe Sehnsucht von Lesben und Schwulen nach einer gelebten Spiritualit&#228;t.</p>
<p>In den Bereichen der alternativen Spiritualit&#228;t, sollte man meinen, ist es behaglicher f&#252;r Schwule und Lesben. Doch hier herrschen oft genauso heteronorme Bilder, feministische Positionen wie die von Starhawk oder Luisa Francia erscheinen nicht mehr so salonf&#228;hig, wie sie in den 80ern vielleicht einmal waren. Zwar werden Lesben und Schwule weitgehend akzeptiert, doch mir ist auch der Fall bekannt, da&#223; eine Frau mit transsexueller Vergangenheit aus einer dianischen Gemeinschaft ausgeschlossen wurde.<br />
Zudem: zwischen &#8220;ich werde nicht verteufelt&#8221; und &#8220;meine Spiritualit&#228;t bzw. meine spirituelle Gemeinschaft wird mir in vollem Umfang gerecht&#8221; (indem z.B. nicht auf heteronormativen Symbolen bestanden wird oder indem meine queeren Bed&#252;rfnisse ganz selbstverst&#228;ndlich genauso im Zentrum ritueller Aufmerksamkeit stehen d&#252;rfen wie heterosexuelle) liegen Welten. Gerade im naturspirituellen Bereich, scheint mir, hei&#223;en zwei markante, aber bei weitem nicht die einzigen Fallen Biologismus und naiver Naturbegriff. </p>
<p>Ich m&#246;chte zeigen, wie spirituelle Wege abseits der etablierten Religionen aussehen k&#246;nnen, die queers gerecht werden. Da ich mich nicht auf zu fremdes Terrain begeben mag UND da ich denke, da&#223; sonst leicht ein mehrb&#228;ndiger W&#228;lzer daraus w&#252;rde, begrenze ich die Thematik auf den naturspirituellen Bereich.</p>
<p>Ich habe mich dazu entschlossen, dieses Buch nicht als Monographie zu gestalten. Denn: ich m&#246;chte darauf hinweisen, da&#223; es viele verschiedene &#8220;richtige&#8221; Wege gibt. Jede/r mu&#223;, denke ich, seinen/ihren Weg selbst<br />
finden. <strong>Doch B&#252;cher k&#246;nnen, neben der Begegnung mit anderen Menschen, Internetseiten etc. wichtige Landkarten und Kompasse sein.</strong> Und um dieser Vielfalt der Wege gerecht zu werden, m&#246;chte ich viele verschiedene Stimmen zu Wort kommen lassen, alte und junge, schwule, bi- und transsexuelle, lesbische, SMer oder total vanille, Single oder in Langzeitbeziehung lebend, schon lange auf einem Pfad unterwegs oder erst seit kurzer Zeit in diese Richtung schnuppernd, solitary oder einer Gemeinschaft zugeh&#246;rig, und vor allem der verschiedensten naturspirituellen Pr&#228;gungen.</p>
<p><strong>So, und nun der Aufruf:</strong><br />
Ich suche Menschen, die sich als queer und naturspirituell bzw. naturreligi&#246;s (Hexe/HeidIn/SchamanIn/freifliegend&#8230; etc.) definieren und Lust haben, einen Beitrag zu einem solchen Buch zu schreiben. Ich denke zuerstmal an non-fiction-Beitr&#228;ge zwischen 5 und 20 Seiten L&#228;nge (wenn man eine Normseite von 2100 Zeichen zugrunde legt, w&#228;ren das zwischen 10200 und 42000 Zeichen inkl. Leerzeichen und Absatzmarken). Inhaltlich lasse ich Euch freie Hand, falls notwendig, habe ich einen kleinen Fragenkatalog zur Anregung (den gibt es auf Wunsch per e-mail). Wichtig ist mir nur, da&#223; der Beitrag erkennbar mit dem Feld &#8220;Naturspiritualit&#228;t/Naturreligion und/vs. queer&#8221; zu tun hat.</p>
<p>Eine einzige Einschr&#228;nkung: Ich behalte mir vor, im Zweifelsfall nein zu einem Beitrag zu sagen &#8211; z.B. wenn die &#252;blichen Verd&#228;chtigen (Nationalismus, Rassismus, Sexismus, angebr&#228;unter Kram) drin enthalten sind.</p>
