reißleine

Dez 2, 19:41
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Vielleicht hab ich in den letzten Jahren mehr gekämpft, als für mich gut war. Ich habe dabei was verlernt: Zur Ruhe zu kommen. Muße, das ist ein Wort geworden, das eine ganz tiefe Sehnsucht auslöst.

Ich glaube sogar, ich habe zur Arbeit eine Art Suchtbeziehung aufgebaut und Arbeit als Ersatzbefriedigung und Betäubungsmittel gebraucht. Sicher ist da ein ungesundes Leistungsdenken mit drin: daß ich mich über das bewerte und definiere, was ich tue, was ich auf die Beine stelle und gebacken kriege.

Und jetzt habe ich beschlossen, damit aufzuhören. Fühlte sich im ersten Moment an, als müßte ich mich neu erfinden, aber ich bin gespannt, was sich da an neuen und hoffentlich heilsameren Mustern bildet.

Darum ist es vielleicht gar nicht schlimm und ich muß mir keinen Kopf machen, daß ich mich irgendwo nicht engagiere. Und ich habe auch gerade beruflich eine winzige Reduktion eingeleitet. Die hoffentlich auch etwas mehr Ruhe reinbringt in das viel zu hektische Leben, das ich gerade führe.

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