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	<title>riesenheim&#187; religion</title>
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		<title>Nachtrag zu &#8220;Ich bin Muslima, ich bin lesbisch&#8221;</title>
		<link>http://riesenheim.net/2010/12/nachtrag-zu-ich-bin-muslima-ich-bin-lesbisch/</link>
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		<pubDate>Mon, 13 Dec 2010 19:37:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>thursa</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der Fernsehbeitrag, den ich im letzten Post erwähnt habe, war interessant und kann hier nachgeschaut werden. Doch einen Kritikpunkt habe ich:
Ethnie, Kultur und Religion - das bildet in diesem Beitrag eine Gemengelage, die nicht zu entwirren ist. Leider erfuhr ich auch nicht: Die Frau, deren Geschichte da erzählt wird - lebt sie irgendeine Spiritualität? ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Fernsehbeitrag, den ich im letzten Post erwähnt habe, war interessant und kann <a href="http://medien.wdr.de/download/1291928400/frautv/wdr_fernsehen_frautv_20101209.mp4">hier</a> nachgeschaut werden. Doch einen Kritikpunkt habe ich:
<strong>Ethnie, Kultur und Religion</strong> &#8211; das bildet in diesem Beitrag eine Gemengelage, die nicht zu entwirren ist. Leider erfuhr ich auch nicht: Die Frau, deren Geschichte da erzählt wird &#8211; lebt sie irgendeine Spiritualität? Was bedeutet ihr der Islam, hat sie sich vollkommen davon distanziert, ist das für sie nur das Sittengesetz, nach dem die türkische Community lebt, vor der sie ihrer Familie zuliebe ihr Lesbischsein verbirgt?
Religion erscheint da wieder einmal als unwandelbarer Block, mit dem als Homosexuelle/r keine Verhandlung möglich ist, wo Lesben und Schwule keine eigene Handlungsmacht haben außer: jegliche Religion abzulehnen.
Es ist verdienstvoll, daß überhaupt im Fernsehen über Lesbischsein gesprochen wird, und dann auch im Zusammenhang mit dem Islam. Differenzierung wäre jedoch wünschenswert.</p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://riesenheim.net/?flattrss_redirect&amp;id=246&amp;md5=e8354cd541b3bc3daab4ce50cafbe3d6" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://riesenheim.net/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Heidnische Praxis II: Die Crux mit den Begrifflichkeiten</title>
		<link>http://riesenheim.net/2010/09/heidnische-praxis-ii-die-crux-mit-den-begrifflichkeiten/</link>
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		<pubDate>Sat, 04 Sep 2010 01:11:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>thursa</dc:creator>
				<category><![CDATA[Essays]]></category>
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		<description><![CDATA[Ich habe ja ein Weilchen überlegt: Soll ich diese Serie umbenennen, angesichts der ganzen auch eher theoretischen Dinge, die mir dazu einfallen? Soll ich mich auf das Praktische konzentrieren? Dann entschied ich: Ich mache unter dem gewählten Titel weiter und fasse das Thema einfach relativ offen. Zum einen, weil Praxis für mich mehr ist ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich habe ja ein Weilchen überlegt: Soll ich diese Serie umbenennen, angesichts der ganzen auch eher theoretischen Dinge, die mir dazu einfallen? Soll ich mich auf das Praktische konzentrieren? Dann entschied ich: Ich mache unter dem gewählten Titel weiter und fasse das Thema einfach relativ offen. Zum einen, weil Praxis für mich mehr ist als Ritualrezepte und Übungsanleitungen. Zum anderen, weil eben der Titel schon da ist und zum dritten, weil theoretische Erörterungen doch gelegentlich praktische Auswirkungen haben.
Darum fasse ich den Titel dieses Teils in eine ganz praktische Frage: <strong>In welchen Begriffen kann ich über das, was ich mache, reden</strong>?</p>

<p>Ein Beispiel: Wenn ich mit jemandem, der nicht in der heidnischen Landschaft bewandert ist, über Religion spreche, bezeichne ich mich als &#8220;Heidin&#8221;. Das führt manchmal zu Mißverständnissen, aber &#8220;Asatrú&#8221; versteht eben kaum jemand. Um ganz exakt zu sein, müßte ich sagen: &#8220;Ich bin eine Polytheistin, die sich vorrangig auf die nordische Mythologie, aber auch auf neo-schamanistische und animistische Konzepte stützt.&#8221; Eine ziemlich umständliche Erklärung, mal davon abgesehen &#8220;Neoschamanismus&#8221; und &#8220;Animismus&#8221; für viele eben zwar nach irgendwas Primitivem und Exotischem klingen, aber eben kaum jemand damit tatsächlich Inhalte verbinden kann.</p>