<p><strong>Was gibt&#8217;s daf&#252;r?</strong><br />
Meine ewige Dankbarkeit und &#8211; je nach Resonanz &#8211; Ruhm und Anerkennung <img src='http://riesenheim.net/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':)' class='wp-smiley' />  Ich habe noch nicht entschieden, wie, bei welchem Verlag oder Print-on-Demand-Service das Buch ver&#246;ffentlicht wird. Dementsprechend kann ich auch noch nichts zu sonstigen Modalit&#228;ten sagen.</p>
<p>Wer Lust hat beizutragen, m&#246;ge sich bitte bis <del datetime="2009-08-10T15:54:00+00:00">zum 15. August 2009</del> Samhain (31.10.2009) bei mir (Kontakt siehe Impressum) melden. Toll w&#228;re, wenn die Beitr&#228;ge bis <del datetime="2009-08-10T15:54:00+00:00">Samhain (31.10.09)</del> Ende des Jahres, sp&#228;testens aber zu Imbolc 2010 in Sack und T&#252;ten w&#228;ren!</p>
<p>Ich bin dankbar, wenn Ihr diesen Aufruf <strong>weiterverbreitet</strong>, bitte dann immer <strong>mit einem Link hierher</strong>.
<div class='footnotes'>
<div class='footnotedivider'></div>
<ol>
<li id='fn-77-1'>z.B. Urs Mattmann, Coming In: Spiritualit&#228;t f&#252;r Schwule und Lesben, M&#252;nchen (K&#246;sel) 2002 <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-77-1'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-77-2'>vgl. Christian de la Huerta: Coming Out Spiritually: The Next Step. Tarcher, 1999, S. 5/6, sowie J&#246;rg Wellenk&#246;tter/Barbara Dietl; “Mein genialer Lehrer Buddha.” Siegess&#228;ule 2006/12, S. 14-16 <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-77-2'>&#8617;</a></span></li>
</ol>
</div>
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		<title>Bibliographie aktualisiert</title>
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		<pubDate>Thu, 11 Jun 2009 13:20:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>thursa</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Mir sind da noch ein paar B&#252;cher genannt worden, die auf die Bibliographie zum Thema queer &#038; Heidentum geh&#246;ren &#8211; ich habe sie etwas erg&#228;nzt. (Und einige geh&#246;ren vielleicht runtergeschmissen, aber das tu ich ein andermal.)
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Mir sind da noch ein paar B&#252;cher genannt worden, die auf die <a href="http://riesenheim.net/rbh/qpaganbib.html">Bibliographie</a> zum Thema queer &#038; Heidentum geh&#246;ren &#8211; ich habe sie etwas erg&#228;nzt. (Und einige geh&#246;ren vielleicht runtergeschmissen, aber das tu ich ein andermal.)</p>
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		<title>Vorl&#228;ufige Bibliographie</title>
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		<pubDate>Sun, 31 May 2009 13:43:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>thursa</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich habe mir mal die M&#252;he gemacht, eine vorl&#228;ufige, unsortierte und noch keineswegs vollst&#228;ndige Bibliographie zum Thema queer und Spiritualit&#228;t zu machen. Sie ist nicht ausschlie&#223;lich heidnisch, hat aber einen heidnischen Fokus, einige B&#252;cher stehen auch noch auf meiner Leseliste. Aus Platz &#8211; und technischen Nervgr&#252;nden steht sie auf einer eigenen Seite.
