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Schlagwort: begriffe

Glossar: Binäres Geschlechtsverständnis und Heteronormativität

Neulich warf ich in einer Debatte um klischeehafte Göttinnenbilder (die meist nackt, weiß, jung, schlank und gängigen Schönheitsidealen voll entsprechend und sexualisiert dargestellt werden) die Begriffe Geschlechterbinarität und Heteronormativität in den Raum und wurde prompt gefragt, was das denn sei. Ich habe mir ein bißchen Zeit ausgebeten, weil ich diese Begriffe nicht in einem mal eben hingeworfenen Facebook-Kommentar erklären kann und weil ich das auch nicht immer von vorne machen mag.1

Es ist mir wichtig, zu betonen, daß keins dieser Denkmuster, die ich unten beschreibe, einer bösen Absicht entspringen müssen. Sie sind inhärenter Bestandteil unserer Kultur und so tief darin verwurzelt, daß sie oft das unhinterfragte Fundament des Denkens über Geschlechter bilden.

Das binäre Verständnis von Geschlecht

Ich fange an mit Geschlechterbinarität.

Binär ist ein System, in dem es nur zwei genau voneinander unterschiedene Zustände gibt.

  1. Die Erfahrung sagt zwar, daß ich oft genug mit dem Erklären von Begriffen und Zusammenhängen von Ask und Embla neu anfange, aber ich kann ja wenigstens mal einem Teil dessen entgegenwirken, indem ich so einen Blogpost schreibe, auf den ich verweisen kann.

Heidnische Praxis II: Die Crux mit den Begrifflichkeiten

Ich habe ja ein Weilchen überlegt: Soll ich diese Serie umbenennen, angesichts der ganzen auch eher theoretischen Dinge, die mir dazu einfallen? Soll ich mich auf das Praktische konzentrieren? Dann entschied ich: Ich mache unter dem gewählten Titel weiter und fasse das Thema einfach relativ offen. Zum einen, weil Praxis für mich mehr ist als Ritualrezepte und Übungsanleitungen. Zum anderen, weil eben der Titel schon da ist und zum dritten, weil theoretische Erörterungen doch gelegentlich praktische Auswirkungen haben. Darum fasse ich den Titel dieses Teils in eine ganz praktische Frage: In welchen Begriffen kann ich über das, was ich mache, reden?

Ein Beispiel: Wenn ich mit jemandem, der nicht in der heidnischen Landschaft bewandert ist, über Religion spreche, bezeichne ich mich als „Heidin“. Das führt manchmal zu Mißverständnissen, aber „Asatrú“ versteht eben kaum jemand. Um ganz exakt zu sein, müßte ich sagen: „Ich bin eine Polytheistin, die sich vorrangig auf die nordische Mythologie, aber auch auf neo-schamanistische und animistische Konzepte stützt.“ Eine ziemlich umständliche Erklärung, mal davon abgesehen „Neoschamanismus“ und „Animismus“ für viele eben zwar nach irgendwas Primitivem und Exotischem klingen, aber eben kaum jemand damit tatsächlich Inhalte verbinden kann.

Nehmen wir zum Beispiel „Heide/Heidin“ und „Heidentum“.

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