<p>Nehmen wir zum Beispiel <strong>&#8220;Heide/Heidin&#8221;</strong> und <strong>&#8220;Heidentum&#8221;</strong>. <span id="more-178"></span>Ursprünglich war das eine abwertende Bezeichnung für einen Menschen, der nicht Christ und auch nicht Jude ist, im Mittelalter wurden auch Muslime als &#8220;Heiden&#8221; bezeichnet; als &#8220;Heiden&#8221; bezeichnen sich manchmal auch Leute, die sich schlicht von etablierten Religionen distanzieren. Manche, die im Spektrum des Neuen Heidentums unterwegs sind, lehnen den Begriff des Heidentums eben wegen seiner pejorativen Bedeutung ab. Für mich hingegen ist er ein &#8220;Geusenwort&#8221; geworden, so ähnlich wie der Begriff &#8220;schwul&#8221; &#8211; eine ehemalige Beschimpfung hat sich zur stolzen und provokativen Selbstbezeichnung gewandelt. In diesem Sinne finde ich &#8220;heidnisch&#8221; sogar kraftvoller als &#8220;naturreligiös&#8221;.</p>

<p>Nehmen wir den Komplex <strong>Spiritualität/Religion</strong>:
Wie problematisch es ist, Asatrú als Religion zu verstehen, hat Martin in seinem Artikel &#8220;<a href="http://martinm.twoday.net/stories/4166612/">Die alten Germanen hatten keine Religion</a>&#8221; bereits beschrieben.
Religion, das konnotiert für mich auch: ein kodifizierter Satz von Glaubensinhalten, Verhaltensregeln und Institutionen. Und genau das gibt es für mich im Asatrú nicht.</p>

<p>Spiritualität wird im &#8220;Lexikon neureligiöser Gruppen, Szenen und Weltanschauungen&#8221; wie folgt beschrieben: Im christlichen Verständnis sei S. eigentlich eine lebenspraktische Haltung, etwa &#8220;eine akthafte und zuständliche (habituelle) Durchstimmtheit seines Lebens von seinen objektiven Letzteinsichten und Letztentscheidungen her&#8221;.<sup class='footnote'><a href='#fn-178-1' id='fnref-178-1'>1</a></sup> Im Sinne der &#8220;neuen Religiosität&#8221; sei S. ein inflationär verwendeter, unscharfer Begriff, der die &#8220;Suche nach Sinn und Ziel eines Daseins, das sich nicht in somatischen und physischen Abläufen erschöpft&#8221; sowie Selbstverwirklichung (und Sinnschöpfung?, d.Verf.) über das Materielle hinaus bedeute.<sup class='footnote'><a href='#fn-178-2' id='fnref-178-2'>2</a></sup>
Elisabeth Gräb-Schmidt beschreibt in der renommierten RGG Spiritualität folgendermaßen:</p>

<blockquote>Spiritualität insistiere &#8220;auf der lebensspendenden Kraft der Innerlichkeit, die sich in der Fähigkeit zeigt, nach Ursprung, Identität, Ziel und Bestimmung des Lebens zu fragen.&#8221; Spiritualität als &#8220;Ort in der Mitte des Lebens&#8221;, als &#8220;hermeneutisches Organisationszentrum des gesamten menschlichen Lebensdeutungsprozesses&#8221; und &#8220;innere Kraft zur Ganzerfassung des Lebens&#8221;. <sup class='footnote'><a href='#fn-178-3' id='fnref-178-3'>3</a></sup></blockquote>

<p>Bei <a href="http://martinm.twoday.net/">Martin</a> fand ich eine für mich recht brauchbare Definition von Spiritualität:</p>

<blockquote>Spiritualität sei die Fähigkeit zu Transzendenzerfahrungen, biologisch unterschiedlich stark veranlagt und kulturell ausprägbar. Unter Transzendenzerfahrung sind hierbei Erweiterungserfahrungen zu verstehen: Die Betreffenden erfahren sich als Teil eines &#8220;größeren Ganzen&#8221;, in dem &#8220;keine Grenzen mehr sind&#8221;, ja, &#8220;alles als Eines&#8221; erkannt werde. Etwas weniger anspruchsvoll: Spiritualität beschreibt das Verhalten zu &#8220;außeralltäglichen&#8221; Erfahrungen, wie Entgrenzungs- und Alleinheitserfahrungen, Visionen etc&#8230; <sup class='footnote'><a href='#fn-178-4' id='fnref-178-4'>4</a></sup></blockquote>

