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Schlagwort: weltbild

Glossar: Binäres Geschlechtsverständnis und Heteronormativität

Neulich warf ich in einer Debatte um klischeehafte Göttinnenbilder (die meist nackt, weiß, jung, schlank und gängigen Schönheitsidealen voll entsprechend und sexualisiert dargestellt werden) die Begriffe Geschlechterbinarität und Heteronormativität in den Raum und wurde prompt gefragt, was das denn sei. Ich habe mir ein bißchen Zeit ausgebeten, weil ich diese Begriffe nicht in einem mal eben hingeworfenen Facebook-Kommentar erklären kann und weil ich das auch nicht immer von vorne machen mag.1

Es ist mir wichtig, zu betonen, daß keins dieser Denkmuster, die ich unten beschreibe, einer bösen Absicht entspringen müssen. Sie sind inhärenter Bestandteil unserer Kultur und so tief darin verwurzelt, daß sie oft das unhinterfragte Fundament des Denkens über Geschlechter bilden.

Das binäre Verständnis von Geschlecht

Ich fange an mit Geschlechterbinarität.

Binär ist ein System, in dem es nur zwei genau voneinander unterschiedene Zustände gibt.

  1. Die Erfahrung sagt zwar, daß ich oft genug mit dem Erklären von Begriffen und Zusammenhängen von Ask und Embla neu anfange, aber ich kann ja wenigstens mal einem Teil dessen entgegenwirken, indem ich so einen Blogpost schreibe, auf den ich verweisen kann.

Zwischen allen Stühlen I – Wissenschaft, Religion und ich

Vorbemerkung und Begriffsklärung: Ich rede in diesem Post von Religion und gebrauche diesen Begriff recht unscharf. Ich wende ihn hier auch gelegentlich auf meine eigene Praxis an – weil diese von vielen Menschen so klassifiziert wird, was ich nicht ganz so sehe. Über diese Begriffsproblematik habe ich hier schon einmal geschrieben: Die Crux mit den Begrifflichkeiten.

tl;dr: Es nervt, daß in der wahrnehmbaren Debatte über Religion und Wissenschaft ständig die Extrempositionen gegeneinandergestellt werden.

In der letzten Folge meines Podcasts erwähnte ich, daß ich u.a. ein Wissenschafts-Fangirl bin. Das bezieht sich ganz ausdrücklich nicht nur auf Naturwissenschaften, denn ich bin ja von meiner Ausbildung her (u.a.) Philologin und Musikwissenschaftlerin, und ich finde auch das Werkzeug, das ich aus den Geisteswissenschaften habe, ganz phänomenal und toll. So naturwissenschafts-lastig meine Beschäftigung mit Wissenschaft in letzter Zeit war, so undenkbar wäre dieses Blog ohne meine geisteswissenschaftliche Bildung.

Und jetzt zu den zwei Dilemmata, mit denen ich mich in letzter Zeit schlage. Bilder wie dieses bringen mein erstes Dilemma toll zum Ausdruck:

Religionskritische Wissenschaftsfans schießen sich, seit ich diese Debatten wahrnehme, auf exakt die extremen, wissenschaftsfeindlichen Form von Religion ein.

Orrr muß das sein? Zur Kritik an Daniela Scherler

Mir platzt hier mal der Kragen.

Ich identifiziere mich ja als „science-positive“ Person. Ich bin zwar keine Naturwissenschaftlerin, aber in den letzten paar Jahren an technischen und wissenschaftlichen Themen sehr interessiert. Das beißt sich für mich überhaupt nicht damit, gleichzeitig Polytheistin zu sein, deren spirituelles Paradigma animistische und rekonstruktionistische Elemente enthält. Es steht weitestgehend konfliktfrei neben der Tatsache, daß ich gelegentlich schamanistisch praktiziere und Orakel wie das Tarot verwende. (Zum Thema „Wissenschaft und Heidentum“ schreibe ich irgendwann nochmal was Ausführlicheres.)

Wenn es darum geht, Kreationismus aus dem Biologieunterricht rauszuhalten, Religion als Sache anzusehen, die vom Staat getrennt gehört und Menschenrechte zu verteidigen, verbünde ich mich, ohne mit der Wimper zu zucken, mit den glühendsten Skeptikern. Für die Aspekte der Welt, die wir sehen, anfassen und vermessen können, bieten die Wissenschaften gute Erklärungsmodelle. Ich habe nichts übrig für Verschwörungstheorien.

Nun wird das, was ich (mangels besserer Begriffe nenne ich das so) spirituell so mache, oft als „esoterisch“ klassifiziert.

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