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	<title>riesenheim&#187; schwul</title>
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		<title>Gelesen: Kimeron N. Hardin, The Gay &amp; Lesbian Self Esteem Book</title>
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		<pubDate>Tue, 27 Jul 2010 04:30:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>thursa</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Selbstwertgef&#252;hl, k&#246;nnte man meinen, ist eigentlich f&#252;r fast jeden Menschen in unseren westlichen Kulturen ein Thema. Mu&#223; es da ein explizit schwullesbisches Buch zu diesem Thema geben? Kimeron N. Hardins Antwort in&#8221;The Gay and Lesbian Self-Esteem Book&#8221; ist: Ja, denn die Selbstwertprobleme, mit denen sich Schwule und Lesben auseinandersetzen, sind oft durch spezifische gesellschaftliche Mechanismen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Selbstwertgef&#252;hl, k&#246;nnte man meinen, ist eigentlich f&#252;r fast jeden Menschen in unseren westlichen Kulturen ein Thema. Mu&#223; es da ein explizit schwullesbisches Buch zu diesem Thema geben? Kimeron N. Hardins Antwort in&#8221;<a href="http://www.amazon.de/gp/product/1572241314?ie=UTF8&#038;tag=riesenheim-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=19454&#038;creativeASIN=1572241314">The Gay and Lesbian Self-Esteem Book</a><img src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=riesenheim-21&#038;l=as2&#038;o=3&#038;a=1572241314" width="1" height="1" border="0" alt="" style="border:none !important; margin:0px !important;" />&#8221; ist: Ja, denn die Selbstwertprobleme, mit denen sich Schwule und Lesben auseinandersetzen, sind oft durch spezifische gesellschaftliche Mechanismen bedingt. Dar&#252;ber hinaus sei das Selbstwertgef&#252;hl von Schwulen und Lesben mehr als das von Heterosexuellen st&#228;ndig unter Belagerung.</p>
<p>Ein gesundes Selbstwertgef&#252;hl kann, so Hardin, ganz wesentlich dazu beitragen, mit Beziehungen und Gef&#252;hlen konstruktiv umzugehen, das eigene Potential zu entfalten, selbstzerst&#246;rerisches Verhalten zu vermeiden, Belastungen auszuhalten sowie Entscheidungen zu treffen, die von realistischer Wahrnehmung, Selbstvertrauen und Autonomie statt vom Weg des geringsten Widerstandes, &#196;ngsten oder verinnerlichten Zw&#228;ngen gepr&#228;gt sind. Es macht auch, so impliziert das Buch, resistenter gegen die spezifischen Belastungen, denen Lesben und Schwule in einer immer noch heterozentristischen <sup class='footnote'><a href='#fn-160-1' id='fnref-160-1'>1</a></sup> gesellschaftlichen Situation ausgesetzt sind. Diese Resistenz macht politische Aktion jedoch nicht unn&#246;tig, im Gegenteil: sie kann Ausdruck gesunden Selbstbewu&#223;tseins sein, ja sogar helfen, dieses erst herzustellen. <span id="more-160"></span></p>
<p>Hardins theoretische Basis ist die kognitive Verhaltenstherapie. Auf der Basis dieses Modells leitet sein Buch dazu an, wie man den eigenen destruktiven Selbstgespr&#228;chen, die eine gesunde Selbstliebe unterminieren, auf die Spur kommt, wie man pr&#228;gende Einfl&#252;sse aufdecken und ihre Macht verringern kann, wie man das unbewu&#223;te Regelwerk, nach dem man sein Leben f&#252;hrt, Schritt f&#252;r Schritt bewu&#223;t ver&#228;ndern kann. Aber auch Techniken, um lange unterdr&#252;ckte Emotionen zu ihrem Recht kommen zu lassen, haben ihren Platz, ebenso wie Erl&#228;uterungen zu Systemen, die jeden Menschen in westlichen Gesellschaften irgendwann gepr&#228;gt haben: Erziehung, Schule, peer groups, Medien und Politik. Ein eigenes, sehr differenziertes Kapitel ist Spiritualit&#228;t und Religion gewidmet und ein letztes gibt denen, die an der &#220;berwindung von Selbstwertproblemen mit der Hilfe eines/r TherapeutIn arbeiten wollen, Rat zur Suche nach geeigneten Profis.</p>