<p>Ich persönlich kann mit diesem Begriff von Spiritualität durchaus etwas anfangen. Und doch ist er mir <strong>in seiner allgemein üblichen Verwendung</strong> eigentlich zu luftig und allgemein, benennt das, was durchaus formalisiert ist, was sozial ist an meinem Bund mit Gött_innen und Geistern, nicht; &#8220;Spiritualität&#8221; klingt in meinen Ohren nach etwas sehr individuellem, eher nicht nach etwas Sozialem und Verbindlichem. Mein Asatrú ist nämlich durchaus ein Gruppending, eine Sache, die ich nicht so gut ganz alleine praktizieren kann.
Nach der Definition von Vaas/Blume wäre ich zugleich in einem gewissen Maße religiös, da ja &#8220;übernatürliche&#8221; Akteure in Gestalt von Geistern und Göttern eine recht zentrale Rolle für mich spielen. Aber religiös im Sinne von &#8220;ich benutze ein als gottgegeben angesehenes Regelwerk als Orientierungshilfe für mein Leben&#8221; bin ich nicht.</p>

<p>Oder nehmen wir &#8220;glauben&#8221;. Ich vermeide dieses Wort. Das mit meinen Hohen fing bei mir an zu funktionieren, als ich es als &#8220;Arbeitshypothese&#8221; anfing zu begreifen, die sich flugs als tragfähig erwies &#8211; eine Arbeitshypothese, ein &#8220;ich setze jetzt mal voraus, daß das so und so ist, und schaue mal, was ich daran nach ein paar Experimenten modifizieren muß oder ob ich es ganz über den Haufen schmeißen muß&#8221;, ist kaum etwas, das mit Glauben im landläufigen Sinn zusammenpaßt. 
Ganz davon abgesehen: &#8220;Glauben&#8221; klingt in meinen Ohren nach Überzeugung im Kopf, nach etwas, das ich als Faktum für wahr halten will. Reichlich intellektuell. Spiritualität ist jedoch für mich bei allem, was mein Kopf dabei auch zu tun hat, Herzens- und Bauchsache. Drama, Sinnlichkeit, Emotion: das darf nicht nur dabei sein, das sollte dabei sein. So viel ich außenrum denke und reflektiere und gestalte, im Ritual selbst dürfen andere Kapazitäten als meine <em>ratio</em> dominant sein.</p>

<p>Noch mehr Begriffe: die bereits angesprochene &#8220;Naturreligion&#8221; und &#8220;Naturspiritualität&#8221;. Der Begriff &#8220;Natur&#8221; wäre Stoff für ein erkenntniskritisches Essay; nur soviel: ich empfinde Asatrú nur beschränkt als &#8220;Naturreligion&#8221;. Zur &#8220;Natur&#8221; &#8211; verstanden als nicht-menschliche oder mehr-als-menschliche Umwelt &#8211; habe ich durchaus ein positives Verhältnis. Es rückt mich wieder gerade und füllt mein inneres Bildarchiv auf, wenn ich in Bergen und Wäldern unterwegs sein kann, ich mache gerne morgens auf dem Weg zur Arbeit einen winzigen Umweg, um ein, zwei Minuten unter meiner Lieblingseibe stehen zu bleiben. Doch ich sehe mein Asatrú nicht als &#8220;Naturreligion&#8221; im Sinne einer ursprünglichen, schon immer dem Menschen &#8220;von Natur aus&#8221; gegebenen Religiosität: ich beziehe mich da ja auf Mythologie, Überlieferung, ich stütze mich auch auf Wissenschaft (z.B., wenn es um die Runen geht). Und ich versuche, Kultur und Natur nicht als antagonistische Begriffe zu verstehen. Ich setze mich mit dem historischen Gewordensein auseinander. Selbst schamanistische Praktiken haben für mich, auch wenn Michael Harner ihnen nicht so unplausibel Universalität unterstellt, zumindest ein kulturelles Moment. Was mir auf meinen Reisen begegnet, kann ich durch Bedeutungsstrukturen, die immer schon kulturell sind, erst wahrnehmen &#8211; vom Deuten und Verstehen ganz zu schweigen.
Was in diesem Punkt möglicherweise die sog. &#8220;Naturreligionen&#8221; von den etablierten Religionen &#8211; zumindest den abrahamitischen &#8211; unterscheidet, ist ihr Naturbild: Natur erscheint modernen Heiden eben nicht mehr als etwas, das unterworfen werden muß, der Mensch ist nicht mehr die Krone der Schöpfung, sondern ist gleichberechtigt mit Bäumen, Tieren, Felsen, Seen und Wesen wie Elfen, Zwergen, Riesen und Landgeistern.</p>

<p>Ich habe vorerst keine Lösung für meine Begriffs-Schwierigkeiten: Was die meisten Leute verstehen, trifft meine Praxis nicht, und was sie genau beschreiben würde, ist unverständlich. Das ist nicht nur ein semiotisches Phänomen, sind doch die Konzepte selbst, um die es geht, vielen noch fremder als die Begrifflichkeiten. Darum werde ich weiter, in Ermangelung besserer Begriffe, von &#8220;heidnischer Spiritualität&#8221; sprechen &#8211; und mir hier und da, wenn ich denn jemanden vor mir habe, der die Erörterung auch hören will, die Zeit nehmen, eine Erläuterung abzugeben.</p>