Bei Interesse stelle ich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich habe mir mal die M&#252;he gemacht, eine vorl&#228;ufige, unsortierte und noch keineswegs vollst&#228;ndige <a href="http://riesenheim.net/rbh/qpaganbib.html">Bibliographie</a> zum Thema queer und Spiritualit&#228;t zu machen. Sie ist nicht ausschlie&#223;lich heidnisch, hat aber einen heidnischen Fokus, einige B&#252;cher stehen auch noch auf meiner Leseliste. Aus Platz &#8211; und technischen Nervgr&#252;nden steht sie auf einer eigenen Seite.</p>
<p>Bei Interesse stelle ich sie gerne auch als BibTeX/RIS-File zur Verf&#252;gung, bitte einfach per Mail (oder auf sonstigen bekannten Kontaktwegen) bescheidsagen.</p>
<p>Wer mir zu dem einen oder anderen noch nicht gelesenen Buch was sagen m&#246;chte oder einen hei&#223;en Tip hat, der noch nicht auf dieser Liste steht, kann hier gerne einen Kommentar hinterlassen.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Die Riesen und ich, oder wie diese Seite zu ihrem Namen kam</title>
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		<pubDate>Sun, 04 Jan 2009 08:50:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>thursa</dc:creator>
				<category><![CDATA[Essays]]></category>
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		<description><![CDATA[Als ich gerade eingeschult war, wurde meine Mutter einmal zum Schuldirektor bestellt, der ihr dann in einem nahezu hysterischen Ton mitteilte: &#8220;Das Kind pa&#223;t sich nicht an!&#8221; Meine Mutter erz&#228;hlte mir das mit einer gewissen H&#228;me. Auch wenn ich nicht glaube und nie geglaubt habe, da&#223; Anpassung etwas Erstrebenswertes ist, ist etwas Wahres daran. Ich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als ich gerade eingeschult war, wurde meine Mutter einmal zum Schuldirektor bestellt, der ihr dann in einem nahezu hysterischen Ton mitteilte: &#8220;Das Kind pa&#223;t sich nicht an!&#8221; Meine Mutter erz&#228;hlte mir das mit einer gewissen H&#228;me. Auch wenn ich nicht glaube und nie geglaubt habe, da&#223; Anpassung etwas Erstrebenswertes ist, ist etwas Wahres daran. Ich war tats&#228;chlich in meinem Leben oft eine Au&#223;enseiterin, habe mich geha&#223;t, seltsam, unverstanden und ausgeschlossen gef&#252;hlt. Fremdheit versus Zuhause-Sein: ein Lebensthema f&#252;r mich.</p>
<p>Was hat das mit Riesen zu tun? Eine ganze Menge.</p>
<p>Die Riesen: das sind die ungez&#228;hmten und unbez&#228;hmbaren Kr&#228;fte der Wildnis. Riesenhafte M&#228;chte sind nicht nur in der nordischen, sondern auch in der indischen und der griechischen Mythologie so etwas wie ein &#228;lteres G&#246;ttergeschlecht. Gerade in der nordischen Mythologie sind die Beziehungen zwischen Riesen, Asen und Wanen kein Schwarz-Wei&#223;-Bild, sondern sehr komplexer Natur. Ein Aufsatz von Diana Paxson machte mich darauf aufmerksam, da&#223; es bis in die Wikingerzeit hinein wahrscheinlich auch kultische Verehrung von Riesen gegeben hat<sup class='footnote'><a href='#fn-30-1' id='fnref-30-1'>1</a></sup> und brachte mich dazu, &#252;ber diese Wesen, die im allgemeinen als Bedrohung der Ordnung, als unkontrollierbare, unzivilisierte und chaotische M&#228;chte gesehen werden, neu nachzudenken.</p>