<p>Da&#223; im Titel nur von &#8220;Gay &#038; Lesbian&#8221; die Rede ist, ist tats&#228;chlich korrekt, denn Trans* und Bisexuelle werden nicht erw&#228;hnt &#8211; in ersterem Fall wird es sicherlich der Tatsache gerecht, da&#223; die Selbstwertproblematiken von Trans* m&#246;glicherweise abermals anders gelagert sind; da&#223; Bisexuelle au&#223;en vor bleiben, ist jedoch schade.<br />
Angenehm an Hardins Buch ist die Nachvollziehbarkeit der Erkl&#228;rungen; man merkt, da&#223; er auf dem Boden sowohl psychotherapeutischer Erfahrung als auch einer wissenschaftlichen Grundlage steht. Seine Sprache ist klar und alltagsnah und auch nicht-muttersprachlichen Leser_innen verst&#228;ndlich. Esoterische Wolkigkeit, Schuldzuweisungen oder Stereotypen fehlen wohltuend.<br />
Positiv aufgefallen ist mir auch, da&#223; er eine Balance zwischen den positiven Seiten schwullesbischer Communities und der Kritik an ihnen wahrt; dies alles auf eine Weise, die sich auf die Evidenz aus zahlreichen Fallbeispielen st&#252;tzt.</p>
<p>&#8220;The Gay &#038; Lesbian Self Esteem Book&#8221; ist ein Arbeitsbuch, f&#252;r das mensch sich Zeit nehmen sollte. Um es wirklich zu nutzen, braucht es nicht nur Geduld, sondern auch die Bereitschaft, die vorgeschlagenen Reflexionen und &#220;bungen regelm&#228;&#223;ig zu machen.<br />
Man merkt dem Buch an, da&#223; die gesellschaftliche Situation in Amerika eine andere ist: Nicht nur die Empfehlungen zur Suche nach TherapeutInnen oder das Kapitel &#252;ber Religion und Spiritualit&#228;t unterscheiden sich sehr (und nicht unbedingt positiv) von den deutschen Verh&#228;ltnissen. W&#252;rde dieses &#252;beraus hilfreiche Buch ins Deutsche &#252;bersetzt (was sehr zu w&#252;nschen w&#228;re), w&#228;re eine Anpassung der genannten Kapitel an hiesige Verh&#228;ltnisse w&#252;nschenswert.</p>
<p>F&#252;r jeden, der den Mut, die Disziplin und die Ausdauer hat, an sich zu arbeiten, und wenig M&#252;he damit hat, auf Englisch zu lesen, bietet dieses Buch eine brauchbare und pragmatische Anleitung zur Selbsthilfe.</p>
<p>Hier die bibliographischen Daten noch einmal:<br />
Hardin, Kimeron N., <strong>The Gay and Lesbian Self-Esteem Book: A Guide to Loving Ourselves</strong>. New Harbinger Publications, 1999.
<div class='footnotes'>
<div class='footnotedivider'></div>
<ol>
<li id='fn-160-1'>Den Begriff &#8220;Heterozentrismus&#8221; pr&#228;gt Hardin f&#252;r das Verhalten der Mehrheitsgesellschaft, die nicht-heterosexuelle Lebensweisen nach Kr&#228;ften ignoriert und nicht wahrnehmen will. <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-160-1'>&#8617;</a></span></li>
</ol>
</div>
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		<title>Call for Contributions: Queere Spiritualit&#228;t abseits der etablierten Religionen</title>
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		<pubDate>Sun, 05 Jul 2009 08:05:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>thursa</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich trage mich schon seit einiger Zeit mit dem Vorhaben, ein Buch &#252;ber/von/f&#252;r queers auf naturspirituellen Wegen zu schreiben bzw. herauszubringen.