<div class='footnotes'><div class='footnotedivider'></div><ol><li id='fn-178-1'>Josef Weismayer, in: Josef Weismayer, Ferdinand Rauch, Artikel &#8220;Spiritualität&#8221;, in: Lexikon neureligiöser Gruppen, Szenen und Weltanschauungen : Orientierungen im religiösen Pluralismus / hrsg. von Harald Baer &#8230; &#8211; Freiburg im Breisgau (u.a.) : Herder, 2005, Sp. 1231-33 <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-178-1'>&#8617;</a></span></li><li id='fn-178-2'>Ferdinand Rauch, in: Josef Weismayer, Ferdinand Rauch, Artikel &#8220;Spiritualität&#8221;, in: Lexikon neureligiöser Gruppen, Szenen und Weltanschauungen : Orientierungen im religiösen Pluralismus / hrsg. von Harald Baer &#8230; &#8211; Freiburg im Breisgau (u.a.): Herder, 2005, Sp. 1231-33 <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-178-2'>&#8617;</a></span></li><li id='fn-178-3'>Elisabeth Gräb-Schmidt, Artikel &#8220;Spiritualität&#8221;, in: Religion in Geschichte und Gegenwart : Handwörterbuch für Theologie und Religionswissenschaft. &#8211; 7. R-S / hrsg. von Hans Dieter Betz &#8230;. &#8211; 4., völlig neu bearb. Aufl., Tübingen 2004, Sp. 1593-4 <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-178-3'>&#8617;</a></span></li><li id='fn-178-4'>Rüdiger Vaas, Michael Blume: Gott, Gene und Gehirn. Warum Glaube nützt. Die Evolution der Religiosität, Hirzel 2008, zitiert nach: MMs Senf, <a href="http://martinm.twoday.net/stories/6497382">Spiritualität (und Religiosität)</a>, Artikel vom 5.9.2010 <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-178-4'>&#8617;</a></span></li></ol></div>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://riesenheim.net/?flattrss_redirect&amp;id=178&amp;md5=4615c87cac989076f9e103e8c1ef847d" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://riesenheim.net/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Homosexualität vs. Religion vs. Spiritualität. Ein Rant</title>
		<link>http://riesenheim.net/2010/08/homosexualitaet-vs-religion-vs-spiritualitaet-ein-rant/</link>
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		<pubDate>Wed, 11 Aug 2010 14:10:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>thursa</dc:creator>
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		<description><![CDATA["Wehe denen, die Frauen weihen wollen", titelte vor einiger Zeit die maedchenmannschaft. Für die, die nicht selbst dem Link folgen wollen: In dem Artikel ging es darum, daß der Vatikan nun den Versuch, Frauen zu katholischen Priesterinnen zu ordinieren, auf dieselbe Stufe wie sexualisierte Kindesmißhandlung stellt [1. von "Mißbrauch" zu reden, klingt für mich, ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;<a href="http://maedchenmannschaft.net/wehe-denen-die-frauen-weihen-wollen/">Wehe denen, die Frauen weihen wollen</a>&#8220;, titelte vor einiger Zeit die <a href="http://maedchenmannschaft.net">maedchenmannschaft</a>. Für die, die nicht selbst dem Link folgen wollen: In dem Artikel ging es darum, daß der Vatikan nun den Versuch, Frauen zu katholischen Priesterinnen zu ordinieren, auf dieselbe Stufe wie sexualisierte Kindesmißhandlung stellt <sup class='footnote'><a href='#fn-161-1' id='fnref-161-1'>1</a></sup>, sowie um den Protest katholischer Frauen in England, die gerne auch Priesterinnen hätten.</p>

<p>Was hat das mit mir und mit dieser Seite zu schaffen? Primär nichts, aber es macht mich einmal mehr auf einige populäre Verwechslungen aufmerksam, die sehr viel mit meinem Thema zu tun haben.
Denn: wenn mal wieder Nachrichten durchs Netz schwirren, die entweder mit Frauen und Religion oder mit Homosexualität und Religion zu tun haben, dann steht die Religion meistens als Gegner da, dann sind es die Horte extrem konservativer Vorstellungen, die Religion gepachtet zu haben scheinen. Entsprechend dachte ich mir bei dieser Nachricht auch: &#8220;Schon wieder nur miese Nachrichten über Religion!&#8221;<span id="more-161"></span>In guter marxistischer Tradition, scheint mir, wird in den meisten linken, damit auch feministischen und queeren Zusammenhängen Religion, Spiritualität und überhaupt alles, was &#8220;transzendent&#8221; riecht, als antiemanzipatorisch, als Mittel zur Ruhigstellung von Menschen, die ansonsten vielleicht gegen das unerträgliche Diesseits aufbegehren würden, als Hort konservativer Vorstellungen abgelehnt. Und auch Schwule und Lesben scheinen ja zum großen Teil Religion als etwas, was ihnen nur &#8220;Schuld und Ausgrenzung beschert&#8221;<sup class='footnote'><a href='#fn-161-2' id='fnref-161-2'>2</a></sup>, für sich abzulehnen. Dabei wird jedoch gleichgesetzt: Spiritualität = Religion = Kirche. Drei total verschiedene Paar Schuhe!</p>