<p>Ich habe vom Herbst 2006 bis Sommer 2007 eine Phase heftigster Gef&#252;hle von Entfremdung, Seltsamkeit, Abwegig-Sein durchgemacht. Gef&#252;hle, die sich sehr intensiv um meine Spiritualit&#228;t und ein Nicht-Zuhause-Sein in der Form von Frauen- und G&#246;ttinnenspiritualit&#228;t, mit der ich mich bisher identifiziert hatte, drehten, aber auch mit meiner Sexualit&#228;t zu tun hatten &#8211; ich k&#228;mpfte sehr mit den Vorstellungen von M&#228;nnlichkeit und Weiblichkeit, die vielen Wegen, diese Spiritualit&#228;t zu leben, innewohnten. F&#252;r mich waren diese Wege nicht gangbar, und zugleich stellte ich meine Zweifel, meine K&#228;mpfe und mein heftiges Unwohlsein infrage. Stellte ich mich nur an? War ich &#252;bersensibel? &#220;berm&#228;&#223;ig pc, was <em>gender</em> anging? Warum verfing ich mich immer wieder in diesen aufreibenden Diskussionen um m&#228;nnlich und weiblich, maskulin und feminin und meine Unf&#228;higkeit, mit diesen Begriffen zu leben, sie zu akzeptieren und zu gebrauchen, wie es anscheinend jeder andere tat? (Und diese Worte durchzogen mein ganzes Leben &#8211; bis in so allt&#228;gliche Verrichtungen hinein wie die Bedienung einer Bohrmaschine.) Warum hatte ich das Gef&#252;hl, da&#223; weder die &#252;bliche &#8220;Frauenspiritualit&#228;t&#8221; noch das Mainstream-Heidentum queeren Leuten gerecht wurde?</p>
<p>Und da kamen die Riesen ins Spiel. In meiner notorischen Nicht-Angepa&#223;theit, mit meinem Infragestellen von Begriffskonstrukten, die anscheinend jeder mit gr&#246;&#223;ter Selbstverst&#228;ndlichkeit verwendete, ja sie f&#252;r die Wahrheit selbst hielt, in meinem Bed&#252;rfnis, bl&#246;de alte Stereotypen aufzul&#246;sen und dem heteronormativen Konsens subversiv zu Leibe zu r&#252;cken, f&#252;hlte &#8211; und f&#252;hle ich mich noch &#8211; den Riesen der nordischen Mythologie verwandt.<br />
In dem Moment, als ich das Fremdsein, ja sogar das Gef&#252;hl des Nicht-ganz-menschlich-Seins erst einmal f&#252;r mich akzeptiert hatte, entdeckte ich, da&#223; darin Kraft steckt. Die sich &#252;brigens wenige Tage, nachdem ich sie rituell akzeptiert hatte, in einer (bisher nicht wieder erreichten) Bestzeit auf 1000 Meter Schwimmen manifestierte.</p>
<p>Es waren letzten Endes genau die wilden Kr&#228;fte, ein See, ein Wald, eine Horde Wildsauen, die mir im Sommer 2007 bei einem útiseta das Gef&#252;hl, menschlich zu sein (und zwar, nach dem Status als Wesen, das die Erde bewohnt, zuerst einmal menschlich und dann alles andere), wiedergegeben haben. Trotzdem bin ich auch nach wie vor eine Riesenhafte.</p>
<p>Ich lebe also zwischen den Welten &#8211; eine Grenzg&#228;ngerin, die auf Diplomatie angewiesen ist. Ein nicht ganz ungef&#228;hrliches Unterfangen. Und doch waren und sind in vielen Kulturen Homosexuelle und &#8220;gender variants&#8221; diejenigen, deren besondere Gabe diese Art des Weltenwanderns ist: die Vermittlung zwischen der allt&#228;glichen Welt und den &#8220;nichtallt&#228;glichen Wirklichkeiten&#8221;.<sup class='footnote'><a href='#fn-30-2' id='fnref-30-2'>2</a></sup> Ich mag es nicht, auf eine &#8220;traditionelle Rolle&#8221;, sei die auch noch so ehrenvoll, festgeklopf zu werden. Doch hat mich diese Beobachtung ermutigt, mir das Recht zu diesem Weltenwandern zu nehmen.</p>
<p>So also kam ich zu meinem magischen Namen &#8211; und diese Seite, als meine pers&#246;nliche Texte-Grube, dann sp&#228;ter, als ich die Domain registrierte, mit zu dem ihren.
