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Schlagwort: kultur

Der Kern ist heil

OK, der Versuch einer Blog-Wiederbelebung … ich habe aber auch etwas zu sagen, das ich nicht im Social Media-Strohfeuer verloren wissen will. Aber eins nach dem anderen…

Der Aufhänger

Offenbar gibt es da ein feministisches Magazin, das sich vor kurzem bemüßigt fühlte, über Spiritualität (bzw. das, was landläufig so darunter verstanden wird) zu schreiben. Ich habe den Artikel nicht gelesen, weil ich aus den Verrissen von anderen weiß, dass ich mich da auch nur fürchterlich aufregen würde, und dafür ist meine Zeit gerade zu kostbar. Distelfliege hat dazu gebloggt und das rief bei mir ein paar Gedanken wach, die ich einmal gründlicher aufschreiben wollte.

Die Kackscheiße

Dass Sexismus, Heteronormativität, Rassismus, Ableismus etc. in Spiri-Kontexten grassieren – da beißt die Maus keinen Faden ab. Das war ja einer der Impulse, aus denen heraus ich dieses Blog überhaupt angefangen habe. Und ja, ich bin’s müde und leid. Vergiftet es mir mein spirituelles Tun? Nein. Aber es hat einen Einfluss auf das Wie, vor allem auf das Wie-mit-Anderen. Ich kann weder „not all Esos“ sagen, noch kann ich mich und meine Praxis so sauber von „Esoterik“ abgrenzen, wie ich manchmal gern würde.

Tee mit Milch, Teil II: Queer ist mehr als einfach LGBT.

In Teil I habe ich was darüber geschrieben, was dazu geführt hat, daß die Rede von männlichen und weiblichen Anteilen für mich unverdaulich und im spirituellen Kontext untauglich geworden ist. In diesem Teil will ich mich damit befassen, welche Auswirkungen das und meine Erfahrungen von Begehren auf mein Verständnis von queer haben.

queer heißt für mich: Das, was jenseits der heterosexuellen Matrix unterwegs ist; das, was ihre Gültigeit in Frage stellt. LGBT gehört dazu – und doch können sich LGBT-Leute auch affirmativ zur heteronormativen Matrix verhalten, meine ich.

Dazu muß ich zuerst den Begriff der heterosexuellen Matrix erläutern.

Tee mit Milch, Teil I: Über Feminität und die Rede von männlichen und weiblichen Anteilen

Ich lese gerade – mit dem Ziel einer Rezension – nochmal ein Buch, dem ich ausgesprochen ambivalent gegenüberstehe, nämlich Christopher Penzcaks Gay Witchcraft. Und dabei bin ich darauf gestoßen, daß ich eins klarkriegen will: Warum ich mich als queer verorte und das für mich nicht deckungsgleich mit „LGBT“ ist und schon gar nicht mit der in der Mainstream-Homo-Szene verbreiteten hegemonialen Position.

Penzcak vertritt die für mich problematische Ansicht, daß Homosexuelle einfach „eine andere Energie“ haben (S. XV), und daß jeder Mensch „männliche und weibliche Energien“ hat (S.4). Ich will jetzt noch nicht das ganze Buch rezensieren, aber das ist ein Punkt, an dem ich mal einhaken und meinen persönlichen Senf dazu loswerden will. Denn für mich persönlich taugt das mit der „männlichen“ und „weiblichen“ Energie einfach nicht (mehr) als Paradigma, und wenn das für manche Menschen taugt, so ist es doch eine Art (von vielen möglichen), die Welt zu interpretieren, aber keine universelle Wahrheit.

Von spirituell-kulturellen Brachen und der Reproduktion von Machtverhältnissen

Weil es bei der Wurzelfrau gerade um Lücken und freigewordene Räume geht, will ich gerade mal ein paar Dinge aufschreiben, die mir durch den Kopf gehen.

Es ging in Wurzelfraus Artikel darum, daß ein paar spirituelle Projekte von früher nicht mehr sind, weil die Macherinnen (ja, alle weiblich) hinter den ursprünglichen Konzepten nicht mehr stehen, und um daraus resultierende Lücken, die neu gefüllt sein wollen.

Vielleicht ist das eine pessimistische Sichtweise, meine Beobachtung lehrt mich jedoch: Machtverhältnisse haben die Tendenz, sich zu reproduzieren – beziehungsweise: von uns allen gewohnheitsmäßig reproduziert zu werden – und freigewordene Räume gleich mit zu besetzen.

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