<p>Ein Teil der Misere ist von spiritueller Seite, was die Hexenszene angeht, wahrscheinlich auch hausgemacht. Ich teile in dieser Hinsicht Distels folgenden Eindruck:</p>

<blockquote>Mein Eindruck ist es, dass die moderne Hexenszene und die naturspirituelle Szene und die Frauenspiri-Szene insofern rückständig sind (und vielleicht auch schon vor Jahren den Anschluss an aktuelle feministische Diskussionen verloren haben), dass kaum irgendwo erkennbar ist, dass sich eine Gruppe mit dieser Frage [die Rede ist von uneindeutigen Geschlechtsidentitäten, Transidentität und <em>queer</em>] auseinandergesetzt hat. Es ist auch kaum zu verzeichnen, jedenfalls dort wo ich so mich umtue, dass in der Spiri-Frauen-Szene eine ähnliche Bereicherung durch vielfältigste Entwürfe und Politiken von Queer-Seite stattfand wie in der feministischen Ecke.

Vielleicht haben die dekonstruktiven Feministinnen, Queers und TransFrauen die spirituelle Frauenbewegung auch vor vielen Jahren schon als hoffnungslos antiquiert abgeschrieben und sind abgezogen zu neuen Orten, bzw. dort geblieben wo Allianzen möglich waren – und wir schmoren so unbemerkt im eigenen Saft, lesen die ollen Schinken von Heide Göttner-Abendroth und hängen uns wie in den 70er Jahren Göttinnenanhänger an den Hals und fühlen uns avantgardistisch. Während fortschrittlichere Kräfte ganz woanders sind.<sup class='footnote'><a href='#fn-161-3' id='fnref-161-3'>3</a></sup></blockquote>

<p>Was ich mir eigentlich wünsche, wäre:</p>

<ul>
<li>daß auch emanzipative Medien über positive Beispiele aus diesem Bereich mal berichten</li>
<li>daß autonom gelebte, selbst gestaltete Spiritualität überhaupt als Option wahrgenommen wird</li>
<li>daß Religion und Spiritualität nicht den Fundis und Vatikanen dieser Welt überlassen werden, aber auch nicht den kommerziellen Esoanbietern.</li>
</ul>

<p>Nur: Was tun? Außer beharrlich den Spagat zu wagen zwischen autonomer Spiritualität, dem Beharren auf einer Weltsicht, die mehr als das Klotzmaterialistische zuläßt, und dem kritischen Hinterfragen und einem freundschaftlichen Verhältnis zur Wissenschaft fällt mir wenig ein.</p>

<p>So, genug gemeckert.</p>

<div class='footnotes'><div class='footnotedivider'></div><ol><li id='fn-161-1'>von &#8220;Mißbrauch&#8221; zu reden, klingt für mich, als gäbe es einen korrekten <em>Ge</em>brauch von Kindern <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-161-1'>&#8617;</a></span></li><li id='fn-161-2'>“Ich glaube schon”, Siegessäule 12/2006, S. 13-21 <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-161-2'>&#8617;</a></span></li><li id='fn-161-3'><a href="http://www.wurzelwerk.at/thema/weibercraft37.php">Doppelherz – oder: Zweier Herrinnen Dienerin</a> <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-161-3'>&#8617;</a></span></li></ol></div>
<p class="wp-flattr-button"></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Christian de la Huerta: Coming Out Spiritually: The Next Step</title>
		<link>http://riesenheim.net/2008/10/christian-de-la-huerta-coming-out-spiritually-the-next-step/</link>
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		<pubDate>Mon, 06 Oct 2008 17:27:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>thursa</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Jeremy P. Tarcher, 1999, ISBN-10: 0874779669

Schwule, Lesben und Spiritualität? Lange war es undenkbar, das in einem Atemzug zu nennen. "Oh Gott, Religion! Teufelszeug, das uns Schwulen und Lesben immer Schuld und Ausgrenzung beschert.", zitiert die Siegessäule noch im Dezember 2006 - allerdings nicht unwidersprochen - die gängige Meinung ("Ich glaube schon", Siegessäule 12/2006, S. ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Jeremy P. Tarcher, 1999, ISBN-10: 0874779669</p>