<div class='footnotes'>
<div class='footnotedivider'></div>
<ol>
<li id='fn-30-1'>Diana Paxson: <a href="http://www.hrafnar.org/norse/utgard.html" target="_blank">Utgard. The Role of the Jotnar in the Religion of the North</a>, urspr&#252;nglich erschienen in: MOUNTAIN THUNDER 5, 1992 <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-30-1'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-30-2'>Vgl. z.B. Jenny Blain: Nine Worlds of Seid Magic: Ecstasy and Neo-Shamanism in North-European Paganism, bes. das Kapitel zum Thema <em>ergi</em>. <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-30-2'>&#8617;</a></span></li>
</ol>
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		<title>Christian de la Huerta: Coming Out Spiritually: The Next Step</title>
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		<pubDate>Mon, 06 Oct 2008 17:27:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>thursa</dc:creator>
				<category><![CDATA[Rezensionen]]></category>
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		<description><![CDATA[Jeremy P. Tarcher, 1999, ISBN-10: 0874779669
Schwule, Lesben und Spiritualit&#228;t? Lange war es undenkbar, das in einem Atemzug zu nennen. &#8220;Oh Gott, Religion! Teufelszeug, das uns Schwulen und Lesben immer Schuld und Ausgrenzung beschert.&#8221;, zitiert die Siegess&#228;ule noch im Dezember 2006 &#8211; allerdings nicht unwidersprochen &#8211; die g&#228;ngige Meinung (&#8220;Ich glaube schon&#8221;, Siegess&#228;ule 12/2006, S. 13-21).
Christian [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Jeremy P. Tarcher, 1999, ISBN-10: 0874779669</p>
<p>Schwule, Lesben und Spiritualit&#228;t? Lange war es undenkbar, das in einem Atemzug zu nennen. &#8220;Oh Gott, Religion! Teufelszeug, das uns Schwulen und Lesben immer Schuld und Ausgrenzung beschert.&#8221;, zitiert die Siegess&#228;ule noch im Dezember 2006 &#8211; allerdings nicht unwidersprochen &#8211; die g&#228;ngige Meinung (&#8220;Ich glaube schon&#8221;, Siegess&#228;ule 12/2006, S. 13-21).</p>
<p>Christian de la Huerta befa&#223;t sich unerschrocken trotzdem mit dem Thema. Er nimmt in der queer community einen Mangel wahr: “What is lacking in the queer community [...] is a real sense of self.” Dieser Mangel liegt f&#252;r ihn im Verlust der Spiritualit&#228;t begr&#252;ndet.</p>
<p>Angesichts der Verfolgung und Diskriminierung, die Schwule und Lesben durch etablierte Religionen erfahren haben und immer noch erfahren, sei Religion ein &#8220;turnoff&#8221; f&#252;r viele.<span id="more-32"></span> Jedoch werde dabei oft das Kind mit dem Taufwasser ausgesch&#252;ttet, viele brechen nicht nur ihre Bindungen an religi&#246;se Institutionen, sondern versuchen auch, ihre Spiritualit&#228;t loszuwerden.</p>
<p>Spiritualit&#228;t definiert er als &#8220;pers&#246;nliche Verbindung zu etwas, das gr&#246;&#223;er ist als wir selbst&#8221; (S. 6), die unabh&#228;ngig von institutionalisierter Religion ist.</p>
<p>Im Gegensatz zu der Verteufelung, die etablierte Religionsgemeinschaften Schwulen und Lesben entgegenbringen, demonstriert de la Huerta an einer F&#252;lle von Beispielen, welche speziellen spirituellen Funktionen „gay people“ („gay“ hier im &#252;bergreifenden Sinn von „homosexuell“) in vielen Kulturen der Welt &#252;bernommen haben und noch &#252;bernehmen: vom revolution&#228;ren „catalytic transformer“ &#252;ber „consciousness scouts“ und „shamans and priests“ bis zu „gatekeepers“, die die Tore zu anderen Welten ge&#246;ffnet halten. Insgesamt zehn archetypische Rollen von Schwulen und Lesben diskutiert er im ersten Kapitel, das den Titel „Walking between Worlds“ tr&#228;gt.</p>
