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Monat: September 2010

Heidnische Praxis III: Distanzierungen vom Christentum

Die meisten, die sich heidnischer Spiritualität zuwenden, durchlaufen eine Phase der Distanzierung vom Christentum. Manchmal schlägt diese Distanzierung in Christenbashing um. Was verstehe ich darunter? Das englische Verb „to bash“ bedeutet soviel wie: jemanden hauen, schlechtmachen, aber auch: scharf kritisieren.1 In meinem Sprachgebrauch hat „etwas bashen“ etwa die Bedeutung „harte Kritik üben, verbal auf jemanden/etwas einschlagen, etwas unfair und pauschalisierend aburteilen“.

Nicht jede Kritik am Christentum, nicht jede Distanzierung ist gleich Christenbashing. Ich halte die Distanzierung vom Christentum für unausweichlich, wenn jemand, der sich einmal daran gebunden gefühlt hat, sich davon löst. Ich finde es auch legitim, wenn da Wut, Entrüstung, Empörung aufkommen – aber aus diesen Gefühlen heraus zu handeln und sich davon den Blick verstellen zu lassen, finde ich fragwürdig. Mehr noch: unreflektiert alte Stereotypen nachzubeten und zu pauschalisieren, finde ich daneben.

  1. nach dem Onlinewörterbuch dict.cc

Trancetagebuch?

Ich habe am Montag nach langer, langer Zeit ein Buch wieder rausgekramt, das einiges an Arbeit und vor allem, was mir extrem schwer fällt, Dranbleiben erfordert: Trance-Portation: Learning to Navigate the Inner World von Diana Paxson. Und ich überlege, darüber zu bloggen – natürlich nicht ganz so öffentlich, wie ich es mit meinen intellektuelleren Dingen tue.

Heidnische Praxis II: Die Crux mit den Begrifflichkeiten

Ich habe ja ein Weilchen überlegt: Soll ich diese Serie umbenennen, angesichts der ganzen auch eher theoretischen Dinge, die mir dazu einfallen? Soll ich mich auf das Praktische konzentrieren? Dann entschied ich: Ich mache unter dem gewählten Titel weiter und fasse das Thema einfach relativ offen. Zum einen, weil Praxis für mich mehr ist als Ritualrezepte und Übungsanleitungen. Zum anderen, weil eben der Titel schon da ist und zum dritten, weil theoretische Erörterungen doch gelegentlich praktische Auswirkungen haben. Darum fasse ich den Titel dieses Teils in eine ganz praktische Frage: In welchen Begriffen kann ich über das, was ich mache, reden?

Ein Beispiel: Wenn ich mit jemandem, der nicht in der heidnischen Landschaft bewandert ist, über Religion spreche, bezeichne ich mich als „Heidin“. Das führt manchmal zu Mißverständnissen, aber „Asatrú“ versteht eben kaum jemand. Um ganz exakt zu sein, müßte ich sagen: „Ich bin eine Polytheistin, die sich vorrangig auf die nordische Mythologie, aber auch auf neo-schamanistische und animistische Konzepte stützt.“ Eine ziemlich umständliche Erklärung, mal davon abgesehen „Neoschamanismus“ und „Animismus“ für viele eben zwar nach irgendwas Primitivem und Exotischem klingen, aber eben kaum jemand damit tatsächlich Inhalte verbinden kann.

Nehmen wir zum Beispiel „Heide/Heidin“ und „Heidentum“.

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