<p>Schwule, Lesben und Spiritualität? Lange war es undenkbar, das in einem Atemzug zu nennen. &#8220;Oh Gott, Religion! Teufelszeug, das uns Schwulen und Lesben immer Schuld und Ausgrenzung beschert.&#8221;, zitiert die Siegessäule noch im Dezember 2006 &#8211; allerdings nicht unwidersprochen &#8211; die gängige Meinung (&#8220;Ich glaube schon&#8221;, Siegessäule 12/2006, S. 13-21).</p>

<p>Christian de la Huerta befaßt sich unerschrocken trotzdem mit dem Thema. Er nimmt in der queer community einen Mangel wahr: “What is lacking in the queer community [...] is a real sense of self.” Dieser Mangel liegt für ihn im Verlust der Spiritualität begründet.</p>

<p>Angesichts der Verfolgung und Diskriminierung, die Schwule und Lesben durch etablierte Religionen erfahren haben und immer noch erfahren, sei Religion ein &#8220;turnoff&#8221; für viele.<span id="more-32"></span> Jedoch werde dabei oft das Kind mit dem Taufwasser ausgeschüttet, viele brechen nicht nur ihre Bindungen an religiöse Institutionen, sondern versuchen auch, ihre Spiritualität loszuwerden.</p>

<p>Spiritualität definiert er als &#8220;persönliche Verbindung zu etwas, das größer ist als wir selbst&#8221; (S. 6), die unabhängig von institutionalisierter Religion ist.</p>

<p>Im Gegensatz zu der Verteufelung, die etablierte Religionsgemeinschaften Schwulen und Lesben entgegenbringen, demonstriert de la Huerta an einer Fülle von Beispielen, welche speziellen spirituellen Funktionen „gay people“ („gay“ hier im übergreifenden Sinn von „homosexuell“) in vielen Kulturen der Welt übernommen haben und noch übernehmen: vom revolutionären „catalytic transformer“ über „consciousness scouts“ und „shamans and priests“ bis zu „gatekeepers“, die die Tore zu anderen Welten geöffnet halten. Insgesamt zehn archetypische Rollen von Schwulen und Lesben diskutiert er im ersten Kapitel, das den Titel „Walking between Worlds“ trägt.</p>

<p>Das zweite Kapitel, “Coming In”, dreht sich dagegen erst einmal um das zutiefst Persönliche, um die Frage, wie man, ganz unabhängig von Institutionen und gesellschaftlichen Rollen, für sich selbst den richtigen spirituellen Weg findet. De la Huerta stellt hier verschiedene Wege der Meditation vor, aber auch Bewegungspraktiken wie Yoga, T’ai Chi, Qi Gong, Tanz oder Labyrinthgehen. Auch Atemarbeit, Körperarbeit und Entheogene werden gewürdigt.</p>

<p>Sexualität ist das Zentrum des dritten Kapitels (“The Faces of Passion”); hier geht es um die Frage, wie man zu einer gesünderen Sexualität finden kann. Hier macht sich die schwule Perspektive am deutlichsten bemerkbar, lesbische und bisexuelle Erfahrungen finden leider wenig Raum.</p>

<p>Das vierte Kapitel, „Coming Out“ ist thematisch recht disparat. Coming Out, sowohl das schwule/lesbische als auch Coming Out im Sinne von „sich innerhalb der schwullesbischen Community als spiritueller Mensch zeigen“, steht neben der Frage, wie man Spiritualität in sein Leben integrieren kann und neben Ansätzen für eine gelebte Spiritualität. Letztere rangieren von Dankbarkeit als Haltung über Lektüre und Wildniserfahrung bis zum Engagement als spirituellem Weg.</p>

<p>Äußerst interessant ist auch der erste Anhang: Hier hat de la Huerta detailliert aufgeschrieben, was verschiedene Religionen zum Thema Homosexualität zu sagen haben. Er berücksichtigt dabei nicht nur die großen Weltreligionen, sondern auch Taoismus, Native Americans, Voodoo und Santería, neopagane Anschauungen und Wicca; man erfährt aber auch von den Bestrebungen von Schwulen und Lesben innerhalb der großen Religionen. Ein weiterer Anhang mit Adressen von Organisationen und Anbietern, von denen allerdings die meisten in den USA ansässig sind, rundet das Buch ab.</p>

<p>Die Stärke dieses Buches ist seine allumfassende Perspektive ohne Werturteile. Eine Vielfalt an Erfahrungen wird ausgebreitet, Menschen aus sehr verschiedenen spirituellen Richtungen kommen zu Wort. Ein überaus lesenswertes Buch, besonders für Menschen, die noch auf der Suche nach einer ihnen angemessenen Art der Spiritualität sind.</p>
<p class="wp-flattr-button"></p>]]></content:encoded>
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		<title>Heidentum: Eine ganz persönliche Darstellung</title>
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		<pubDate>Fri, 03 Oct 2008 20:23:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>thursa</dc:creator>
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		<category><![CDATA[religion]]></category>

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		<description><![CDATA[Diesen Text habe ich vor etwa zwei Jahren geschrieben - er bedarf sicher inzwischen einiger Überarbeitungen, Aktualisierungen und Richtigstellungen. Aber ich stelle ihn mal, aus sozusagen dokumentarischen Gründen, hier herein.