Warum? Ich habe den Eindruck, die &#246;ffentliche Debatte in der queeren Community &#252;ber Religion/Spiritualit&#228;t ist dominiert a) &#252;berhaupt von den etablierten Religionen, b) besonders seit 9/11 vom Reden &#252;ber Diskriminierung und (nicht nur islamischen) Fundamentalismus [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich trage mich schon seit einiger Zeit mit dem Vorhaben, ein Buch &#252;ber/von/f&#252;r queers auf naturspirituellen Wegen zu schreiben bzw. herauszubringen.</p>
<p>Warum? Ich habe den Eindruck, die &#246;ffentliche Debatte in der queeren Community &#252;ber Religion/Spiritualit&#228;t ist dominiert a) &#252;berhaupt von den etablierten Religionen, b) besonders seit 9/11 vom Reden &#252;ber Diskriminierung und (nicht nur islamischen) Fundamentalismus und c) besonders im Fall von Christentum, Islam und Judentum von Apologetik, d.h. von einer theologischen Rechtfertigung der Homosexualit&#228;t (auch wenn einzelne christliche Autoren<sup class='footnote'><a href='#fn-77-1' id='fnref-77-1'>1</a></sup> diese Verengung kritisieren). Die Option, Spiritualit&#228;t selbst zu gestalten, sowie alternative spirituelle Wege werden kaum wahrgenommen, und f&#252;r viele queers scheint die einzig praktikable Haltung zu sein, Religion &#8211; und in einer weitverbreiteten Verwechslung auch alles Spirituelle &#8211; abzulehnen, um Ausgrenzung oder moralischem Abqualifiziertwerden zu entgehen.<sup class='footnote'><a href='#fn-77-2' id='fnref-77-2'>2</a></sup> Dabei beschreiben mehrere Autoren auch eine tiefe Sehnsucht von Lesben und Schwulen nach einer gelebten Spiritualit&#228;t.</p>
<p>In den Bereichen der alternativen Spiritualit&#228;t, sollte man meinen, ist es behaglicher f&#252;r Schwule und Lesben. Doch hier herrschen oft genauso heteronorme Bilder, feministische Positionen wie die von Starhawk oder Luisa Francia erscheinen nicht mehr so salonf&#228;hig, wie sie in den 80ern vielleicht einmal waren. Zwar werden Lesben und Schwule weitgehend akzeptiert, doch mir ist auch der Fall bekannt, da&#223; eine Frau mit transsexueller Vergangenheit aus einer dianischen Gemeinschaft ausgeschlossen wurde.<br />
Zudem: zwischen &#8220;ich werde nicht verteufelt&#8221; und &#8220;meine Spiritualit&#228;t bzw. meine spirituelle Gemeinschaft wird mir in vollem Umfang gerecht&#8221; (indem z.B. nicht auf heteronormativen Symbolen bestanden wird oder indem meine queeren Bed&#252;rfnisse ganz selbstverst&#228;ndlich genauso im Zentrum ritueller Aufmerksamkeit stehen d&#252;rfen wie heterosexuelle) liegen Welten. Gerade im naturspirituellen Bereich, scheint mir, hei&#223;en zwei markante, aber bei weitem nicht die einzigen Fallen Biologismus und naiver Naturbegriff. </p>
<p>Ich m&#246;chte zeigen, wie spirituelle Wege abseits der etablierten Religionen aussehen k&#246;nnen, die queers gerecht werden. Da ich mich nicht auf zu fremdes Terrain begeben mag UND da ich denke, da&#223; sonst leicht ein mehrb&#228;ndiger W&#228;lzer daraus w&#252;rde, begrenze ich die Thematik auf den naturspirituellen Bereich.</p>
<p>Ich habe mich dazu entschlossen, dieses Buch nicht als Monographie zu gestalten. Denn: ich m&#246;chte darauf hinweisen, da&#223; es viele verschiedene &#8220;richtige&#8221; Wege gibt. Jede/r mu&#223;, denke ich, seinen/ihren Weg selbst<br />
finden. <strong>Doch B&#252;cher k&#246;nnen, neben der Begegnung mit anderen Menschen, Internetseiten etc. wichtige Landkarten und Kompasse sein.</strong> Und um dieser Vielfalt der Wege gerecht zu werden, m&#246;chte ich viele verschiedene Stimmen zu Wort kommen lassen, alte und junge, schwule, bi- und transsexuelle, lesbische, SMer oder total vanille, Single oder in Langzeitbeziehung lebend, schon lange auf einem Pfad unterwegs oder erst seit kurzer Zeit in diese Richtung schnuppernd, solitary oder einer Gemeinschaft zugeh&#246;rig, und vor allem der verschiedensten naturspirituellen Pr&#228;gungen.</p>
