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Mein spiritueller Kontrakt mit mir selbst–warum und wie

Seit einiger Zeit habe ich einen geschriebenen Vertrag mit mir selbst, in dem ich mich zu bestimmten spirituellen Tätigkeiten verpflichte. Ich nenne das meinen spirituellen Kontrakt.

Die Idee des spirituellen Kontrakts habe ich aus T. Thorn Coyles Buch „Kissing the Limitless“. Mein Kontrakt ist eine handgeschriebene Seite in meinem Bulletjournal. Er enthält zum einen eine recht genaue Beschreibung der Praxis, die ich als tägliches Minimum ansehe.

In meinem Fall ist das zum Beispiel: ”Ich mache jeden Morgen gleich nach dem Aufstehen mindestens zehn Minuten Yoga und meditiere mindestens zehn Minuten, möglichst ohne vorher Social Media zu checken.” (An letzterem Punkt scheitere ich übrigens immer noch oft, obwohl ich Twitter und Facebook schon lange von meinem Smartphone gekickt habe.) Dieser Teil könnte durchaus so einfach sein wie “Ich nehme mir jeden Tag fünf Minuten Zeit, um mich zu erden” – mir ist nämlich durchaus bewusst, dass meine Morgenpraxis für die Verhältnisse anderer Menschen vielleicht luxuriös viel Zeit einnimmt.

Zum anderen beschreibe ich auch Projekte, die ich bis zum nächsten Jahreskreisfest weiter verfolgen will, zum Beispiel an meinem neuen Runenset zu arbeiten, eine Trancereise zu einem bestimmten Thema oder ein Ritual zu einem bestimmten Anliegen zu machen.

Für diesen Kontrakt achte ich darauf, möglichst spezifisch Dinge zu beschreiben, die ich tun will (und eher nicht die, die ich lassen will) und diese Dinge möglichst so zu formulieren, dass “getan” gut definiert ist.

Ich erneuere meinen Kontrakt zu jedem Jahreskreisfest. (Oder ein paar Tage danach, je nachdem, wie ich dazu komme.) Diese Erneuerung ist immer auch eine Reflexion: Was hat gut funktioniert? Was war zu ehrgeizig? In welchen Punkten habe ich es mir (zu) einfach gemacht? Was will ich ändern (in meinem Vertrag und an der spirituellen Praxis, die er enthält)? Was ist der nächste Schritt?

Was bringt’s mir? Ich war anfangs skeptisch – solche beinahe bürokratischen Festlegungen jagen mir tendenziell ja Angst ein. Nach ein paar Wochen stellte ich fest: Zumindest der Teil mit der täglichen Praxis erforderte am Anfang ein wenig Überwindung, mit den Wochen wurde er aber immer leichter, und jetzt erfüllt sich dieser Teil des Vertrags fast von selbst. Wichtiger ist mir allerdings, dass er die Bedeutung von spirituellem Tun in meinem Alltag verankert und sie auch gegenüber dem Teil in mir behauptet, der sie gerne als Spinnerei abtun oder auf unbedeutende Mikromomente reduziert sähe. Mein Kontrakt steht im selben Notizbuch wie meine alltäglichen ToDos und meine Notizen für Business-Strategie. Damit macht er es deutlich schwerer, das Spirituelle zu einem abgetrennten Teil meines Lebens zu machen, der mit allem anderen nichts zu tun hat (und gerne mal im alltäglichen Kleinklein hintenrunter fiel). Und das wiederum tut mir sehr gut.

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