"Satan! Satan!" haben mir schon oft Leute nachgerufen, wenn sie mich mit einem Pentagramm um den Hals gesehen haben. Die (sehr christlich geprägte) Freundin eines ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Diesen Text habe ich vor etwa zwei Jahren geschrieben &#8211; er bedarf sicher inzwischen einiger Überarbeitungen, Aktualisierungen und Richtigstellungen. Aber ich stelle ihn mal, aus sozusagen dokumentarischen Gründen, hier herein.</em></p>

<p>&#8220;Satan! Satan!&#8221; haben mir schon oft Leute nachgerufen, wenn sie mich mit einem Pentagramm um den Hals gesehen haben. Die (sehr christlich geprägte) Freundin eines Freundes machte sich Sorgen, daß ich Geister beschwören könnte, als sie mich eines Tages Karten legen sah. Dabei tragen viele Gothics das Pentagramm gar nicht als religiöses Statement, und die Karten funktionieren ohne jeglichen transzendenten Bezug. Es scheint, als riefen Symbole mit einer auch nur entfernt magischen Aura in unserer ach so aufgeklärten Zeit immer noch &#8211; oder wieder &#8211; ein altes Unbehagen wach, und das um so mehr, als heutige Menschen den Umgang mit dem, was ihr Alltagsbewußtsein nicht erfassen kann, in keiner Form mehr gewöhnt sind.<span id="more-21"></span></p>

<p>Ich bin in einem Umfeld aufgewachsen, das von vielerlei religiösen Einflüssen geprägt war: Vorstellungen der amerikanischen Ureinwohner, Neue Hexen, Transzendentale Meditation, Hinduismus, Buddhismus, Neo-Sannyasins &#8211; das Christentum bekam ich lediglich über den Religionsunterricht mit, den ich als Schülerin an einem Mädchengymnasium in katholischer Trägerschaft besuchen mußte (was ich damals allerdings ganz interessant fand, denn wir hatten eine wirklich liebe Relilehrerin, die interessante Sachen mit uns durchnahm). Vor allem aber faszinierte mich schon damals die griechisch-römische Götterwelt, die ich im Lateinunterricht kennenlernte.
Langer Rede kurzer Sinn: Irgendwie stand für mich nie in Frage, daß es so etwas wie eine &#8220;transzendente Welt&#8221; gibt. Ich mag allerdings den Begriff &#8220;Transzendenz&#8221; nicht sonderlich: er konnotiert für mich etwas von &#8220;Jenseits&#8221;, und gerade das Jenseits, der Himmel, die Erlösung außerhalb der Welt ist eine Vorstellung, die sich mit einer göttlichen Natur (zumindest für mich) nicht gut verträgt. Lieber ist mir daher der Begriff der &#8220;nichtalltäglichen Wirklichkeit&#8221;, der aus dem Neo-Schamanismus kommt. Wobei, was wäre, wenn es selbstverständlicher Bestandteil unserer Realität würde, den Weltenbaum herauf und herunter zu reisen oder unseren Hausgeistern eine Ziggi und einen Kurzen zu spendieren &#8211; wie &#8220;nichtalltäglich&#8221; wäre diese Realität dann noch?</p>

<h3>Heiden &#8211; ein schillernder Begriff</h3>

<p>&#8220;Paganus&#8221;, &#8220;Heide&#8221;, war in der römischen Spätantike die Bezeichnung für einen Nichtchristen, der nicht Jude war. Der Begriff hatte anfangs nur eine Konnotation von Ländlichkeit, später wurde ihm &#8211; teilweise bis heute &#8211; eine abwertende Färbung beigelegt.
Als Heiden bezeichen sich heute auch manchmal AtheistInnen ohne Kirchenzugehörigkeit. Diese Verwendung des Begriffs bezieht sich dann nur auf den Aspekt, keiner etablierten Religionsgemeinschaft anzugehören &#8211; etwas, das sie auf alle Fälle mit vielen religiösen Heiden gemeinsam haben. Moderne Heiden sind aber nicht nur durch das zu beschreiben, woran sie nicht glauben. Obwohl das heidnische Feld ein großes, heterogenes ist, in dem sich zahllose Gruppen, Grüppchen und Einzelpersonen tummeln, läßt sich doch einiges darüber genau sagen.</p>