<p>Das zweite Kapitel, “Coming In”, dreht sich dagegen erst einmal um das zutiefst Pers&#246;nliche, um die Frage, wie man, ganz unabh&#228;ngig von Institutionen und gesellschaftlichen Rollen, f&#252;r sich selbst den richtigen spirituellen Weg findet. De la Huerta stellt hier verschiedene Wege der Meditation vor, aber auch Bewegungspraktiken wie Yoga, T’ai Chi, Qi Gong, Tanz oder Labyrinthgehen. Auch Atemarbeit, K&#246;rperarbeit und Entheogene werden gew&#252;rdigt.</p>
<p>Sexualit&#228;t ist das Zentrum des dritten Kapitels (“The Faces of Passion”); hier geht es um die Frage, wie man zu einer ges&#252;nderen Sexualit&#228;t finden kann. Hier macht sich die schwule Perspektive am deutlichsten bemerkbar, lesbische und bisexuelle Erfahrungen finden leider wenig Raum.</p>
<p>Das vierte Kapitel, „Coming Out“ ist thematisch recht disparat. Coming Out, sowohl das schwule/lesbische als auch Coming Out im Sinne von „sich innerhalb der schwullesbischen Community als spiritueller Mensch zeigen“, steht neben der Frage, wie man Spiritualit&#228;t in sein Leben integrieren kann und neben Ans&#228;tzen f&#252;r eine gelebte Spiritualit&#228;t. Letztere rangieren von Dankbarkeit als Haltung &#252;ber Lekt&#252;re und Wildniserfahrung bis zum Engagement als spirituellem Weg.</p>
<p>&#196;u&#223;erst interessant ist auch der erste Anhang: Hier hat de la Huerta detailliert aufgeschrieben, was verschiedene Religionen zum Thema Homosexualit&#228;t zu sagen haben. Er ber&#252;cksichtigt dabei nicht nur die gro&#223;en Weltreligionen, sondern auch Taoismus, Native Americans, Voodoo und Santería, neopagane Anschauungen und Wicca; man erf&#228;hrt aber auch von den Bestrebungen von Schwulen und Lesben innerhalb der gro&#223;en Religionen. Ein weiterer Anhang mit Adressen von Organisationen und Anbietern, von denen allerdings die meisten in den USA ans&#228;ssig sind, rundet das Buch ab.</p>
<p>Die St&#228;rke dieses Buches ist seine allumfassende Perspektive ohne Werturteile. Eine Vielfalt an Erfahrungen wird ausgebreitet, Menschen aus sehr verschiedenen spirituellen Richtungen kommen zu Wort. Ein &#252;beraus lesenswertes Buch, besonders f&#252;r Menschen, die noch auf der Suche nach einer ihnen angemessenen Art der Spiritualit&#228;t sind.</p>
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		<title>Manifest f&#252;r ein Netzwerk queerer Heiden und Hexen</title>
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		<pubDate>Fri, 03 Oct 2008 20:14:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>thursa</dc:creator>
				<category><![CDATA[Essays]]></category>
		<category><![CDATA[manifest]]></category>
		<category><![CDATA[queer]]></category>
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		<description><![CDATA[Dieser Text entstand im Herbst 2007 als erkl&#228;render Text f&#252;r das Regenbogenhain-Wiki. Ich hoffe, Ihr verzeiht mir meinen akademischen Ton, aber anders wollte das damals nicht auf den Datentr&#228;ger flie&#223;en.
Religion scheint oft ein Hort von konservativen, queer-feindlichen Anschauungen zu sein, wenn man das &#246;ffentliche Bild betrachtet. Auch in der Szene der alternativen Spiritualit&#228;t ist die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Dieser Text entstand im Herbst 2007 als erkl&#228;render Text f&#252;r das <a href="http://regenbogenhain.midgardr.net/Hauptseite" target="_blank">Regenbogenhain-Wiki.</a> Ich hoffe, Ihr verzeiht mir meinen akademischen Ton, aber anders wollte das damals nicht auf den Datentr&#228;ger flie&#223;en.</em></p>