<p><strong>So, und nun der Aufruf:</strong><br />
Ich suche Menschen, die sich als queer und naturspirituell bzw. naturreligi&#246;s (Hexe/HeidIn/SchamanIn/freifliegend&#8230; etc.) definieren und Lust haben, einen Beitrag zu einem solchen Buch zu schreiben. Ich denke zuerstmal an non-fiction-Beitr&#228;ge zwischen 5 und 20 Seiten L&#228;nge (wenn man eine Normseite von 2100 Zeichen zugrunde legt, w&#228;ren das zwischen 10200 und 42000 Zeichen inkl. Leerzeichen und Absatzmarken). Inhaltlich lasse ich Euch freie Hand, falls notwendig, habe ich einen kleinen Fragenkatalog zur Anregung (den gibt es auf Wunsch per e-mail). Wichtig ist mir nur, da&#223; der Beitrag erkennbar mit dem Feld &#8220;Naturspiritualit&#228;t/Naturreligion und/vs. queer&#8221; zu tun hat.</p>
<p>Eine einzige Einschr&#228;nkung: Ich behalte mir vor, im Zweifelsfall nein zu einem Beitrag zu sagen &#8211; z.B. wenn die &#252;blichen Verd&#228;chtigen (Nationalismus, Rassismus, Sexismus, angebr&#228;unter Kram) drin enthalten sind.</p>
<p><strong>Was gibt&#8217;s daf&#252;r?</strong><br />
Meine ewige Dankbarkeit und &#8211; je nach Resonanz &#8211; Ruhm und Anerkennung <img src='http://riesenheim.net/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':)' class='wp-smiley' />  Ich habe noch nicht entschieden, wie, bei welchem Verlag oder Print-on-Demand-Service das Buch ver&#246;ffentlicht wird. Dementsprechend kann ich auch noch nichts zu sonstigen Modalit&#228;ten sagen.</p>
<p>Wer Lust hat beizutragen, m&#246;ge sich bitte bis <del datetime="2009-08-10T15:54:00+00:00">zum 15. August 2009</del> Samhain (31.10.2009) bei mir (Kontakt siehe Impressum) melden. Toll w&#228;re, wenn die Beitr&#228;ge bis <del datetime="2009-08-10T15:54:00+00:00">Samhain (31.10.09)</del> Ende des Jahres, sp&#228;testens aber zu Imbolc 2010 in Sack und T&#252;ten w&#228;ren!</p>
<p>Ich bin dankbar, wenn Ihr diesen Aufruf <strong>weiterverbreitet</strong>, bitte dann immer <strong>mit einem Link hierher</strong>.
<div class='footnotes'>
<div class='footnotedivider'></div>
<ol>
<li id='fn-77-1'>z.B. Urs Mattmann, Coming In: Spiritualit&#228;t f&#252;r Schwule und Lesben, M&#252;nchen (K&#246;sel) 2002 <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-77-1'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-77-2'>vgl. Christian de la Huerta: Coming Out Spiritually: The Next Step. Tarcher, 1999, S. 5/6, sowie J&#246;rg Wellenk&#246;tter/Barbara Dietl; “Mein genialer Lehrer Buddha.” Siegess&#228;ule 2006/12, S. 14-16 <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-77-2'>&#8617;</a></span></li>
</ol>
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		<title>Christian de la Huerta: Coming Out Spiritually: The Next Step</title>
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		<pubDate>Mon, 06 Oct 2008 17:27:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>thursa</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Jeremy P. Tarcher, 1999, ISBN-10: 0874779669
Schwule, Lesben und Spiritualit&#228;t? Lange war es undenkbar, das in einem Atemzug zu nennen. &#8220;Oh Gott, Religion! Teufelszeug, das uns Schwulen und Lesben immer Schuld und Ausgrenzung beschert.&#8221;, zitiert die Siegess&#228;ule noch im Dezember 2006 &#8211; allerdings nicht unwidersprochen &#8211; die g&#228;ngige Meinung (&#8220;Ich glaube schon&#8221;, Siegess&#228;ule 12/2006, S. 13-21).