<h3>Naturreligion</h3>

<p>Modernes Heidentum ist eine Naturreligion: Die Natur ist das Göttliche, das Göttliche ist in der Natur zu finden. Das Göttliche ist in dieser Welt. Es gibt keinen Gegensatz zwischen Göttern und der Welt; das Heil ist nicht jenseits dieser Welt zu finden, sondern genau in ihr. Darum wird das moderne Heidentum von manchen Religionswissenschaftlern als &#8220;Diesseitsreligion&#8221; beschrieben. Ein Begriff, der für meine Ohren einen etwas pejorativen Beiklang hat: Da klingt das abwertende Diktum von der &#8220;Spaßgesellschaft&#8221; mit, da assoziiere ich Materialismus und Egotrips. Und tatsächlich: der Körper, Sinnlichkeit, Lebensfreude und Lust (ob am Sex, am Essen, an Musik oder auch mal an einem Gewitterregen) sind Heiden heilig. Den meisten (von den braunen Odinskatholiken mal zu schweigen, keine Ahnung, wie&#8217;s bei denen aussieht. Ich will&#8217;s gar nicht wissen). Das mag für strenge Christen ein Schlag ins Gesicht sein, ist doch vieles, was Heiden heilig ist, ihnen eine Sünde. Heiden sind aber mitnichten Satanisten, die das, was im Christentum aus dem Ritual und aus dem Bereich des Heiligen verdammt wurde, nur deswegen zelebrieren, weil es eben Christen als Sünde gilt. Natürlich gibt es eine Menge Heiden, die christlich erzogen worden sind und sich davon erst einmal freimachen müssen. Und Heiden verehren nicht nur die &#8220;lichten&#8221; Aspekte der vielfältigen göttlichen Wesen. Was aber gut und was böse ist &#8211; wer bestimmt das letztendlich? Und wonach? Auch destruktive Mächte haben in der heidnischen Weltsicht ihre Notwendigkeit, ihren Platz und sogar ihre guten Seiten.
Viele Heiden gehen auch davon aus, daß es Wesen gibt, die sich unserer alltägliche Wahrnehmung meistens entziehen, wie Geister oder Feen, und daß Menschen mit diesen Wesen zusammenleben, ja sogar kooperieren können &#8211; eine Auffassung, die quer zu modernem Rationalismus steht und doch irgendwie sein verdrängtes Anderes zu sein scheint.</p>

<h3>Von Göttern und Menschen</h3>

<p>Es gibt soviele Spielarten der heidnischen Religion, wie es Heiden gibt, könnte ich jetzt sagen. Heiden können pan(en)theististisch sein (es gibt eine universale göttliche Kraft, die in allem wirkt) oder polytheistisch (es gibt viele Götter) oder auch viele Schattierungen dazwischen einnehmen. Sie können Götter als Symbole begreifen oder als tatsächlich vorhandene Wesen. Zum weitgespannten heidnischen Feld gehören aber auch Leute, die sich mehr an schamanischen und animistischen Vorstellungen orientieren und für die Göttinnen und Götter weniger bedeuten. Heiden können sich auf die Mythologie einer bestimmten Kultur beschränken oder eklektisch arbeiten, das heißt, Wesenheiten aus verschiedensten Kulturen in ihre Praxis einbeziehen. Sie können vorgeben, traditionell zu arbeiten (was meines Erachtens problematisch ist, da wir nur in den Ausnahmefällen, in denen eine polytheistische oder animistische Tradition bis heute überlebt hat &#8211; was meist den einigen Zeitgenossen unangenehmen Nebeneffekt hat, daß man sie sich nicht einfach beliebig aneignen kann &#8211; wirklich Gesichertes über solche Traditionen wissen), oder sich ganz klar bewußt sein, daß ihre Religion eine Neuschöpfung ist.</p>

<p>Soviel als erste, wirre Gedanken zu dem Thema. To be continued&#8230;</p>

<h2>Links zum Thema</h2>

<p><a href="http://www.rabenclan.de/" target="_blank">Der Rabenclan</a></p>

<p><a href="http://www.nornirsaett.de/" target="_blank">Nornirs Aett</a> &#8211; &#8220;Asatrú zum Selberdenken&#8221;</p>

<p><a href="http://www.derhain.de/" target="_blank">Der Hain</a> &#8211; ein kleines, nicht allzu oft upgedatetes Projekt, das aber interessante, kritische Texte zum Thema Heidentum bietet</p>

<p><a href="http://www.eibensang.de/" target="_blank"> eibensang.de</a> &#8211; die HP von Duke Meyer, einem Menschen, der wunderbar poetische Interpretationen der germanischen Götter schreibt und herrlich bissige Texte über braune Zeitgenossen und andere Danebenheiten</p>
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