<p><em></em>Religion scheint oft ein Hort von konservativen, queer-feindlichen Anschauungen zu sein, wenn man das &#246;ffentliche Bild betrachtet. Auch in der Szene der alternativen Spiritualit&#228;t ist die Heteronorm &#8211; wenn auch scheinbar subtiler &#8211; omnipr&#228;sent, es herrschen oft vollkommen unreflektierte essentialistische Anschauungen &#252;ber Geschlechter und Sexualit&#228;ten. D.h. es wird oft davon ausgegangen, da&#223; es nur zwei vollkommen klar abgegrenzte Geschlechter gibt, da&#223; M&#228;nner und Frauen von Natur aus verschieden und in einer Weise komplement&#228;r sind, die eine gleichgeschlechtliche Beziehung als etwas Defizit&#228;res, ja Krankhaftes erscheinen l&#228;&#223;t.<span id="more-19"></span> LGBTQs/queeres Leben werden nicht in der Praxis gespiegelt; auch wenn sie willkommengehei&#223;en werden, bleibt es oft beim &#8220;ja, ist ok&#8221;, aber es wird nichts getan, um queers auch in der spirituellen Praxis sichtbar zu machen und ihre Lebensweisen in den Bereich des Heiligen aufzunehmen. Wir stellen einen einen ganz eklatanten Mangel an spirituellem Angebot f&#252;r Schwule und Lesben au&#223;erhalb der gro&#223;en Religionen fest, und transgenders kommen im Denken der meisten Autoren &#252;berhaupt nicht vor.</p>
<h2>Unser Vorhaben: Sichtbarkeit und Integration!</h2>
<p>Diese generelle Abwesenheit von Angeboten (Internetseiten, B&#252;cher, Gruppen&#8230;) f&#252;r queere Heiden und Hexen vermittelt den Eindruck, da&#223; ein eigener Raum f&#252;r queere Spiritualit&#228;t auch im Heidnischen dringend n&#246;tig ist. Auch wenn es unser Traum ist, da&#223; queeres Leben so selbstverst&#228;ndlich wird, da&#223; man es gar nicht mehr extra benennen, geschweige denn extra R&#228;ume daf&#252;r haben mu&#223;: der Weg dahin ist noch lang und auf dem Weg dahin w&#252;nschen wir uns Vernetzung, die es m&#246;glich macht, unsere anderen Lebensweisen erstmal sichtbar zu machen. Sichtbarkeit ist n&#246;tig: Wir denken, da&#223; ein Sprung von Unterdr&#252;ckung, Ausgrenzung und Totschweigen von Queerem und Weiblichem zum &#8220;Geschlecht und sexuelle Orientierung sind total irrelevant&#8221; unm&#246;glich ist. Denn wenn man auf dem jetzigen Stand des Diskurses Geschlecht, sexuelle Orientierung,&#8230; f&#252;r irrelevant erkl&#228;rt, l&#228;uft man Gefahr, das vorher Unterdr&#252;ckte ebenfalls wieder unter den Tisch fallen zu lassen. Deshalb halte ich es f&#252;r so wichtig, das, was jenseits der wei&#223;en, m&#228;nnlichen Heteronorm liegt, sichtbar, f&#252;hlbar, lebbar zu machen und es ganz bewu&#223;t zu integrieren.</p>
<p>Queere ChristInnen, J&#252;dInnen, Muslime/Muslimas und BuddhistInnen gr&#252;nden ganz selbstverst&#228;ndlich ihre eigenen Netzwerke, weil sie im religi&#246;sen Mainstream auf Intoleranz sto&#223;en. Wir HeidInnen sind in der gl&#252;cklichen Lage, da&#223; der heidnische Mainstream offener f&#252;r Queeres ist. Das macht unseres Erachtens eine Vernetzung nicht unn&#246;tig. Austausch und Wissenssammlung erm&#246;glichen uns, so hoffen wir, uns selbstbewu&#223;t in den heidnischen Mainstream einzubringen, selbstbewu&#223;t Fragen an ihn zu stellen und gemeinsam darauf hinzuarbeiten, da&#223; Queeres ganz selbstverst&#228;ndlich Teil heidnischer Riten, hexischer Magie und alternativer Spiritualit&#228;t wird, da&#223; schlie&#223;lich Sonderr&#228;ume f&#252;r queers nicht mehr notwendig sind.</p>
<h2>Was tun &#8211; ganz praktisch?</h2>
<p>Wir wollen ein Netzwerk spinnen. Ein Netzwerk von LGBTQs und &#8220;queer-freundlichen&#8221; Heteros, von Individuen und Organisationen. Wir wollen Links und Buchempfehlungen sammeln, aber auch Ans&#228;tze entwickeln, wie wir Queeres in heidnische Rituale einbringen k&#246;nnen, wie queere Rituale aussehen k&#246;nnten. Wir wollen einen uns ad&#228;quaten Ausdruck finden f&#252;r die Vielfalt des G&#246;ttlichen oder seine Einheit, die alle Gegens&#228;tze aufhebt.</p>
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