Christian [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Jeremy P. Tarcher, 1999, ISBN-10: 0874779669</p>
<p>Schwule, Lesben und Spiritualit&#228;t? Lange war es undenkbar, das in einem Atemzug zu nennen. &#8220;Oh Gott, Religion! Teufelszeug, das uns Schwulen und Lesben immer Schuld und Ausgrenzung beschert.&#8221;, zitiert die Siegess&#228;ule noch im Dezember 2006 &#8211; allerdings nicht unwidersprochen &#8211; die g&#228;ngige Meinung (&#8220;Ich glaube schon&#8221;, Siegess&#228;ule 12/2006, S. 13-21).</p>
<p>Christian de la Huerta befa&#223;t sich unerschrocken trotzdem mit dem Thema. Er nimmt in der queer community einen Mangel wahr: “What is lacking in the queer community [...] is a real sense of self.” Dieser Mangel liegt f&#252;r ihn im Verlust der Spiritualit&#228;t begr&#252;ndet.</p>
<p>Angesichts der Verfolgung und Diskriminierung, die Schwule und Lesben durch etablierte Religionen erfahren haben und immer noch erfahren, sei Religion ein &#8220;turnoff&#8221; f&#252;r viele.<span id="more-32"></span> Jedoch werde dabei oft das Kind mit dem Taufwasser ausgesch&#252;ttet, viele brechen nicht nur ihre Bindungen an religi&#246;se Institutionen, sondern versuchen auch, ihre Spiritualit&#228;t loszuwerden.</p>
<p>Spiritualit&#228;t definiert er als &#8220;pers&#246;nliche Verbindung zu etwas, das gr&#246;&#223;er ist als wir selbst&#8221; (S. 6), die unabh&#228;ngig von institutionalisierter Religion ist.</p>
<p>Im Gegensatz zu der Verteufelung, die etablierte Religionsgemeinschaften Schwulen und Lesben entgegenbringen, demonstriert de la Huerta an einer F&#252;lle von Beispielen, welche speziellen spirituellen Funktionen „gay people“ („gay“ hier im &#252;bergreifenden Sinn von „homosexuell“) in vielen Kulturen der Welt &#252;bernommen haben und noch &#252;bernehmen: vom revolution&#228;ren „catalytic transformer“ &#252;ber „consciousness scouts“ und „shamans and priests“ bis zu „gatekeepers“, die die Tore zu anderen Welten ge&#246;ffnet halten. Insgesamt zehn archetypische Rollen von Schwulen und Lesben diskutiert er im ersten Kapitel, das den Titel „Walking between Worlds“ tr&#228;gt.</p>
<p>Das zweite Kapitel, “Coming In”, dreht sich dagegen erst einmal um das zutiefst Pers&#246;nliche, um die Frage, wie man, ganz unabh&#228;ngig von Institutionen und gesellschaftlichen Rollen, f&#252;r sich selbst den richtigen spirituellen Weg findet. De la Huerta stellt hier verschiedene Wege der Meditation vor, aber auch Bewegungspraktiken wie Yoga, T’ai Chi, Qi Gong, Tanz oder Labyrinthgehen. Auch Atemarbeit, K&#246;rperarbeit und Entheogene werden gew&#252;rdigt.</p>
<p>Sexualit&#228;t ist das Zentrum des dritten Kapitels (“The Faces of Passion”); hier geht es um die Frage, wie man zu einer ges&#252;nderen Sexualit&#228;t finden kann. Hier macht sich die schwule Perspektive am deutlichsten bemerkbar, lesbische und bisexuelle Erfahrungen finden leider wenig Raum.</p>
<p>Das vierte Kapitel, „Coming Out“ ist thematisch recht disparat. Coming Out, sowohl das schwule/lesbische als auch Coming Out im Sinne von „sich innerhalb der schwullesbischen Community als spiritueller Mensch zeigen“, steht neben der Frage, wie man Spiritualit&#228;t in sein Leben integrieren kann und neben Ans&#228;tzen f&#252;r eine gelebte Spiritualit&#228;t. Letztere rangieren von Dankbarkeit als Haltung &#252;ber Lekt&#252;re und Wildniserfahrung bis zum Engagement als spirituellem Weg.</p>
<p>&#196;u&#223;erst interessant ist auch der erste Anhang: Hier hat de la Huerta detailliert aufgeschrieben, was verschiedene Religionen zum Thema Homosexualit&#228;t zu sagen haben. Er ber&#252;cksichtigt dabei nicht nur die gro&#223;en Weltreligionen, sondern auch Taoismus, Native Americans, Voodoo und Santería, neopagane Anschauungen und Wicca; man erf&#228;hrt aber auch von den Bestrebungen von Schwulen und Lesben innerhalb der gro&#223;en Religionen. Ein weiterer Anhang mit Adressen von Organisationen und Anbietern, von denen allerdings die meisten in den USA ans&#228;ssig sind, rundet das Buch ab.</p>
<p>Die St&#228;rke dieses Buches ist seine allumfassende Perspektive ohne Werturteile. Eine Vielfalt an Erfahrungen wird ausgebreitet, Menschen aus sehr verschiedenen spirituellen Richtungen kommen zu Wort. Ein &#252;beraus lesenswertes Buch, besonders f&#252;r Menschen, die noch auf der Suche nach einer ihnen angemessenen Art der Spiritualit&#228;t sind.</p>
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